Erscheinungsdatum: 06.11.2026
Label: Century Media Records
Stil: Downtempo Deathcore
Herkunft: Niederlande/ Slowenien
Du leidest unter Verstopfung und findest keine Lösung? Abführmittel helfen nicht? Dann kommt hier das perfekte Mittel, bevor man zum Klistier greift: Into Despair, das mittlerweile fünfte Album von Distant, drückt dermaßen aufs Gedärm, dass alles rausmuss.
Die niederländisch-slowenische Downtempo-Deathcore-Band nimmt auch mit ihrem neuen Album keine Gefangenen und vernichtet jegliches Wohlbefinden mit ihrem zermürbenden, alles niederwalzenden Monster aus Dissonanz, Düsternis und eisiger Kälte.
Hier gibt es keinen Platz für Licht, nur Dunkelheit, keine Liebe, nur abgrundtiefen Hass.
Was mir beim Hören als Erstes aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Produktion nicht ganz so künstlich klingt wie bei anderen Vertretern dieses Genres. Vor allem die Drums klingen nicht so übertrieben glattgebügelt und lassen einen noch erahnen, dass hier Menschen aus Fleisch und Blut am Werk sind.
Die Growls, Squeals, Grunts und Screams von Alan Grnja sind, wie auf allen Distant-Alben, so böse, dass selbst Satan persönlich Angst davor bekommen würde!
Aber was ist ein geiler Frontmann ohne eine noch geilere Band dahinter?
Was die Jungs hier abliefern, ist nicht mehr normal! Sie erschaffen Klanggebilde, die bis an die Schmerzgrenze gehen. Doch kurz bevor es zu schmerzhaft wird, wird man durch drastische Tempowechsel und Breakdowns wieder reanimiert, nur um dem Ganzen anschließend erneut ausgesetzt zu werden.
René Gerbrandij an den Drums ist ein absolutes Tier. Sein facettenreiches Spiel unterstreicht den destruktiven Charakter der Musik und macht ihn zu so etwas wie dem heimlichen Star der Band.
Aber auch Gitarrist Nouri Yetgin soll nicht unerwähnt bleiben. Seine Riffs sind walzende Ungetüme. Gleichzeitig erschafft er mit seiner Klampfe unheimlich beklemmende, atmosphärische und kranke Klangflächen sowie Melodien im Hintergrund, die der ohnehin schon beklemmenden Musik eine zusätzliche Schicht aus Wahnsinn und Bedrohlichkeit verleihen.
Erwähnenswert ist außerdem, dass Distant hier fast komplett auf Soli verzichten, was den Charakter der Platte nur noch mehr unterstreicht.
Einzelne Songs hervorzuheben, wäre wie Eulen nach Athen zu tragen. Alle Songs sind überdurchschnittlich gut und fallen über die gesamte Spielzeit nicht ab.
Für mich ist Into Despair stärker als sein direkter Vorgänger Tsukuyomi: The Origin, da das Songwriting fokussierter ist und mehr auf den Punkt kommt. An die ganz großen Momente früherer Veröffentlichungen reicht das Album für mich allerdings nicht heran.
Into Despair ist ein Monster und nur schwer verdaulich. Ich denke, die Band ist sich dessen bewusst und belässt es deshalb bei einer recht kurzen Spielzeit von 39 Minuten.
Dann ist die Schmerzgrenze erreicht, und man braucht eine ganze Weile, um sich zu akklimatisieren und wieder in der Welt zurechtzufinden.





