Bei gut 32 Grad im Schatten trafen wir uns auf dem Hurricane Festival 2026 mit den Leoniden. Der Hitze geschuldet sind spannende Fragen und Antworten entstanden…
Viel Spaß beim Lesen 😉
Festivalstalker Bea: Liebe Leoniden, ihr habt vor wenigen Tagen euer neues Album angekündigt. Warum zur Hölle wird das Album am 1. Januar 2027 veröffentlicht?
Jakob lacht.
Djamin: Neues Jahr, neues Glück. So ungefähr.
Festivalstalker Bea: Also ist das der einzige Grund?
Djamin: Wir wollten ein besonderes Datum. Ein ähnliches Datum wäre ja Weihnachten, aber der 1. Januar ist ein Freitag. Und freitags kommen die Alben raus. Wir dachten, das passt. Wir beginnen das Jahr mit unserem neuen Album. Alle beginnen das Jahr mit unserem neuen Album. Es wird ein grandioses Jahr.
Jakob: Außerdem ist es dann das ganze nächste Jahr über das Album aus diesem Jahr und nicht das Album von letztem Jahr.
Festivalstalker André: Ins Album reinfeiern dann quasi?
Djamin: Ja, genau! Haben wir uns übrigens gerade jetzt ausgedacht. War uns vorher auch noch nicht so klar. (lacht)
Festivalstalker André: Release-Show zu Silvester?
Djamin: Boah! Haben wir einmal an Silvester schon mal gespielt?
Jakob: Es kommt etwas, aber ich weiß nicht, was. Ich glaube nicht.
Djamin: Vielleicht passiert jetzt alles schnell. Hätte ich gedacht, dass wir dieses Jahr auf dem Hurricane sind? Ich glaube nicht. Dinge passieren schnell. Dann doch. Spontan.
Festivalstalker Bea: Das Album hat ja wirklich einen sehr griffigen, kurzen Namen. Wie ist dieser Name entstanden?
Djamin: Es war das erste Mal, dass der Albumname zuerst eine Songzeile war. Das hatten wir noch nie. Es gab einmal die Skizze zu „I Still Feel“ ganz lang und den Text dazu. Irgendwie war das so ein … ich weiß nicht.
Jakob: Wir mögen auch einfach lange Namen. Wir haben einmal mit „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“ angefangen und wollten danach immer etwas Längeres.
Festivalstalker Bea: Dürfen wir uns beim neuen Album auf Features freuen? Mit den Donots?
Jakob: Nö. Keine Features.
Festivalstalker: Gar keine? Also auch keine Donots?
Leoniden gleichzeitig: Nö.
Festivalstalker Bea: Wie ist das gestern mit den Donots entstanden?
Djamin: Wir lieben uns einfach. Alex und Ingo kamen auf uns zu und meinten: „Wollen wir nicht beim Hurricane etwas zusammen machen?“ Und wir so: Logisch. Dann haben wir ein paar Wochen überlegt, was wir machen. Die Ideen gefreestylt. Siegfried & Joy kamen ganz am Ende noch dazu. Gestern spontan. Das war eigentlich gar nicht der Plan, und dann war es so.
Festivalstalker Bea: Worauf dürfen wir uns denn so allgemein beim neuen Album freuen?
Djamin: Neue Songs von Leoniden? (Gelächter bei den Leoniden.)
Festivalstalker André: Habt ihr euch soundtechnisch weiterentwickelt?
Jakob: Ich glaube, Fans sagen immer, es ist das beste Album. Und es ist anders als vorher. Es ist ein übelst geiles Album. Ich wüsste es auch nicht.
Festivalstalker André: Aber baut es auf den alten Alben auf? Oder ist ein neuerer Sound mit dabei?
Djamin: Beides. Es war soundmäßig immer alles dabei. Und so ist es auch weiterhin. Wir haben zum ersten Mal ein Intro und Outro. Es gibt einen roten Faden.
Festivalstalker André: Also ist es ein gutes Vinyl-Album?
Djamin: Es ist ein supergutes Vinyl-Album.
Jakob: Und ein super gutes Tape-Album. Auch das. Zum allerersten Mal machen wir Tapes. Die kann man aktuell in einem Ticketbundle für die Tour holen. Das Tape ist limitiert und gibt es nur mit diesem Ticketbundle. Das dachten wir, ist eine coole Aktion.
