Müsste ich das Amplifire Festival in drei Worten beschreiben, wären es: inklusiv, entspannt und einladend.
In seiner ersten Ausgabe hat das neue Hamburger Rock-Festival gezeigt, dass man ein Festival cool und gleichzeitig auf jede erdenkliche Weise zugänglich machen kann. Die Preise für das gebotene Line-up waren nicht nur fair, auch Infrastruktur und Aufbau des Festivals waren gut durchdacht. Nur beim Schatten haperte es – wer hätte gedacht, dass Hamburg so sonnig sein kann!

Inklusion und Vielfalt waren es, worin Amplifire wirklich herausstach. Es gab Sozialtickets zu reduzierten Preisen. So konnten auch Menschen dabei sein, die es sich sonst nicht hätten leisten können. Es war wunderschön zu sehen, wie Menschen jeden Alters gemeinsam Musik genossen, von einer Mutter mit ihrem Baby bis hin zu älteren Festivalbesucher:innen – alle einfach da, um Spaß zu haben. Auch die Vielfalt im Line-up selbst war toll zu sehen.
Der Zugang zum Festivalgelände (auf dem Areal von MS Artville und MS Dockville) war schnell und unkompliziert, mit klaren Hinweisen und Schildern überall. Die Kommunikation rund um das Festival war ein Traum, mit regelmäßigen Updates und klaren Infos zu allem, und auch die App hat gut funktioniert. Die Bühnen hätten etwas besser ausgeschildert sein können, aber das Gelände war leicht zu überblicken und man kam schnell von A nach B. Trotz der vielen Menschen fühlte es sich auch nie wirklich überfüllt oder unangenehm an.
Etwas überraschend fand ich, dass das Festival auf Freitag- und Samstagnachmittag gelegt wurde, bis ich dachte: Der Sonntag zur Erholung vor der Arbeitswoche ist Gold wert, und der Freitag ist das perfekte Feierabend-Event. Ich selbst war leider nur am Freitag vor Ort, den Samstag musste ich aus persönlichen Gründen auslassen. Aber genau deshalb kam mir dieses Freitags-Konzept besonders entgegen. Ich wünschte, mehr Festivals würden das so machen.
Und dann natürlich die Musik selbst. Das Line-up war gut kuratiert, mit einer bunten Mischung aus Newcomer:innen und etablierten Acts aus dem In- und Ausland. Headliner Biffy Clyro und Bad Religion teilten sich die Bühne mit Frank Turner & The Sleeping Souls, The Get Up Kids und High Vis, dazu ein breites Spektrum an Namen wie Artio, ARXX, Hotwax, John Coffey, Jools, Karen Dió, Pabst, Turbostaat, Van Holzen und viele mehr. Die Vielfalt hielt es spannend und sorgte dafür, dass für jeden etwas dabei war.
Immer spielte nur eine Band gleichzeitig, es gab also nie eine Überschneidung, bei der man sich entscheiden musste. Zuerst wirkte das wie ein Nachteil, aber in der Praxis bedeutete es einfach, dass man über das Areal schlendern, die Angebote erkunden oder einfach mit Freund:innen chillen konnte, ohne den üblichen Festival-Stress etwas zu verpassen.
Wenn es einen Moment gab, der das Wochenende für mich auf den Punkt brachte, dann war es, wie das gesamte Publikum bei Biffy Clyro aus voller Kehle mitsang. Genau der Moment, für den man zu Festivals geht.

Und Frank Turner brachte seine ganz eigene Magie mit. Zwischen den Songs hielt er eine Ansprache und brachte die Menge dazu, zu hüpfen und zu tanzen. Niemand sollte sich Gedanken machen, ob er sich dabei lächerlich machte. Dabei erwähnte er, dass sogar seine Mutter mitspringt. Wenn sie das kann, können wir das auch.
Kein Festival ist perfekt, und auch Amplifire hatte seine kleinen Stolpersteine. Der Sound war meiner Meinung nach manchmal nicht ganz sauber – der Bass war das ein oder andere Mal vielleicht etwas zu stark, was es besonders vorne schwer machte, klar zu hören. Und wenn sich die Zeitpläne mal überschnitten, kam es auch zu leichten Überlagerungen im Sound zwischen den Bühnen, aber nichts Schlimmes.
Es war die erste Ausgabe des Festivals, also war es für uns alle eine Premiere. Ich bin extra aus Süddeutschland nach Hamburg gereist, weil mich die Idee eines neuen Festivals neugierig gemacht hat. Gerade in einer Zeit, in der man ständig von Festivals liest, die für immer schließen, ist das keine Selbstverständlichkeit. Ein brandneues Festival willkommen heißen zu können, fühlte sich da wie ein frischer Wind an.
Alles in allem war die allererste Ausgabe des Amplifire Festivals ein voller Erfolg, und die Termine für 2027 stehen bereits fest: 6. und 7. August. Die Tickets gingen kurz nach der Terminankündigung in den Verkauf, und die erste Preiskategorie war keine vier Tage nach Festivalende bereits ausverkauft.
Wie gesagt, ein voller Erfolg, und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was sie 2027 auf die Beine stellen.























