Nicotine Dolls in Hamburg

Nicotine Dolls
Fotocredit:
Frances

Die amerikanische Indie-Rock Band Nicotine Dolls kamen im Herbst 2026 für ein paar Shows nach Europa. Auch Deutschland stand das erste Mal mit auf der Liste. Mit dabei waren die Städte Berlin, Hamburg und München. Wir vom Festivalstalker waren für euch in Hamburg mit dabei!

Am 11. Oktober 2026 war es endlich soweit und die Nicotine Dolls heizten das Übel und Gefährlich in Hamburg ordentlich ein. Die Indie-Rock Musik der Band passte perfekt zur Atmosphäre der Location im alten Bunker. Und auch die Fans waren Feuer und Flamme für die amerikanische Band und hießen diese herzlich willkommen in Hamburg.

Bereits vor Beginn der Show konnte man beobachten, wie sich das Übel und Gefährlich Stück für Stück füllte und die Vorfreude bei den Fans sichtlich stieg. Eine halbe Stunde nach planmäßigem Beginn ging es dann um 20:30 Uhr endlich los. Und obwohl sich der Beginn etwas verschoben hatte, änderte dies nichts an der guten Stimmung der Fans. Das Licht ging aus und die Nicotine Dolls betraten unter tosendem Applaus und kräftigen Jubelschreien die Bühne. Und dann ging es auch schon los mit dem ersten Song des Abends „How Do You Love Me„. Die ersten Songs heizten das Publikum bereits ordentlich ein. Auch die Band hatte offensichtlich sehr viel Spaß an diesem Abend und brachten eine Menge gute Laune und sehr viel Energie mit.

Nach den ersten drei Songs stellten sich die Nicotine Dolls einmal kurz vor und sagten, dass sie froh seinen heute hier sein zu dürfen. Sie erzählten außerdem, dass sie aus Amerika kommen und aktuell alles Andere als zufrieden mit der derzeitigen Regierung seien. Dies erzählte der Frontsänger auf einer sehr satirischen Weise, welche das Publikum zum Schmunzeln brachte. Danach folgte der bisher noch unveröffentlichte Song „Wild„.

Danach ging es direkt weiter mit einem Song, welcher anders als die anderen Songs eher dem Country Stil zuzuordnen ist. Dabei handelte es sich um den Song „Next To Me„. Zum Ende des Songs fing der Pianist an Akkordeon zu spielen, womit er sowohl das Publikum als auch seine Band überraschte. Von beiden Parteien erhielt er sehr viel Zuspruch. Seine Band drehte sich zu ihm um und fing an zu tanzen, während das Publikum laut applaudierte und ihm zujubelte. Nach dem Song betonte der Frontsänger nochmal wie krass es war, als sein Bandkollege auf einmal das Akkordeon auspackte und darauf spielte. Dies war definitiv ein Highlight des Abends!

Einen Song später wurde die Location für den noch unveröffentlichten Song „To The Wolves“ in blaues Licht getaucht. Dies verlieh der Performance eine ganz besondere Atmosphäre. Zudem merkte man im Publikum direkt, dass der Song zumindest live sehr gut ankommt. Man darf also gespannt sein auf den offiziellen Release. Und wenn es soweit ist, sollte man dort unbedingt mal reinhören!

Bei dem nächsten Song, der gespielt werden sollte handelte es sich um einen Love Song. Doch bevor dieser losging, fragte der Frontsänger der Nicotine Dolls das Publikum, wie man denn ‚Fuck‘ auf Deutsch sagte. Daraufhin bekam er ein lautes „Fuck“ vom Publikum zurück, was der Frontsänger mit einem „Oh Wow.“ kommentierte und im Publikum für ordentliche Lacher sorgte. Dann hörte man von weiter hinten aus dem Publikum ein „Verfickte Scheiße“. Dies wurde nach einem Hinterfragen des Frontsängers natürlich direkt ins Englische übersetzt. Das kommentierte dieser wiederum nur noch mit einem „You’re crazy here!“ („Ihr seid verrückt hier!“). Nach dieser eher unpassenden Ansprache folgte dann endlich der versprochene Love Song „Till We Both Say„.

