Am 15.10.2026 verschlug es uns zu Juse Ju in die Dresdner Chemiefabrik.
Schon zu Beginn sprach Juse den unübersehbaren Elefanten im Raum direkt an.
Eine Tour vor dem dazugehörigen Album?
Aus zeitlichen Gründen habe er es nicht eher geschafft, das Album fertigzustellen. Tatsächlich fanden wir das ungeplante Konzept „Tour vor Album“ eigentlich ganz spannend und waren gespannt, was uns an diesem Abend erwarten würde.
Eröffnet wurde der Abend mit den brandneuen Singles „Abstiegskampf“ und „EGALMUSIK“. Ein vielversprechender Einstieg, der direkt Lust auf mehr machte.
Nach diesen ersten musikalischen Ausrufezeichen folgten zwei Songs, die vor allem der Erwärmung der steifen Nackenmuskulatur dienen sollten.
Mit „7Eleven“ und „Edgelord“ wurde die eh schon aufgewärmt Chemiefabrik ordentlich eingeheizt. Die Stimmung war super ausgelassen und in freudiger Erwartung auf die kommenden Songs.
Zur großen Freude des Publikums durften wir uns anschließend über drei Bawrs-Klassiker freuen. Bei der Frage, wer wohl der größte Hurensohn sei, wurden zwar keine neuen Erkenntnisse geliefert, dafür aber umso lauter mitgesungen.
Auch wenn der Text an diesem Abend nicht eigens umgedichtet wurde, sah die beste Kombination in der Chemiefabrik diesmal anders aus als gewohnt: Nicht Edgar, Juse und Toni standen im Mittelpunkt, sondern Juse, Nikita und Metal Michi an den Drums.
Juse stand nämlich am Donnerstag keineswegs alleine auf der Bühne. An seiner Seite befand sich der vielseitige Poet und, Autor und Musiker Nikita Gorbunov. Besonders gefiel uns die musikalische Unterstützung durch Michi Hubert am Schlagzeug.
Das Bawrs-Trio wurde vollendet durch „Nein! Doch! Ohh!“. Was will man mehr?
Anschließend reihte sich ein Klassiker nach dem anderen aneinander. Juse ließ die Chemie Fabrik nicht zur Ruhe kommen. „How Dare You“, „Das Ende des Zynismus“, „Lovesongs“ und Ohrwurm-Kandidat „TNT“ hintereinander. Während der Jusemeister danach von der Bühne ging, performte Nikita eine eigene Interpretation des Songs „Männer“. Damit bewies er einmal mehr, dass er eben nicht „nur“ eine Begleitung auf der Tour ist.
Bevor es so langsam auf das Ende des Abends zugehen sollte, durften wir noch gemeinsam mit Juse ein Musikvideo zum Single „Ewiges Eis“ drehen.
Das Ende des Konzerts ließ uns etwas ratlos zurück. Auf „Berliner Partybullen“ und „Model in Tokio“ folgten noch zwei weitere Songs, die einen ersten Vorgeschmack auf das kommende Album lieferten. Bereits zu Beginn des Abends hatte Juse angekündigt, ein Lied zu spielen, das er für seine Ehefrau geschrieben hat. Der Titel: „Alligatormann“. Eine Anspielung auf Lana Del Rey und ihren Ehemann, die uns zunächst durchaus neugierig machte.
Tatsächlich beschäftigte uns der Song noch lange nach dem Konzert. Wir waren uns nicht ganz sicher, was wir davon halten sollten. Einerseits war deutlich spürbar, wie viel Persönliches und Emotionen in diesem Stück stecken. Andererseits wollte der Funke an diesem Abend bei uns noch nicht so recht überspringen. Vielleicht fehlte uns schlicht der tiefere Einblick in die Geschichte hinter dem Lied. Vielleicht braucht es aber auch die Ruhe, den Song auf dem Album einmal für sich anzuhören.
Auch der letzte Song des Abends, „Was ist mit dem Doggo“, hinterließ einen ähnlichen Eindruck. Das bisher unveröffentlichte Stück bildete den endgültigen Abschluss eines Konzerts, das musikalisch viel zu bieten hatte, uns in seinen letzten Minuten aber mit einigen offenen Fragen zurückließ.
Und so gingen wir mit gemischten Gefühlen, aber keineswegs enttäuscht aus der Chemiefabrik. Es war ein wirklich tolles, energiegeladenes Konzert mit zahlreichen mitreißenden Klassikern, überraschenden Momenten und einer spannenden musikalischen Konstellation. Trotzdem wirkte der Abend insgesamt nicht vollkommen rund. Vor allem das Ende fühlte sich für uns etwas ungewohnt und stellenweise unfertig an.
Die Tour vor dem Album war für uns auch eine Einladung, Musik ganz unvoreingenommen kennenzulernen, ohne bereits jede Zeile und jeden Drop zu kennen.
Insgesamt freuen wir uns aber sehr auf das neue Album im Dezember. Das neue Album erscheint am 4. Dezember 2026 auf Vinyl, CD und als MP3. Auf den gängigen Streamingplattformen wird es ab dem 15. Januar 2027 verfügbar sein.










