Erscheinungsdatum: 06.11.2026
Label: Gottesrache Records
Stil: Melodic Death Metal mit Einflüßen aus Pagan und Black Metal
Herkunft: Deutschland
Was haben Zwerge, Elfen, Magier und Ritter gemeinsam? Richtig, sie sind oft die Protagonisten epischer Fantasy-Geschichten oder -Filme, aber es gibt sie auch in Spielen. Wie bei Das Schwarze Auge, einem Pen-and-Paper-Rollenspiel, das mittlerweile Legionen von Menschen in seinen Bann gezogen hat.
Warum um Himmels willen erzählt der Typ uns das jetzt? Tja, ich möchte euch hier eine Band vorstellen, die sich vollständig mit dem DSA-Virus infiziert hat und kurzerhand ein neues Genre für ihre Musik erfunden hat: Role-Playing-Metal.
Bosparans Fall bieten auf Götterspiel: Namenlose Tage eine Melange aus Melodic Death-, Black- und Pagan Metal mit deutschen Texten, wobei ich Letzteren eher als untergeordnet wahrnehme. Namenlose Tage ist das zweite Album der Band und zugleich der zweite Teil einer Albumtrilogie rund um den Ritter Alrik Immerda.
Die Produktion ist durchaus differenziert, weist aber leichte Schwächen in der Balance auf, was den Hörgenuss allerdings nur wenig schmälert. Was hier sehr gut funktioniert, sind die geschickt eingewobenen Orchestrierungen, die nie zu aufdringlich wirken oder die Songs kitschig erscheinen lassen. Die Growls und Screams sind gut, wirken aber leider manchmal etwas zu harmlos. Außerdem kommen in den Songs Spoken-Word-Passagen zum Einsatz, um die Geschichte voranzutreiben. Die Texte sind, alle auf deutsch gehalten.
Musikalisch erfindet man das Rad sicherlich nicht neu, was auch gar nicht nötig ist, denn diese Jungs machen ihre Sache mehr als ordentlich. Die Songs sind gut durchdacht, dynamisch und abwechslungsreich und bewegen sich, was das Songwriting betrifft, auf einem hohen Niveau. Instrumental sind die fünf Jungs aus Süddeutschland allesamt fit und bieten eine mehr als solide Vorstellung.
Alle neun Songs sind überdurchschnittlich gut bis sehr gut, und in meinen Augen gibt es keinen Filler. Im Gegenteil: Mit dem Titelsong, der bereits alle Trademarks der Band beinhaltet – geile Melodien treffen auf rasende Passagen, die in ruhige, erhabene und mit Spoken Words versehene Parts übergehen –, dem hymnischen „Das letzte Banner“ und dem Rausschmeißer „Dort, wo keine Sonne mehr scheint“ haben die Jungs gleich drei absolute Volltreffer auf der Habenseite. Bei Letzterem fräst sich die Melodie erbarmungslos ins Gehirn.
Wer auf Bands wie At the Gates, Amon Amarth und Unleashed steht, sollte den Jungs auf alle Fälle eine Chance geben.





