Die Gelsenkirchener Old Ruins sind mit ihrem 2. Album „Mount Arreat“ am Start, welches am 18.09.2026 via SickTaste Records veröffentlicht wurde. Wenn eine Band aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft sich eines meiner liebsten Videospiele vornimmt, dann werde ich durchaus hellhörig.
Nach dem Debüt von „Always Heading East“ (2023) bleiben sie weiterhin im Universum von Diablo II: Lord of Destruction und „Mount Arreat“ trägt den Namen des heiligen Bergs der Barbaren. Man muss das Spiel jedoch nicht kennen, denn Krieg, Verlust und der Kampf gegen eine übermächtige Bedrohung funktionieren im Zweifelsfall auch ohne Vorwissen.

V. l. nach r.: Oliver Krajewski (Bass), Ersin Kara (Rythm Guitar), Christian „Kraje“ Krajewski (Vocals & Lead Guitar), Mike Gelnar (Drums)
Musikalisch pendeln die vier zwischen melodischem Black Metal und epischem Heavy Metal, mit klarer Dissection-Schlagseite. Doch hört man auch eindeutig Inspirationsquellen wie Immortal zu Zeiten von „At the Heart Of Winter“ heraus, oder auch I mit Ihrem Meisterwerk „Between Two Worlds„.
Gelungenes Opening!
Der Opener „Once There Was Light“ legt die Messlatte hoch: schleppend, mit eisigen Leads und auch erzählenden Clean-Parts, die erstmalig in der Bandgeschichte seit 2019 zum Einsatz kommen. Zudem ist der Song als Appetitanreger in einer Musikvideo Auskopplung am 24.07.2026 auf YouTube erschienen, um die Wartezeit auf „Mount Arreat“ zu überbrücken. Daher Film ab!
„Gates Of Harrogath“ ist der 2. Song der Scheibe und dieser wird per kurzen Akkustik Intro an der Gitarre eingeleitet, damit darauf das ganze in einem Blast Beat Part mündet. Doch Old Ruins lässt hier nicht durchgehend den Hammer kreisen, wie der Wirbelwind Barbar, sondern der Song weiß auch definitiv zu grooven.
Bei „Call To Arms“ habe ich für eine Sekunde das Gefühl, dass hier etwas „Freezing Moon“ von Mayhem als Intro Schablone diente. Das Gefühl ist aber sofort hinfällig, da wir es nun mit diversen Gallopp Parts auf der Gitarre durch Ersin und Kraje zu tun bekommen. Diese könnten auch aus der Feder Abbaths stammen.
Stay a while and listen…
„Uileloscadh Mor“ ist mit über sieben Minuten das längste Stück. Dieser dürfte Summoning-Fans vom Aufbau gefallen, in punkto epischem Keyboard Intro und Mikes groovigem Tom-Tom Einsatz. Der Zungenbrecher kommt übrigens aus dem Gälischen und bedeutet auf die Diablo II Thematik bezogen, die letzte Schlacht bzw. den großen Weltenbrand. Wir legen euch hier unser Interview mit den sympathischen Jungs nahe, wo u.a. die gesamte Lore genaustens beleuchtet wird.
„Nihlathak“ ist die rohe und aggressive Seite von Old Ruins, ein Schlachtfeld aus Blast Beats. Passend zum namensgebenden Fiesling im Spiel gefällt mir dieser vom Härtegrad subjektiv am besten. Der Song ist auch vor dem Release bereits einige Male in diverse Pits abgefeuert worden und sorgte für kreisende Matten.
Auf dem Gladbecker Metal Bash 2025 ist zum 1. Mal offiziell die Rede von einem Artwork zu „Mount Arreat“, erstellt von Timon Kokott. Kraje verrät in dem o.g. Interview, dass sich in dem Gemälde alle Handlungsstränge des Spiels und der Scheibe wiederfinden lassen. Doch trägt der Song auch alle Trademarks der Scheibe? Die Antwort lautet eindeutig ja! Der Song entwickelt sich wieder aus einem Akkustik Intro und es gibt Groove und Geballer, als auch eine wunderbare Melodieführung an der Gitarre.
Das letzte Gefecht
„Lord Of Destruction“ ist der gleichnamige Titel zu dem Expansion Pack, welches Diablo 2 zu dem entsprechenden Kult Status verhalf. Der Song hat einen epischen Auftakt und stapft vorerst wie Baals Armee von Dämonen vor sich hin. Zur Hälfte wird das Tempo massiv angezogen, was mir persönlich sehr gefällt.
Dem letzten Song „Tyrael’s Despair“ hat man auch eine Videoauskopplung verpasst und für mich zählt er auch zeitgleich mit zu den Anspieltipps des Albums. Besonders die verzweifelten Vocal Passagen empfinde ich zum Setting genial, da keiner so genau weiß was nach der Zerstörung des Weltensteins passieren wird. Das Video zu dem krönenden Abschluss gibt es hier:
Fazit:
Old Ruins haben mit „Mount Arreat“ eine wahre Melodic Black Metal Perle geschaffen. Im Vergleich zum Erstling ist das Album abwechslungsreicher, kompromissloser und zeitgleich epischer. Hier bemerkt man auch einen künstlerischen Reifungsprozess im Songwriting, so dass man sich vor diversen Referenzgrößen nicht verstecken braucht. Daher geht hier eine unbedingte Kaufempfehlung an alle raus, die dem melodischen Black Metal etwas abgewinnen können.
Tracklist:
01. Once There Was Light 5:47
02. Gates Of Harrogath 4:51
03. Call To Arms 5:01
04. Uileloscadh Mor 7:27
05. Nihlathak 5:15
06. Mount Arreat 6:25
07. Lord Of Destruction 5:36
08. Tyrael’s Despair 6:17
Sick Taste Records · 18.09.2026 · 8 Tracks · ca. 47 Minuten





