Eine beständige Erfolgsgeschichte
Future Palace aus Berlin legen mit „Resurgence“ bereits ihr viertes Album seit 2020 vor. Es ist der Nachfolger des vielseitigen „Distortion“, welches 2024 erschien. Das 2018 gegründete Trio um Sänger-Songwriterin Maria Lessing verbindet tiefgreifende Texte mit brachialen Breakdowns und unterlegt diese mit eingängigen Melodien. Über die vergangenen Jahre hinweg schafften es Future Palace kontinuierlich den eigenen Erfolg auszubauen, während sie ihren Musikkatalog um neue Einflüsse erweiterten. Der neue Longplayer fasst zwölf Songs und wird durch eine europaweite Headlinertour im Herbst unterstützt.
Abstieg in die Hölle
„Deep Blue“, Titel der gleichnamigen Tour im Herbst, bietet einen fulminanten Ein- bzw. Abstieg in das Viertwerk. Lyrisch führt uns Sängerin Maria hinab in die Tiefen der Unterwelt. Begleitet von hellen Synthesizerklängen baut der prägnant gestaltete Song zum Ende hin einen beeindruckenden Breakdown auf, der Marias bisher ambitioniertesten Screams zum Vorschein bringt. Direkt nach dem Abstieg in die Tiefe erleben wir mit „Resurge“ die Auferstehung aus dem Abgrund. Als besonders beeindruckend erweist sich hier der mitreißende Refrain sowie die Nu-Metal inspirierte musikalische Begleitung.
„Resurge“ – Musikvideo
Explosiver Stern
Das Herzstück des Albums bildet Track Nr. 3 „Supernova“. Hier kommen Future Palace Fans voll auf ihre Kosten. Ein Synth-Drum Beat führt zu einem überzeugenden Pre-Chorus, welcher in einen packenden Refrain mündet. Die akustische Bridge leitet über zum Riff-Breakdown, der den Song abschließt. Alles begleitet von den dystopischen Weltuntergangs-Lyrics. Es folgt der Mitteteil des Albums, der bisher unbekannt war, da keiner der sieben Songs als Single veröffentlicht wurde. Das liegt aber offensichtlich nicht an der fehlenden Qualität hinsichtlich Songwriting und Produktion. Gerade „Nixy“ und „Disintegrate“ bauen ein ordentliches Tempo auf und verleiten zum Headbangen.
„Supernova“ – Musikvideo
Ebbe und Flut
Das etwas ruhigere „Ebb and Flow“ greift die Zweischneidgkeit des Lebens auf und lässt den Zuhörer wortwörtlich im Schlamm versinken. Hier hätte es bestimmt nicht geschadet die Vocal-Effekte etwas zurückzuschrauben, hinter denen sich Maria sicherlich nicht verstecken muss. Das klavierbegleitete „Tidal Waves“ bietet einen emotionalen und tiefgreifenden Kontrast zum bisherigen Album. Maria Lessing gewährt tiefe Einblicke in eine traumatische Vergangenheit und die tiefe Verbindung zu ihrer Schwester. Besonders das begleitende Musikvideo dürfte für einige Tränen sorgen. Mit „Cyclone“ findet „Resurgence“ einen würdigen Gipfel. Es geht darum die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich selbst zu versprechen nicht zurückzublicken.
Musikvideo „Tidal Waves“:
Fazit
Future Palace schaffen es tatsächlich mit „Resurgence“ ihrer ohnehin schon soliden Diskografie nochmals einen neuen Anstrich zu verleihen. Gerade was den Gesang betrifft, schafft es das Trio nochmal eine Schippe auf alles bisherige draufzulegen, obwohl seit dem Vorgänger nicht mal zwei Jahre ins Land gezogen sind. Auch die Produktion, Effekte und Instrumentalteile erweisen sich als echter Hinhörer. Die Platte sollte Future Palace die Türe zu (noch) größeren Bühnen öffnen und das Live-Set um wichtige Einflüsse ergänzen.
Redaktioneller Hinweis (JM): Die vergebene Punktzahl für „Artwork“ geht nicht in die Gesamtpunktzahl mit ein, da diese nur die musikalische Qualität widerspiegeln soll. Es wird versucht alle Bands/Künstler im Kontext ihrer derzeitigen Größe und Möglichkeiten zu bewerten.





