So war es beim Download Festival (UK) 2026

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Stephanie Gerber

Normalerweise sind wir vom Festivalstalker ja vorwiegend auf Festivals deutschlandweit unterwegs, doch dieses Mal haben wir den Sprung über die Nordsee gewagt und berichten euch vom Download Festival 2026 in England. Dieses lief vom 12.-14.06.2026.

Das Download Festival findet seit 2003 jährlich in Donington Park in der Nähe der Städte Derby, Nottingham und Birmingham statt.
Das Event ist direkt auf dem Areal der dortigen Rennstrecke. Etwa 80.000 Rock- und Metalfans kommen jährlich zum Download Festival. Sie zelebrieren gemeinsam an insgesamt drei Festivaltagen Live-Musik sowohl auf Festivalgelände, als auch auf dem Campingplatz. Denn das ist wohl recht selten: Es gibt den sogenannten „District X“ auf dem Zeltgelände. Ein Areal, wo exklusiv Acts spielen, die nicht auf dem Festival auftreten. Dort präsentieren sie unter anderem Akustiksessions oder DJ-Sets.

Insgesamt sind für das Download Festival jedes Jahr immer um die 100 Bands angesagt. Nachdem am Freitag und Samstag auf dem Festival schon Bands wie Limp Bizkit, Guns N’ Roses, Halestorm, Architects, Feeder, All-American Rejects, Cypress Hill, Daughtry, Trivium, Behemoth uvm. gespielt hatten, ging es am Sonntag dann zum finalen Festivaltag.

Der finale Festivaltag

Um 10 Uhr öffneten sich die Tore zum Festivalgelände des Download Festivals. Vorbei an Campingplätzen mit bunten Zelten, Flaggen und denen, die bereits zum Frühstück den Grill anwarfen. Man lief direkt über Teile der Rennstrecke von Donington Park – eine wirklich einzigartige Location.
Von Weitem hörte man noch den finalen Soundcheck vom Headliner des Tages – Linkin Park.

Auf dem Festivalgelände gibt es vier Bühnen: die Dogtooth Stage, die Avalanche Stage, die Opus Stage und die Apex Stage.
Letztere ist die größte Bühne des Download Festivals und der Plan für den Tag war genau an dieser alle Acts mitzunehmen.

Eröffnen durfte diese an diesem Tag die Band Unpeople, die mit ihrem energetischen Live-Sound gut vorlegten und Lust auf den Festivaltag machten.
Die beiden vorderen Pits links und rechts von der T-förmigen Bühne, die von der Hauptbühne weg führte, füllten sich recht schnell. Auch wenn man anhand der T-Shirts und Caps in den ersten Reihen erkennen konnte, wofür die meisten Fans schon so früh da waren. Nämlich um sich einen guten Platz zu sichern für den späteren Headliner Linkin Park. Schließlich war es für die Nu-Metal Band die einzige Show in UK in diesem Jahr.

Die zweite Band Kublai Khan TX brachte aus den USA mit ihrem Metalcore eine ordentliche Power auf die Bühne. So machten sich bereits um kurz nach 11 Uhr zahlreiche Crowdsurfer auf den Weg in Richtung Bühne. Teilweise an die 20 Personen zeitgleich, Fans und Security kamen gleichermaßen ins Schwitzen.
Zum Glück war das Wetter mit ca. 23 Grad und leicht bewölktem Himmel gnädig. Denn wer das britische Wetter kennt, weiß dass das Download Festival normalerweise in etwa so ist wie Rock am Ring – 30 Grad und Sonne pur oder Land unter bei Matsch und Regen – etwas dazwischen gibt es selten. Für ausreichend Wasser wurde im Bühnengraben aber immer gesorgt. Die Rock-Fans zeigten wieder einmal, dass sie eine der friedlichsten und fairsten Menschen sind: sie stellten gegenseitig immer sicher, dass es allen gut geht. Wenn jemand raus aus der Menge wollte, wurde die Person behutsam über die Barrikade gehoben und von der Security in Empfang genommen.

