Review: Treacher – Hibernation of Death

Treacher – Hibernation of Death – Cover – PNG
Fotocredit
Al

Veröffentlichungsdatum: 29.05.2026

Label: Eigenproduktion

Stil: Melodic Death Metal

Herkunft: Den Haag, Niederlande

Heiliger Gouda! Aus dem Land der Tulpen und überdimensionierten Käseräder kommt diese in Den Haag beheimatete Band, um uns zu beweisen, dass es dort mehr gibt als die gerade genannten Klischees.

Anders als viele andere bekannte niederländische Bands frönen Treacher nicht dem Prog- oder Symphonic Metal, sondern spielen melodischen Death Metal mit Einflüssen aus dem Thrash- und Black-Metal-Bereich.

Dies machen sie auch recht amtlich, ohne sich allzu offensichtlich bei den Big Playern zu bedienen.

Klar gibt es hier und da kleinere Reminiszenzen an In Flames, Arch Enemy und Konsorten, diese sind allerdings eher marginal.

Tatsächlich geht der Fünfer hier recht eigenständig vor, aber leider ohne die ganz großen Momente.

Die Produktion ist druckvoll, klar definiert und nicht zu modern, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Musikalisch ist vor allem die Instrumentalfraktion große Klasse. Hier wird gekonnt mit verschiedenen Stilelementen jongliert, z. B. der Akustikbreak in „Godforsaken“ ist großes Kino.

Auch sonst sind die Jungs sehr abwechslungsreich unterwegs. Es wird gekonnt mit Tempowechseln gespielt und alles  wirkt wie aus einem Guss.

Hier sind echte Könner am Werk. Die Riffs sowie die Soli sind geil, die Rhythmussektion treibt die Songs geschmackvoll an.

Die Songs rauschen nicht einfach an einem vorbei, doch so wirklich hängen bleiben will auch nichts.

Die Melodien sind zwar vorhanden, können sich jedoch auch nach dem x-ten Durchlauf nicht im Kopf festsetzen. Dies ist für mich aber zwingend notwendig, wenn man Melodic Death Metal macht und einen Sänger in den Reihen hat, der zwar gut screamen kann, dafür aber zu wenig Gespür für zwingende Linien hat.

Für ein Debüt ist es rein aus musikalischer Sicht schon klasse, was die Jungs hier abliefern. Um aber bei den großen Playern mitzuspielen, müssen sie noch weiter an der Nachhaltigkeit ihrer Songs arbeiten.

So bleibt zum Abschluss nur zu sagen, dass das Debüt von Treacher schon ordentlich ist und neugierig auf die Zukunft werden lässt.