Djamin: Wollten wir auch schon häufiger machen. Es hat dann immer nicht hingehauen. Aus dummen Gründen. Und dumme Gründe sind jetzt nicht mehr da.
Festivalstalker Bea: Wir sind auf jeden Fall schon sehr gespannt auf das neue Album! Andere Frage: Habt ihr schon etwas geklaut?
Jakob: Nee, die Ära ist over. Unsere Klau-Ära ist vorbei. Alle wissen, dass wir klauen. Irgendwann hat jemand anderes das auch gemacht. Der Trend ist jetzt in der Welt. Wir müssen jetzt was Neues machen.
Festivalstalker Bea: Und habt ihr schon was Neues gefunden?
Jakob: Wir haben eine Hüpfburg auf dem Festivalgelände aufgebaut. Das war schon mal ein Anfang.
Festivalstalker Bea: Dixiklo, Trichter und Zelt? Oder schlaft ihr im Hotel und habt Shuttle-Service? Wie ist eure Festival-Experience?
Jakob: Sowohl als auch. Wenn es um dieses Festival geht, fahren wir die Autos selber, stehen sehr früh auf, müssen relativ weit vom Gelände fahren, weil wir woanders pennen. Ich glaube, gestern wäre es nicer gewesen, im Zelt zu sein. Im Hotel war es mindestens genauso warm wie im Zelt.
Djamin: Beim Einschlafen waren es 31 Grad. Da hast du mir von den Zelten erzählt, die isoliert sind.
Jakob: Jaaaa, Black-and-Fresh-Technologie von Decathlon.
Festivalstalker André: Wir saßen auch gestern bis um fünf Uhr noch draußen. Dann war es angenehmer.
Djamin: Ist es in den Zelten nicht mehr so, dass man morgens um fünf Uhr die Sonne abbekommt?
Festivalstalker André: Na, im Black-and-Fresh-Zelt ist es schon besser als hier.
Djamin: Aber kein Wunder?
Festivalstalker André: Nein, man hält es aber länger aus. Es ist halt schon dunkler.
Festivalstalker Bea: Ich finde, es riecht auch irgendwie angenehmer. In anderen Zelten muffelt es schnell, aber bei denen geht es.
Djamin: Das ist ein guter Tipp! Das finde ich Hammer.
Jakob: Ich habe mir tatsächlich auch ein neues geholt.
Djamin: Aber kein Black-and-Fresh?
Jakob: Doch, Black-and-Fresh!
Festivalstalker André: Aber kein Wurfzelt, oder?
Jakob: Nee, kein Wurfzelt. Das war jetzt im Angebot. Es ist für drei Personen. Das ist geil.
Djamin: Das ist mal ein gutes Interview-Thema! Festival, Dixiklos und Bierpong –auf jeden Fall Bierpong!
Jakob: Ich scheiße auf jeden Fall in jedes Dixi.
Festivalstalker André: Auch in jeden Trichter?
Djamin: Ich kann das einfach alles nicht. Ich scheiße auch in jeden Trichter. Toiletten ja auf jeden Fall Gold-Eimer.
Festivalstalker Bea: Aber der Einzelschiss kostet mittlerweile 2,50 Euro.
Djamin: Hab ich auch gesehen. Kapitalismus einfach. Da gab es auch Inflation. Scheißen kostet nicht mehr. Gold-Eimer, einfach superkapitalistisch. (lacht)
Jakob: Die Scheiße ist natürlich mehr wert. Wenn das, was du reingesteckt hast, mehr gekostet hat, dann ist das, was rauskommt, auch mehr wert.
Djamin: Absolut logisch. Todeslogik.
Festivalstalker Bea: Habt ihr eine Frage, die ihr gerne einmal in einem Interview beantworten würdet, die bisher aber einfach niemand gefragt hat? Wenn ja, habt ihr jetzt die Chance, euch selbst eine geile Interviewfrage auszudenken, die ihr schon immer mal beantworten wolltet.
Djamin: Ich würde Jakob eine Frage stellen. Wofür steht eigentlich der Name Leoniden?
Lautes Gelächter im Backstage.
Jakob: Du bist so ein Wichser. (lacht sehr laut)
Djamin: Das ist so die meistgehasste Frage bei uns.
Festivalstalker André: Gibt es denn eine tiefgründige Antwort, oder ist es einfach nur so?
