Wie ihr schon in unserem Artikel vom Freitag, 31.07.2026, erfahren konntet, kam es bei mehreren der weit über 80.000 täglichen Besucher zu mehr als fragwürdigen Einlasskontrollen. Wir vom Festivalstalker haben sehr schnell Position bezogen und den Betroffenen eine Stimme gegeben. Dass dies unser ganzes Wochenende bestimmen sollte, war uns in der Redaktion nicht ganz bewusst. Nach dem Bekanntwerden haben sich so viele Menschen bei uns gemeldet, die diese Erfahrung selbst machen mussten und/oder es direkt in ihrem Umfeld mitbekommen haben. Das „Wacken Open Air 2026 Security Gate“ hat bei uns nach wie vor mehr Fragen als Antworten hinterlassen.
„Wir setzten hier in Wacken Zeichen für Völkerverständigung“
Wir hatten auf eine zeitnahes offizielles Statement seitens dem Veranstalter gehofft. Alles was wir bekamen, war eine Nachricht auf Instagram. Das war es… Und auch da mussten wir nachfragen, ob wir diese DM teilen bzw. veröffentlichen dürfen. Mit unserer Veröffentlichung war damit das „Wacken Open Air 2026 Security Gate“ geboren. Auf der abschließenden Pressekonferenz am Sonntag, den 02.08.2026, bezogen die Veranstalter noch einmal Position:
„Wir setzten hier in Wacken Zeichen für Völkerverständigung“ Thomas Jensen (Wacken Gründer und Veranstalter
Daniel Schlatter, Veranstaltungsleiter dazu:“ Wir sind dem sofort nachgegangen und haben festgestellt, dass es bei der Unterweisung der Ordnungsdienste Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Wir sind da mit einem klaren Standpunkt unterwegs, was das Thema Meinungsfreiheit anbelangt.“
„Das unter anderem Patches weggenommen worden seien, das sei nicht korrekt gewesen, das sollte nicht wieder vorkommen, dafür sei gesorgt worden.“ so Thomas Jensen.
Für viele von euch und auch für uns stand das Wacken Open Air immer für Toleranz.
Rassismus, Diskrimierung und Homophobie werden oder wurden immer offen abgelehnt und haben (hatten) auch keinen Platz auf dem Holy Ground.
Metal ist nicht politisch. Doch!
In unseren Augen hat dieses nun deutliche Risse bekommen. Auch wurden Stimmen in den Kommentaren auf Instagram oder Facebook laut, man solle das Politische aus der Musik raushalten. Man wolle einfach nur feiern und gute Musik hören. Da müssen wir leider stark widersprechen, denn Metal war und ist schon immer politisch gewesen. Dieses gilt für beide Strömungen, sei es progressiv oder regressiv/konservativ. Bands wie Hämaton, Sepultura oder Future Palace, Judas Priest und Danko Jones stehen klar für eine offene und tolerante Gesellschaft. Um so verwunderlicher ist da einer der Headliner für 2027: Five Finger Death Punch wurden als Headliner für 2027 bestätigt, und die US Band steht, wenn man sehr genau hinschaut, für exakt das Gegenteil. Metal ist politisch und wird es immer bleiben.

abgerissener und entfernter Patch / Bild von Ehmms (richtiger Name liegt der Redaktion vor)
Wacken Open Air, Save Space für alle
Was sind unser Forderung an den Veranstalter? Wir fordern eine transparente Aufklärung der Geschehnisse. Warum wurden Security-Mitarbeiter mit Ostdeutschland-Basecaps (in altdeutscher Schrift) und einschlägigen rechtsextremen Tattoos (schwarze Sonne) zugelassen? Wie konnte es passieren, dass einzelne Security-Angestellte so agiert haben, wie sie agiert haben. In unserem Verständnis sollte die Security überparteilich, neutral fungieren und für die Sicherheit der Besucher zuständig sein. Besucher in Angst zu versetzen, sollte nicht die Kernaufgabe sein. Versteht sich das Wacken Open Air als Safe Space für alle, so hat dieser 2026 große Risse bekommen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Berlin nicht allzu lange her ist.
Quellen:
- https://www.mopo.de/im-norden/schleswig-holstein/aerger-bei-wacken-festival-ordner-nehmen-besuchern-politische-aufnaeher-weg/4914306#google_vignette
- https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/wacken_open_air/wacken-im-ticker-polizeieinsatz-judas-priest-und-bands-fuer-2027,wackenticker-114.html
- https://www.fr.de/panorama/patch-abreissen-fuehle-ich-mich-hier-nicht-mehr-sicher-wacken-besucherin-muss-anti-afd-94424737.html





