Das war Rock im Park 2026

_DSC0460

Rock im Park 2026

Auch in diesem Jahr waren wir für euch wieder bei „Rock im Park“ 2026. Andere Festivalstalker waren dieses Jahr wieder beim Schwesterfestival „Rock am Ring“. (Den Bericht findet ihr hier)

Am Donnerstag (04. Juni) kamen wir ganz entspannt in Nürnberg an. Die NUNAV-App, die dieses Jahr erstmalig zur Navigation auf das Festivalgelände diente, funktionierte einwandfrei und problemlos. Im Vergleich zu den letzten Jahren war die gesamte Verkehrssituation in der Innenstadt deutlich entspannter und spürbar besser organisierter.

Nach der Bändchenausgabe bauten wir unser Zelt auf und verschafften uns direkt einen ersten Eindruck über das Infield.

Rock im Park“ hatte bereits vor dem Festival damit geworben, in diesem Jahr 25 Prozent mehr Platz auf dem Infield zu bieten.

Die Festivalplaner haben sich vorgenommen, kürzere Wege und einen angenehmeren Besuch für alle Festivalgäste zu schaffen. Man muss wirklich sagen, dass die Kritik aus dem Vorjahr ernstgenommen wurde.

 Im Vergleich zum Jubiläumsjahr 2025 wurde das Infield in gewissen Punkten umstrukturiert. Auf die Atmos Stage wurde 2026 verzichtet. So gab es dieses Jahr wieder drei Bühnen. Das Utopia VIP Camping, welches sich bisher auf dem Infield befand, wurde nun auf den ehemaligen Platz der Atmos Stage verlegt. Auch die Cosmic Plaza bekam einen neuen Standort. Zuletzt stellten wir fest, dass der Red Bull DJ Tower ebenfalls umgezogen war. Dadurch ließ sich zwischen Orbit, Mandora und Utopia Stage deutlich entspannter hin- und herwechseln, ohne ständig im Gedränge zu stehen.

Auch ohne Besucher:innen auf dem Infield bemerkten wir bereits am Donnerstag, dass zwischen der Utopia und der Mandora Stage deutlich mehr Platz war.

Der Lidl-Store hat auch in diesem Jahr bereits Donnerstagabend unzählige Besucher:innen angelockt. Ob die Bratwürstchen, das Dosenbier oder die DJs Grund für den anhaltenden Besucheransturm auf den Festival Supermarkt waren, bleibt wohl das Geheimnis der Festivalgäste.

Außerdem gab es 2026 spürbar mehr Toiletten, sowohl auf den Campingplätzen als auch im Infield. Eine kleine Änderung, die den Festivalalltag jedoch deutlich angenehmer machte.

Freitag

Der Freitag begann mit leichtem Regen. Trotzdem hielt das niemanden davon ab, pünktlich zum Infield-Opening loszustürmen. Einige hundert Menschen stürmten halb eins durch die Zugänge auf das Gelände, um sich den perfekten Spot für ihre Lieblingsbands zu sichern. Einfach jedes Jahr aufs Neue ein beeindruckendes Spektakel.

Um 14:00 Uhr stand für uns der erste Act des Tages auf dem Plan. „The Pretty Reckless“ spielte auf der Utopia Stage. Die Band um Frontfrau Taylor Momsen eröffnete den Festivaltag mit jeder Menge Energie und sorgte direkt für die passende Atmosphäre im leichten Nieselregen.

Fotos The Pretty Reckless

 

 

Um 16:20 ging es für uns dann zu „Bury Tomorrow“. In gewohnter Manier heizte Frontmann Dany Winter-Bates die Menge vor der Mandora Stage ein. Die Securities (Grüße gehen raus an die Stage Buddies) hatten alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Crowdsurfer sicher aufzufangen und abzusetzen.

Besonders in den ersten Reihen standen unzählige Hardcore-Fans die wirklich jede Zeile mitsingen konnten. Vor allem Danis neue Frisur sorgte in der ersten Reihe zwischen den Songs für Gesprächsstoff.

