Local Core Festival

Am 05. September sollte das Local Core Festival in der Markthalle Hamburg in der nun dritten Auflage stattfinden. Wir waren für euch dabei und wollen ein klein wenig darüber berichten, natürlich haben wir auch jede Menge Bilder im Gepäck. Wie schon der Name sagt, ging es ausschließlich um Core. Es wurde neben Hardcore auch Metalcore in diversen Stilrichtungen gespielt. Headliner des Abend waren die Lokalmatadoren von Dagger Threat und die aus Ganderkesee (ist bei Bremen) kommende Band Maelføy. Der Einlass war 16 Uhr, die Tickets an der Abendkasse unter 30€ und Start des Festivals sollte 17 Uhr sein.

Das Line Up haben wir in unseren Artikel dazu schon vorgestellt. Gerne hier noch mal lesen >click me<. Der Timetable sollte entesprechend folgendermaßen aussehen:

  • 17-17.30 Uhr Windshaped
  • 17.50-18.20 Uhr Luther
  • 18.40-19.10 Uhr Protovibe
  • 19.30-20.05 Uhr Bad Blood Exhaust
  • 20.25-21.00 Uhr HeadGear
  • 21.20-22.10 Uhr Dagger Threat
  • 22.30-23.20 Uhr Maelføy
  • 23.20-ca 1 Uhr Aftershow Party

 

Windshaped

Ohne großes Vorgeplänkel starten Windshaped in den Abend. Man merkt, die Jungs haben Bock und geben direkt Vollgas, die schon gut besuchte Markthalle bekommt direkt aufs Ohr. Sänger Erik springt wie ein Flummi über die Stage, das macht es für mich als Fotografen teilweise nicht einfach, seine Energie gebührend einzufangen. Musikalisch spielen Windshaped einen schönen Melodic Metalcore, der Gesang wechselt abwechselnd von klaren Parts, um direkt wieder in Screams und Growls überzugehen. Die Breakdowns gehen ins Ohr und lassen Raum für Spannung und Emotionen. Ein gelungener Start in das Festival.

 

Luther

Als zweite Band sollte Luther aus Berlin die Stage rocken. Frontfrau Leo haut ihre Vocals ungefiltert ins Mikro. Mal zerbrechlich, weich und sanft, um einen Atemzug später direkt wieder in tiefe Screams und Growls zu wechseln. Die erst zwei Jahre  alte Band Luther beweist eindrucksvoll, warum man sie auf dem Schirm oder Radar haben sollte. Der Sound der Band bewegt sich zwischen Progressive, Hardcore, Emo und Nu-Metal und hinterlässt somit einen sehr groovigen Eindruck. Luther hat mich definitiv überzeugt und war meine erste Entdeckung des Abends.

Protovibe

Was erwartet einen, wenn das Intro mit „If you’re happy and you know it“ beginnt? Definitiv eine Menge Spaß mit Protovibe. Nach dem Intro sollte es auch direkt losgehen, mit auf Djent gestimmten Gitarren und groovgen Synthesizer-Beats. Das beschreibt den Sound von Protovibe auch schon sehr gut. Die elektronischen Beats bringen sich gut abgestimmt ein, ohne überlagernd zu sein. Protovibe selbst mussten ihr Set mit einem Handicap starten. Gitarrist Thomas, der für den cleanen Gesang eigentlich zuständig ist, konnte aufgrund einer Erkältung seine Parts nicht singen. Ab Mitte des Sets hat er es sich aber dann doch nicht nehmen lassen, seine Parts zu singen. I called it Leidenschaft und diese habe ich absolut nicht vermisst. Ein starker Auftritt.

Bad Blood Exhaust

Weitaus düsterer und roher sollte es nach der Umbauphase mit Bad Blood Exhaust um kurz nach halb acht weitergehen. Industrial Metalcore mit klarer Haltung und aufwendigem Make-up samt eigener Lichtshow sind das, was Bad Blood Exhaust auszeichnet. Auch waren Bad Blood Exhaust für die einzigen Crowdsurfer an diesem Abend verantwortlich. Die Secu war not amused, ich habe es gefeiert. Während die Gitarren klassisch im Industrial-Style geschreddert werden, kamen die Vocals einfach brutal durch. Die eigene Lichtshow rundet das Gesamtpaket sauber ab.

HeadGear aus Bremen

HeadGear aus Bremen verschmelzen Progressive Metal mit klassischem Metalcore und lassen die Markthalle mit ihrem Sound beben. Immer wieder schön zu sehen, wie die Band in ihrem Zusammenspiel harmoniert und auch das Publikum mitgenommen wird. Einer der Signature Moves von HeadGear ist zweifelsfrei, wenn sich die beiden Gitarristen in die Crowd stürzen und dort weiter performen, während um sie herum ein Circle Pit Kreise dreht. HeadGear hat zweifelsfrei bewiesen, warum sie im norddeutschen Bereich eine feste Größe sind. Nehmt es mir nicht übel wenn davon keine Bilder vorhanden sind denn ich mag mein Equipment.

Dagger Threat

Die zweite Entdeckung des Abends waren für mich Dagger Threat aus Hamburg. Wenn Nu-Metal auf Hardcore trifft, da bin ich dabei. Frontmann Tim legte an diesem Tag eine unglaubliche Energie an den Tag, die Vocals wurden regelrecht ins Mikrofon geprügelt. Ich fürchte, Kompressor und Limiter sind bei dieser Performance das ganze Set am Limit gewesen. Leider geil, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die Breakdowns kamen wuchtig und die Riffs kompromisslos. Wer Dagger Threat im Lineup hat, ist sich dem Moshpit sicher. Ich hätte mir gewünscht das Dagger Threat als einer der Headliner zum Schluss gespielt hätten.

Maelføy

Die aus Ganderkesee, bei Bremen, stammende Band Maelføy hat es ironischerweise selbst vorweggenommen, dass es jetzt wesentlich ruhiger wird und es wie ein kleiner Rausschmeißer wirkt. Sie sollte mit der ersten Aussage recht behalten, es wurde massiv ruhiger. Die Crowd ist aber geblieben, was wichtig und richtig ist. Musikalisch sind Maelføy mit ihrem sehr melodischen Core dennoch über jeden Zweifel erhaben. In der Mitte ihres Sets wurde es dann richtig kuschelig, wer Maelføy kennt, der weiß, es ist Zeit für das Akustikgitarren-Element in ihrem Set. Feuerzeuge wurden gezückt, und so wurde es für einen Moment romantisch in der Markthalle.

 

Local Core Festival – die dritte Auflage

Auch die dritte Auflage des Local Core Festivals in der Hamburger Markthalle war ein voller Erfolg. Das Lineup war abwechslungsreich, und es war für jeden Core-Fan etwas dabei. Ob Metalcore, Hardcore oder Trancecore, es gab für jeden etwas auf die Ohren. Das Ticket, das mit 27 € im VVK mehr als fair bepreist war und ist, hat sich gelohnt. So kamen auch dieses Jahr über 1000 feierwütige Core-Fans auf ihre Kosten. Ich persönlich hätte mir stimmungstechnisch nur Maelføy vor Dagger Threat gewünscht. Aber das ist nur ein Abzug in der B-Note, denn das Eintages-Indoorfestival empfand ich als vollen Erfolg.