Anschließend kam RØRY auf die Bühne und damit eines der Highlights des Tages. Die Rock-Musikerin berichtete, dass sie eigentlich ihren Traum von der Musikkarriere aufgeben wollte und es noch ein letztes Mal versuchen wollte. Dies schien ihr gelungen zu sein, denn sie stand nun umso erfolgreicher und sichtlich gerührt mit Tränen in den Augen auf der Hauptbühne des Download Festivals 2026. Sie präsentierte unter anderem ihre neuste Single „Strange“.

Danach hatten die Booker:innen vom Download Festival etwas Besonderes ausgewählt, nämlich Bloodywood direkt aus Indien. Die Nu Metal-Band brachte mit ihrem Mix aus Rock, Metal und Elementen aus Folk Metal und Metalcore einen ganz neuen Sound auf die Bühne, den so wohl niemand Vergleichbares aktuell in der Szene bieten kann. Dieser gefiel auch dem Download Festival-Publikum, denn schon zu diesem Zeitpunkt schien die Stimmung auf dem absoluten Höhepunkt.

Dass dieses Mal beim Download Festival noch mehr auf Diversität was FLINTA*-Acts angeht, geachtet wurde, merkte man auch am nächsten Act des Tages: The Pretty Reckless aus den USA. Mit ihrem Mix aus Hard Rock, Post-Grunde und Alternative Rock, konnten sie das Publikum mehr als begeistern. Frontfrau Taylor Momsen fiel es nicht schwer die Energie der Live-Show mit Leichtigkeit auf die Masse zu übertragen und diese dazu zu bringen ausgelassen zu Tanzen und zu Singen.

Nächster Act des Tages waren die Ice Nine Kills. Die amerikanische Heavy Metal-Band brachte ihre von Horrorfilmen inspirierten Bühnenshow mit. Diese war nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen ein wahrliches Spektakel und traf bei den Download Festival-Fans auf große Begeisterung.

Die Crowd musste nicht lange auf das nächste Highlight warten. Um 19 Uhr kündigte sich die US-amerikanische Metalcore-Band Bad Omens an. Ursprünglich hätten diese bereits 2024 auf der zweitgrößten Bühne des Download Festivals spielen sollen. Doch daraus wurde nichts: Die Band sagte damals alle Auftritte aufgrund von Burnout ab. Umso mehr waren die Fans auf die diesjährige Performance gespannt. Mit „Specter“ wurde das Set eröffnet und die kraftvolle Stimme des Sängers Noah Sebastian ließ sofort Gänsehaut aufkommen. Die Mischung aus powervollen und gefühlvollen Songs machte den Auftritt der Bad Omens aus. Die Setlist bestand aus insgesamt 14 Songs. Von alten bis neuen Liedern, wie etwa der aktuellsten Single „Left For Good“. Alles untermalt von einer Feuershow und zahlreichen Crowdsurfern.

Der Headliner: Linkin Park

Nach einer Stunde Umbaupause, war die Spannung des Publikums auf den Headliner Linkin Park kaum mehr auszuhalten. Im Publikum wurde es noch einmal deutlich voller. Plötzlich startete ein Film-Trailer von Linkin Park, der unter dem Titel „Unshatter“ einen bald erscheinenden Kino-Film über die neue Ära der Band ankündigte. Die Fans jubelten begeistert.
Nach dem Tod des ehemaligen Sängers Chester Bennington 2017, machte die Band eine 7-jährige Pause. 2024 gaben sie ihr Comeback bekannt und stellten die Dead Sara-Frontfrau Emily Armstrong als neue Sängerin vor. Der ehemalige Schlagzeuger Rob Bourdon stieg selbst aus der Band aus und findet nun durch Colin Brittain einen würdigen Nachfolger. Gitarrist Brad Delson ist zwar noch Mitglieder der Band, wird aber bei Live-Auftritten vom Gitarristen Alex Feder vertreten.

Dann startete ein 10-minütiger Countdown.
Als dieser abgelaufen war, wurde die Bühne dunkel, das Download Festival-Publikum wurde lauter und lauter. Ein Laser und die Intro-Musik machten auf den Anfang der Show aufmerksam. Nach und nach betraten die einzelnen Mitglieder von Linkin Park die Bühne des Download Festivals.
Mit „The Emptiness Machine“ aus dem neusten Album („From Zero“) startete die Show. Das Download Festival-Publikum war selbst nach diesem langen Festival-Tag noch voller Energie und war von Song 1 an mehr als nur dabei.