Um dem regnerischen Wetter entgegenzuwirken, wurde natürlich auch wieder ordentlich gezündelt.

Fotos Bury Tomorrow

 

 

Zeitgleich zur englischen Metalcore-Band aus Southampton spielten „The Subways“ in der Halle. Wir waren erstaunt, wie viele Menschen vor der Orbit Stage standen. Alle Sitzplätze waren von Anfang an belegt. Die Leute tanzten und sangen lautstark mit. Offenbar hatten selbst die Veranstalter:innen nicht mit einem derart großen Andrang gerechnet. Es war eins dieser Konzerte, bei denen man der Crowd förmlich ansehen konnte, wie sehr sie sich auf diesen Auftritt gefreut hatte.

 

 

Später ging es für uns dann zu „Landmvrks“ auf die Mandora Stage. Für eine Stunde schrie uns Florent Salfati einvernehmlich und auf die bestmögliche Art und Weise an.

Doch nicht nur musikalisch kamen wir auf unsere Kosten. Etwa zur Hälfte des Sets griff Flo zur Spraydose und gestaltete live auf der Bühne ein Graffiti-Kunstwerk.

Fotos Landmvrks

 

 

Pünktlich zum Sonnenuntergang betraten dann „Electric Callboy“ die Utopia Stage.

Versteht uns nicht falsch. Das Festival-Set von 2025 war grandios, doch waren wir trotzdem froh ein neues Set hören zu dürfen.

Und dieses hatte es in sich. Dann kam auch noch Offspring-Frontmann Dexter Holland auf die Bühne und gemeinsam mit den Jungs aus Castrop-Rauxel sang er den neuen gemeinsamen Song „Let The Good Times Roll“. Auch die Stage Buddies hatten sichtlich ihren Spaß und turnten gemeinsam vorne im Fotograben mit roten und blauen Fitnessbändern. Für die erste Reihe gab es, wie gewohnt, ein kleines Kärtchen als Urkunde, dass man die erste Reihe überlebt hat.

Es ist jedes Mal aufs Neue schön zu sehen, wie harmonisch Fans, Fotograf:innen und die Stage Buddies zusammenarbeiten und gemeinsam für eine großartige Stimmung vor der Bühne sorgen.

Fotos Electric Callboy

 

 

Während „Electric Callboy“ in gewohnter Manier die Utopia Stage abriss, schauten wir noch bei „Ice Nine Kills“ vorbei. Leider konnten wir nur 3 Songs hören, die uns jedoch sehr überzeugt haben und Lust auf deutlich mehr machten!

Am Abend ließen wir uns dann auf einen „neuen“ Künstler ein. „Marteria“ haben wir bisher nur mit seinem alter Ego „Marsimoto“ auf der Bühne gesehen.

Von „Marteria“ kannten wir nur 4 oder 5 Songs.

Ich betrat den Fotograben mit geringer Erwartung. Was sollte schon großartig passieren, wenn ein einzelner Künstler auf der Bühne steht? Doch da hatte ich die Rechnung nicht mit „Marteria“ gemacht. Kurzerhand wurde ich eines Besseren belehrt.

Ehe ich mich versah, hielt er ein Starkstromkabel in der Hand und schleuderte unter lautem Jubel der Crowd im hohen Bogen Funken auf die tobende Menge. Spätestens in diesem Moment war klar, dass dieser Auftritt alles andere als gewöhnlich werden würde.

Doch nicht nur mit dieser außergewöhnlichen Aktion hat er uns überrascht. Auch musikalisch haben wir viele neue Songs kennenlernen dürfen, die daraufhin in unseren Playlisten landeten.

Die Stimmung in der Crowd war super ausgelassen. Uns fiel vor allem auf wie textsicher die Fans waren.

Highlight des Konzertes war für uns „Captain Europa“. Während des Songs brannten auf der Bühne der Europa Kreis mit seinen 12 Sternen nieder. Für uns ein absoluter Gänsehautmoment, der perfekt zur ohnehin besonderen Atmosphäre passte.

