Review: BÜLENT CEYLAN – „B.L.N.T.“

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Album Cover
7.4
Das Album lebt von seiner Vielseitigkeit

Vom Comedy-Star zum Metal-Musiker? Für Bülent Ceylan ist diese Frage längst beantwortet. Nachdem der Mannheimer 2024 mit Ich liebe Menschen sein Debütalbum veröffentlichte, folgt nun mit „B.L.N.T.“ der nächste Schritt seiner musikalischen Reise. Am 11. September 2026 erscheint das zweite Studioalbum via Napalm Records – und eines wird bereits beim Blick auf die Tracklist deutlich: Bülent Ceylan möchte sich musikalisch keineswegs in eine Schublade stecken lassen.

Auf zwölf Songs präsentiert sich „B.L.N.T.“ vielseitig, laut, emotional und natürlich auch mit der für Bülent typischen Portion Humor. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen augenzwinkernden Momenten und ernsten gesellschaftlichen Themen. Genau diese Mischung macht das Album zu einer abwechslungsreichen Angelegenheit.

Den Einstieg übernimmt „Stumpf ist Trumpf“, das bereits mit seinem Titel deutlich macht, wohin die Reise geht. Einfach mal abschalten, nicht alles überdenken und den Moment genießen – eine Einstellung, die musikalisch offenbar mit ordentlich Energie umgesetzt wird. Deutlich ernster geht es bei „Fünf vor Zwölf“ zur Sache, einem Song, der den Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen richtet und dazu auffordert, genauer hinzusehen, bevor es möglicherweise zu spät ist.

Mit „Wir haben gelebt“ schlägt Bülent anschließend ruhigere und emotionalere Töne an. Der Song lädt zum Nachdenken über das eigene Leben, vergangene Entscheidungen und die Frage ein, was am Ende von einem selbst bleibt. Noch emotionaler dürfte es bei „Wolfsherz“ werden. Für diesen Song hat sich Bülent prominente Unterstützung ins Studio geholt: Doro Pesch. Die Metal-Queen trifft mit ihrer unverwechselbaren Stimme auf Bülent Ceylan und sorgt damit für eine Kollaboration, die bereits auf dem Papier neugierig macht.

Doch lange Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Mit „Keiner kommt hier lebend raus“ und „Habt euch endlich alle lieb“ geht es weiter durch die unterschiedlichsten Facetten des Albums. Zwischen Ernsthaftigkeit und Humor bleibt „B.L.N.T.“ seinem Grundkonzept treu und zeigt, dass Bülent Ceylan seine Songs nicht ausschließlich als reine Metal-Unterhaltung versteht.

Natürlich darf auf einem Album eines bekennenden Langhaar-Metalheads auch ein Song wie „Lange Haare“ nicht fehlen. Der Titel spricht dabei vermutlich für sich und dürfte besonders bei denjenigen für ein Schmunzeln sorgen, die Bülents Liebe zu seiner Haarpracht bereits aus seinen Comedy-Programmen kennen.

Ein weiteres Highlight der Platte wartet mit „Randale und Radau“. Hier bekommt Bülent prominente Unterstützung von Michael Rhein, dem Frontmann von In Extremo. Die Kombination verspricht eine energiegeladene Nummer, die sich perfekt für die Bühne und ein entsprechend feierwütiges Publikum eignen dürfte.

Auch Titel wie „Ein Hoch auf die beschissenen Zeiten“ und „Leck mich Tag“ zeigen, dass Bülent Ceylan weiterhin kein Blatt vor den Mund nimmt. Gerade „Leck mich Tag“ positioniert sich als klares Statement gegen Menschen und Meinungen, denen man im eigenen Leben vielleicht deutlich weniger Aufmerksamkeit schenken sollte.

Mit „Diktatürk“ findet sich außerdem die bereits veröffentlichte Single auf dem Album wieder. Der Industrial-lastige Track verbindet harte Metal-Klänge mit provokanten Textzeilen und greift gleichzeitig das gleichnamige Comedy-Programm des Künstlers auf. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie eng Bülent Ceylans Comedy und seine musikalische Leidenschaft miteinander verbunden sind.

Den Abschluss bildet „Am Ende gut“. Nach einem Album voller Kontraste setzt der Closing-Track auf Hoffnung, Offenheit und Toleranz. Eine Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch viele Themen von „B.L.N.T.“ zieht: Egal wie schwierig die Zeiten auch sein mögen, die Hoffnung sollte nicht verloren gehen.

Mit „B.L.N.T.“ setzt Bülent Ceylan seinen Weg als Metal-Musiker konsequent fort. Das Album lebt von seiner Vielseitigkeit und bewegt sich zwischen harten Klängen, emotionalen Balladen, Humor und gesellschaftskritischen Themen. Dabei wirkt Bülent nicht wie ein Comedian, der nebenbei ein wenig Metal macht, sondern wie ein Musiker, der seine Leidenschaft für Heavy Metal ernsthaft lebt.

Unser Fazit


Sound
8
Inhalt
7
Kreativität
8
Artwork
6
Wiederhörwert
8