Linkin Park sind dafür bekannt bei jeder Show wechselnde Setlists zu haben und auch so war es dieses Mal eine echte Überraschung. Ein Mix aus neuen Songs und Klassikern wurde den Leuten vor Ort geboten. Ob „Crawling“, „Somewhere I Belong“ oder dem emotionalen „Waiting For The End“. Am Ende blieb kein Wunsch offen. Beim Song „The Catalyst“ gab es das erste Mal Konfetti. Sängerin Emily Armstrong wanderte den langen Catwalk der T-förmigen Bühne hinunter. Dabei blickte sie direkt in den Sonnenuntergang, der den Himmel in eine fast schon romantische Stimmung aus Gelb- und Rottönen tauchte. Ein Moment für die Ewigkeit.

Auch Fort Minor-Fans (ein Nebenprojekt von Bandgründer Mike Shinoda), kamen auf ihre Kosten. Der Song „Where’d You Go“ war ebenfalls Bestandteil des Sets. Normalerweise fragt Sänger und Rapper Mike Shinoda davor immer, wer alles die Band Fort Minor kennt. Dieses Mal fragte er jedoch völlig überraschend nach der Band Dead Sara. Emily Armstrongs andere Band, die sich darüber sehr verwundert zeigte und lachte. Ein kleiner Spaß am Rande zwischen den beiden. Die Dynamik zwischen ihr und Mike Shinoda auf der Bühne war geprägt von etlichen Späßen und man merkte wie viel Freude ihnen diese neue Ära bringt.
Für den Song „Two Faced“ gingen sie erneut auf die kleine Bühne am Ende des Catwalks. Dort ließ es sich Mike Shinoda nicht nehmen, Emily Armstrong noch einmal zu würdigen. Sie sei schließlich die erste weibliche Headlinerin des Download Festivals jemals. Emily Armstrong war gleichermaßen gerührt und fast schon peinlich berührt von so viel Aufmerksamkeit. Mike Shinoda bat für diesen besonderen Anlass und Moment rein weibliche Circle Pits für den kommenden Song zu bilden. Emily Armstrong ließ sogleich verlauten, dass sie der Anblick davon sehr glücklich mache.

Wieder zurück auf der Hauptbühne folgten weitere Linkin Park-Evergreens wie „A Place For My Head“ oder „One Step Closer“. Bei letzterem Song musste die Show einmal kurz gestoppt werden, da sich jemand im Publikum verletzt hatte. Nach einer kurzen Unterbrechung ging es dann aber sofort weiter.
Nicht nur ekstatische Songs, sondern auch leisere Töne wurden angestimmt. Zum Beispiel der Titel „Lost“. „Breaking The Habit“ und weitere Songs der ersten Alben ließen einen gemeinsam mit der Band wieder zurück in die frühen 2000er reisen. Nostalgie pur!

Vor der Zugabe folgten dann noch die hochenergetischen Songs „Heavy Is The Crown“ und „Bleed It Out“. Es gab niemanden, der zu diesem Zeitpunkt nicht mitsang oder mittanzte. Und auch die Crowdsurfer wurden mehr und mehr. Vorne an der Bühne kamen im Sekundentakt neue an. Bei der Zugabe ging es immer weiter so. Das Download Festival zeigte einmal mehr, warum es zu den größten und besten Rock-Festivals der Welt gehört.
Mit „Papercut“, „In The End“ und „Faint“ wurden noch einmal absolute Hits ausgepackt und das grande Finale eingeläutet. Auf dem Download Festival gab es kein Halten mehr. Der Konfetti-Regen bot dem Abschluss des Sets den gebührenden Rahmen.

Die Band bedankte sich am Ende mit einem großen Lächeln auf den Lippen für diesen grandiosen Abend. Linkin Park haben mal wieder gezeigt, warum sie eines Headliners absolut würdig sind: eine powervolle und hochemotionale Live-Show mit atemberaubenden Licht- und Soundeffekten. Klassikern sowie neuen Songs. Und nicht zuletzt mit einer absoluten Liebe und Leidenschaft für das was sie tun.