Das Marteria Konzert hat uns mal einmal mehr gezeigt, wie gut man auf Festivals Künstler und deren Musik noch besser kennenlernen kann.

Fotos Marteria

 

 

Nachdem wir uns aus der Ferne noch „Bad Omens“ anschauten, ging es für uns dann zum letzten Act des Tages.

Die „H-Blockx“ baten zum Rangel-Tanz. Diese hatten wir zuletzt in einem kleinen Club in Jena gesehen. Wir waren gespannt wie die Band in Nürnberg ankommt und wie viele Besucher:innen nach „Volbeat“ und „Bad Omens“ noch Energie für die Band aus Münster aufbringen konnten. Erfreulicherweise hatten die meisten Besucher:innen noch viel Energie und Lust übrig. Wer nicht mehr ganz so viel Kraft in den Beinen hatte nahm auf den Rängen Platz. Diese waren ebenfalls gut gefüllt.

Mit einer energiegeladenen Show, einer bestens aufgelegten Band und einem Publikum, das bis zum Schluss lautstark mitfeierte, endete der Freitag für uns auf die bestmögliche Art.

Fotos H-Blockx

 

 

Der Samstag startete für uns mit „Return to Dust“. Leider wollte der Funke hier nicht so recht überspringen. Der Sound war stellenweise nicht optimal, und auch insgesamt konnte uns die Band aus Los Angeles leider nicht überzeugen.

Am Nachmittag stießen wir im Timetable auf eine unangenehme Überschneidung. So mussten wir uns zwischen „Hollywood Undead“ und „Bloodywood“ entscheiden. Da wird „Bloodywood“ schon bald auf dem Impericon Festival sehen sollten, entschieden wir uns für die Nu-Metal Band aus Kalifornien.

Fotos Hollywood Undead

 

 

Im Anschluss ging es für uns zu „Breaking Benjamin“, die auf der Mandora Stage spielten. Weil Frontmann Benjamin Burnley unter Flugangst leidet, ist die US-amerikanische Rockband aus Pennsylvania nur selten in Europa. Allein deshalb war dieser Auftritt für viele Fans ein absolutes Highlight des Wochenendes. Die Gelegenheit wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen und so ergriffen wir die Chance.

Und das hat sich wirklich gelohnt!

Fotos Breaking Benjamin

 

 

Nach „The Offspring“ kamen um 21:00 Uhr schließlich die Heavy-Metal-Legenden „Iron Maiden“ auf die Bühne. Es folgten zwei unfassbare Stunden voller Energie und Nostalgie! In dieser Zeit wurde eindrucksvoll bewiesen, wieso „Iron Maiden“ seit Jahrzehnten zu den größten Bands der Welt gehören. Bruce Dickinson fegte über die Bühne, als wäre die Zeit an ihm vorbeigegangen. Hinzu kam eine riesige Produktion mit beeindruckenden Bühnenbildern, Effekten und natürlich Eddie. Das Maskottchen war mehrmals damit beschäftigt Bruce und den anderen Bandmitgliedern das Leben schwer zu machen und ihre Köpfe mit einer Axt abzuschlagen.

Gespielt haben „Iron Maiden“ eigentlich alles, was es zu wünschen gab. Ein Klassiker jagte den nächsten. In der ersten Reihe tummelten sich Fans aus aller Welt, die extra für Maiden angereist waren.

Die Stimmung war von der ersten bis zur letzten Minute und von der ersten bis zur letzten Reihe einfach nur unbeschreiblich und überwältigend.

Gerade in Hinblick auf ihre lange Karriere fühlte es sich wie ein echtes Privileg an, „Iron Maiden“ noch einmal live gesehen und fotografier zu haben.

 

 

Als wäre das Line-Up des Samstags nicht bereits grandios gewesen, kam um 23:20 Uhr noch „Sabaton“ hinzu. Auf der Bühne befand sich neben der Band ein absurd überdimensionaler Panzer. Allein das Bühnenbild ließ erahnen, was die nächsten 90 Minuten passieren würde.