Jakob: Das ist einfach nur ein Relikt, das übrig geblieben ist. Leoniden ist ja ein Kometenschauer, und das ist der Himmel voll mit Sternen. Ein übelst geiles Himmelsspektakel. Superschön. Aber wir haben noch nie irgendwas Sternbezogenes gemacht. Ich glaube, ich checke selber nicht mehr den Bezug dazu. Aber der Name klingt schön. Dementsprechend bleibt er. Und die Bedeutung ist für uns, dass wir gemeinsam, zusammen, wie ein Schauer von Sternschnuppen übers Land fliegen – mit allen. Damit meine ich unsere Crew und alle zusammen in unserem Tourbus. Und dann ist es genauso ein Spektakel. Ansonsten zu den Fragen: Es gibt bestimmt welche, aber ich habe gerade keine im Kopf. Ich stelle mir selber genug Fragen, auf die ich keine Antwort finde.
Festivalstalker Bea: Habt ihr einen Guess für das Fußballspiel heute Abend? Was tippt ihr?
Beide: Wer spielt?
Festivalstalker Bea: Deutschland. Ihr streamt doch!
Beide lachen laut auf.
Jakob: Leute, stimmt. Wir streamen ja so lange, bis Deutschland rausfliegt.
Festivalstalker André: Wir haben vorhin geguckt, es war ein aktiver Zuschauer.
Jakob: Manchmal sind es vier oder fünf. Ich würde sagen: sieben zu eins.
Djamin: Keine Ahnung. Unentschieden.
Jakob: Sag drei Spieler aus der deutschen Nationalmannschaft!
Djamin: Kartoffel auf die Eins. Wie heißt der? Wirtz?
Alle nicken.
Djamin: Müller?
Festivalstalker André und Jakob gleichzeitig: Nee, er spielt nicht mehr.
Djamin: Woher wisst ihr das beide?
Jakob: Ich habe ihn einmal auf so einem Bild gesehen, wo er so interviewkommentatormäßig unterwegs ist. Ja, genau.
Djamin: Ja, okay, dann weiter. Einer heißt Schlotterbach oder so.
Noch lauteres Gelächter im Backstage.
Jakob: Schlotterbeck!
Djamin: Ja, genau. Und Schröder.
Jakob: Gerhard?
Erneut lautes Gelächter.
Jakob: Manuel Neuer ist Joker.
Djamin: Mehr kenne ich aber auch nicht.
Festivalstalker André lacht immer noch über „Schlotterbach“.
Jakob, laut: Schlotter nicht!
Festivalstalker André: Dann haben wir noch eine letzte Frage. Wir haben eine Camp-Frage. Einzelne Mitglieder des Pit Reports und wir als Festivalstalker möchten wissen, was eure drittliebste Farbe ist.
Jakob: Geil!
Djamin: Fuchsia-Pink. Geil. So, ein bisschen in Anführungsstrichen. Ich würde jetzt nicht unbedingt meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das meine drittliebste Farbe ist. Aber sie ist definitiv nicht auf der Eins und nicht auf der Zwei. Irgendwas zwischen drei und fünf würde ich sie einschätzen. Aber das wäre so eine coole Farbe.
Jakob: Zinnober-Rot.
Festivalstalker Bea: Bitte was für ein Rot?
Jakob: Zinnober-Rot. Weil es bei Pokémon im ersten Game die Zinnober-Insel gab. Und ich habe als Kind dann gecheckt, was Zinnober ist. Und habe mich so überlegen gefühlt.
Djamin: Ist nicht Zinnober blau?
Jakob: Halt deine Fresse!
Festivalstalker André: Aber auf dem Gamer-Colour waren die Farben halt auch so rot gegradet.
Jakob: Ja, deswegen! Zinnober-Rot habe ich mir gemerkt. Aquamarin finde ich auch schön. Das ist doch ein Stein, oder? Saphir! Saphir-Grün.
Festivalstalker André: Saphir-Blau? (lacht)
Jakob: Smaragd-Grün! Echsenbeige! Echsenbeige.
Festivalstalker Bea: Echsenmenschen sind auch beige.
Jakob: Echsenmenschen sind auch Menschen. Alle dürfen mitmachen.
Und damit endete ein wundervolles Interview mit den Leoniden auf dem Hurricane.
Vielen lieben Dank an die Leoniden <3