Danach folgte der Song, welcher als nächstes veröffentlicht wird. Dieser wird auf dieser Herbst Tour gespielt um zu testen, wie dieser bei den Fans ankommt. Dabei handelt es sich um „Gimme Sympathy„. Am Ende des Liedes gab es sehr viel Zuspruch vom Publikum. „Gimme Sympathy“ von den Nicotine Dolls sollte man kommende Woche auf jeden Fall auf dem Schirm haben.

Weiter ging es dann mit einem etwas älteren Song, nämlich mit „With A Little Help From My Friends„. Beim Refrain konnte man im gesamten Übel und Gefährlich beobachten, wie die Fans die Arme nach oben ausstreckten und diese zum Takt der Musik hin und her bewegten. Dies sorgte für einen wunderschönen Moment.

Für das nächste Lied verließ die gesamte Band, außer der Frontsänger, die Bühne. Dieser stand dann alleine mit seiner Akustik Gitarre in einem hellen Lichtkegel auf der Bühne. Er sagte aus Spaß, dass er jetzt „Wonderwall“ von Oasis spielen wird. Als laut gejubelt wurde, nahm er das jedoch ganz schnell wieder zurück und sagte, dass dieses Lied bereits zu oft gespielt wurde. Er spiele nun einen seiner eigenen Songs folgen. Dann stimmte er die ersten Töne von „Wonderwall‚ auf seiner Gitarre an, was für lautes Jubeln im Publikum sorgte. Daraufhin fing der Frontsänger kurz an zu lachen und sagte „They believe it every time.“ („Sie glauben es jedes Mal.“). Nach einem kurzen Moment Ruhe folgte der Song „Nothing I Do“ von den Nicotine Dolls.

Danach betrat die restliche Band wieder die Bühne. Der darauffolgende Song war „Punch Drunk„. Dieser handelt laut den Nicotine Dolls davon, dass man Jemanden liebt, der einem nicht gut tut. Aber man schafft es auch nicht, sich aus dieser Beziehung zu lösen, obwohl man genau weiß, dass es so besser wäre. Eine Situation, die der eine oder andere vielleicht schon einmal genau so erlebt hat.

Mit „Enemy“ ging es mit einem schnelleren Rhythmus und deutlich mehr Power weiter. In „Enemy“ geht es darum, dass manche Menschen keine Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen. Stattdessen schieben diese Leute die Schuld auf Andere und machen Außenstehende für Sachen verantwortlich, die sie nicht getan haben.

Beim darauffolgenden Song kannte auf jeden Fall jeder, wirklich jeder im Übel und Gefährlich den Text. Es wurde lautstark mitgesungen und sich ordentlich zur Musik bewegt. Es kam ein gewisses Gefühl von Gemeinschaft auf und die Atmosphäre im Raum war ganz besonders. Bei dem Song handelte es sich um eine Coverversion von dem Song „The Best“ von Tina Turner. Nach dem Cover folgte noch der Song „What Makes You Sad“ von den Nicotine Dolls. Danach verließ die Band unter tosendem Applaus die Bühne.

Doch dies sollte noch nicht das Ende des Abends sein. Nach immer lauter werdenden Rufen nach einer Zugabe betraten die Nicotine Dolls noch einmal Bühne. Nachdem die Jubelschreie vom Publikum allmählich verstummt waren, fragte der Frontsänger, ob die Fans noch einen Song hören wollen. Dies wurde natürlich mit sehr viel Applaus und Zurufen positiv kommentiert. Daraufhin folgte ein Cover von „Whole Lotta Love“ von Led Zeppelin. Danach bedankte sich die Band beim Publikum, verbeugte sich und verließ unter lautem Applaus die Bühne.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Nicotine Dolls für einen erstklassigen Abend im Übel und Gefährlich in Hamburg gesorgt haben. Dies geschah hauptsächlich durch die starke Bühnenpräsenz der Band und einer abwechslungsreichen Setlist aus neuen, sowie alten Songs und einigen Covern. Aber auch die Fans, welche so zahlreich erschienen sind und für gute Stimmung gesorgt haben, leisteten ihren Teil um die Show zu einem unvergesslichen Abend zu machen. Wer die Nicotine Dolls noch nicht live gesehen hat, sollte dies bei der nächsten Gelegenheit unbedingt nachholen!