Sabaton haben pyrotechnisch wirklich alles aufgefahren, was nur möglich war. Gewaltige Flammen, laute Explosionen, Feuerwerk, Rauch und immer wieder spektakuläre Pyro-Einlagen überraschten die Crowd im Minutentakt. Vor allem in den ersten Reihen und im Fotograben war die Hitze enorm und kaum auszuhalten. Viele Fans kniffen bei den gewaltigen Feuerstößen die Augen zusammen, hatten hochrote Gesichter und tränende Augen. Trotz dessen war die Stimmung unglaublich. Überall sah man euphorische Power-Metal-Fans, die jede Sekunde genossen und sich von der Hitze die Begeisterung kein bisschen nehmen ließen.

Fotos Sabaton

 

 

Für uns ging es kurz vor 01:00 Uhr noch zur Orbit Stage. Dort gab es noch eine Stunde Unterricht mit der „Sondaschule“. Das Klassenzimmer war bereits gut gefüllt, als wir ankamen. Die „Sondaschule“ hat trotz der späten Stunde keinerlei Gnade mit der Crowd gezeigt. Schon bevor sie überhaupt auf der Bühne waren, wurden zu alten Schinken wie „Mr. Brightside“ und „I´m shipping Up to Boston“ die ersten Pits eröffnet. Die Stimmung war da bereits auf Betriebstemperatur. Und genau so ging es weiter, als die Band aus dem Ruhrgebiet loslegte. Man hat von der ersten Sekunde an gemerkt, dass sie unnormal viel Bock auf diesen Auftritt hatten.

Vielen Dank liebe „Sondaschule“ für diesen grandiosen Tagesabschluss.

 

 

Nach zwei langen Festivaltagen begann der Sonntag für uns etwas entspannter. So begutachteten wir noch einmal genau das Gelände und suchten die Cosmic Plaza auf. Bei einem kühlen Spaßgetränk und einer Wasserpfeife lauschten wir den Beats und ließen das bisherige Festivalwochenende noch einmal Revue passieren.

Weil wir leider packen und unser Auto fertig beladen mussten, konnten wir am Sonntag nur noch „Loathe“, „We Came as romans„, „die Architects“ und „Linkin Park“ anhören.

Fotos We Came as Romans

 

 

Vor allem die „Architects“ haben uns richtig gut gefallen! Der Auftritt war energiegeladen, emotional und musikalisch auf höchstem Niveau. Sam Carter und seine Band waren für uns definitiv eines der Highlights des Festivals.

Fotos Architects

 

 

Bevor wir uns auf den Heimweg machten, schauten wir uns natürlich noch „Linkin Park“ an. Für viele Besucher:innen war dieser Auftritt vermutlich auch der ausschlaggebende Grund, sich überhaupt ein Ticket zu holen. Entsprechend groß war die Vorfreude, die bereits lange vor Konzertbeginn auf dem gesamten Gelände spürbar war.

Schon in den ersten Momenten hatten wir ordentlich Gänsehaut. Und persönlich hat an diesem Tag vor allem Mike Shinoda überzeugt und überrascht. Emily hatte anfangs mit technischen Problemen zu kämpfen  und wirkte insgesamt eher etwas zurückhaltend und nicht ganz präsent. Auch zwischen den Songs gab es vergleichsweise wenig Interaktion mit dem Publikum, wodurch das Konzert für uns stellenweise etwas distanziert wirkte.

Es kann aber gut sein, dass das auch an unserer Position weiter hinten lag und die Stimmung vorne noch einmal ganz anders rüberkam.

Trotzdem hatten wir insgesamt eine richtig gute Zeit und es war eine besondere Erfahrung, die Band einmal live zu sehen. Auch ohne Chester, an den man in solchen Live-Momenten natürlich trotzdem immer wieder denken musste.

Mit diesem emotionalen Abschluss endete für uns „Rock im Park“ 2026.

2027 dürfen wir uns jetzt schon auf „Blink 182“ freuen!

Weitere Impressionen: