Es gibt Bands, die ihre Inspiration aus der Fantasy-Welt lediglich am Rande einfließen lassen. Und dann gibt es SAGENBRINGER. Mit ihrer neuen EP „Sagendarium“ widmet sich die Band erstmals vollständig der Welt von J.R.R. Tolkien und nimmt uns mit auf eine musikalische Reise nach Mittelerde.
Drei Songs, drei Geschichten stehen im Mittelpunkt der EP. Dabei beschränkt sich SAGENBRINGER nicht darauf, bekannte Motive einfach musikalisch nachzuerzählen. Vielmehr versucht die Band, den Geist und die besondere Atmosphäre von Tolkiens Welt einzufangen. Als Inspiration dienten dabei sowohl die Bücher als auch der ikonische Soundtrack der „Herr der Ringe“-Trilogie.
Den Auftakt macht „Der hundertelfzigste Geburtstag“. Der Titel dürfte Kennern von Tolkiens Welt sofort ein Grinsen ins Gesicht zaubern und führt thematisch in die Welt der Hobbits. Der Song besitzt eine angenehm verspielte Seite, verliert dabei aber nie den metallischen Grundcharakter der Band. Gerade diese Mischung aus Fantasy-Flair und musikalischer Energie macht den Einstieg in „Sagendarium“ besonders charmant.
Mit „Reiter Rohans“ geht es anschließend deutlich epischer zur Sache. Rohan, seine Reiter und die Vorstellung von Freiheit, Schlachten und großen Schlachtenbildern liefern eine perfekte Vorlage für einen kraftvollen Metal-Song. SAGENBRINGER schaffen es, diese Bilder musikalisch aufzugreifen und eine Atmosphäre entstehen zu lassen, die an die Weite der Ebenen Rohans erinnert. Der Song wirkt entsprechend groß und hymnisch und gehört zu den Stücken, die man sich sehr gut auch auf einer Bühne vorstellen kann.
Den Abschluss bildet „Haradrim“. Damit rückt ein Volk in den Mittelpunkt, das in Tolkiens Geschichten zwar eine wichtige Rolle spielt, aber längst nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommt wie Hobbits, Elben, Zwerge oder die Menschen aus Gondor und Rohan. Genau hier setzt SAGENBRINGER einen interessanten Akzent. Die Band zeigt, dass Mittelerde aus weit mehr besteht als den bekannten Helden und Königreichen.
Musikalisch funktioniert die EP vor allem deshalb so gut, weil bei SAGENBRINGER die Atmosphäre im Vordergrund steht. Man merkt den Songs an, dass die Band eine klare Vorstellung davon hatte, welche Bilder und Emotionen sie transportieren möchte. Dabei treffen klassische Fantasy-Elemente auf einen modernen Metal-Sound.
Natürlich ist „Sagendarium“ mit rund 14 Minuten Spielzeit eher ein musikalischer Appetithappen als ein abendfüllendes Fantasy-Epos. Aber vielleicht liegt genau darin die Stärke der Veröffentlichung. SAGENBRINGER konzentrieren sich auf Geschichten und erzählen diese kompakt, ohne unnötige Längen.
SAGENBRINGER betreten Mittelerde – und machen daraus ihren eigenen kleinen Metal-Sagenkreis.





