Das neunte Studioalbum der Band Queens of the Stone Age kommt am 30.10.2026 überall zum Streamen raus und ich durfte es mir zum review anhören. – Queens of the Stone Age kündigen ihr neues Studioalbum „Perfecth“ an
Perfecth – Ein imperfektes Album
So heißt das neueste Album der Jungs aus Palm Desert, Californien. Es handelt darin um Formen der Liebe, dem Verlust und der Nähe. 36 Minuten und 27 Sekunden Laufzeit auf neun Tracks aufgeteilt. Nach drei Jahren haben sie mit drei Single-Auskopplungen die klangeliche Veränderung für das Album vorgewärmt.
„Jeder Song klingt, als käme er aus einer ganz eigenen Sphäre. Und das war die Absicht. Weil das Album all diese Gefühle miteinander verbinden will, die sich um Liebe, Verlangen, Dummheiten und jene Art von Weisheit drehen, die irgendwann aus all dem wie ein Geschenk entsteht.“ – Josh Homme
Tracks und Laufzeit:
- It’s Only Love 03:07
- Insignificant Other 05:54 – Bereits als Single erschienen
- Where The Goth Girls At? 03:29 – Bereits als Single erschienen
- Mono 03:19
- From The Cliff 02:58
- Sunday 04:55
- Easy Street 03:51 – Bereits als Single erschienen
- Phantom Limb 04:56
- Run Away From The Mob 03:58
Analyse
Track 1 – It’s Only Love
„I throw myself on the tracks / I take a leap / Over the edge“
Was ich an dem Opening Track sehr interessant finde ist das Intro, welches mit Fieldrecordings ausgeschmückt ist und auch sehr „Lo-Fi“ gehalten ist. Auch erinnert es klanglich an eine Demo-Casette. Thematisch befasst sich der Track mit der Bereitschaft des lyrischen Ichs, sich aus Liebe in gefährliche Situationen zu bewegen, ohne die eigene Situation zu hinterfragen. Es sieht die Liebe sowohl als eine Quelle der Hoffnung als auch als Ursache des Leidens an. Der Kontrast des relativ simplen Intros, des abrupten Outros und dem nahezu kakophonischen, sehr dicht instrumentierten Hauptteil macht den Song zu einem starkem opener.
Track 9 – Run Away From The Mob
„I don’t care what you believe / None what you heard, only 1/2 what you seen“
Der Closing-Track des Albums fängt ähnlich wie der Opener an: relativ zurückhaltend und kleingehalten begleitet und bleibt vorerst auf dieser Klangästhetik, wobei der Höhepunkt des Liedes dem Song viel mehr an Raum bietet. Lyrisch behandelt der Track die Warnung vor einem metaphorischen Kollektiv, das Leid verursacht, ohne dafür individuelle Verantwortung zu übernehmen. Meine Interpretation des Textes geht von einem lyrischen Ich aus, das versucht, andere vor dem „Mob“ und dessen Machenschaften zu warnen. Damit bildet der Song einen sowohl konzeptuell als auch musikalisch interessanten Abschluss des Albums.
Track 4 – Mono
„I can feel you even more / Then I did the first day I saw you“
Der vierte Track des Albums ist meiner Meinung nach der instrumental interessanteste Song des ganzen Albums. Über seine gesamte Laufzeit spielt er mit dem Kontrast zwischen Mono und Stereo. Während der Großteil des Songs in Mono gehalten ist und dadurch relativ ruhig und gelassen wirkt, erscheinen stereophonische Zwischenspiele und „Stabs“, ein Moment in denen das Instrumental des Songs auseinandergerissen und neu zusammengesetzt wird, beunruhigend und nahezu desorientierend, was dem Track eine sehr ansprechende Spannung gibt. Im Text werden Gefühle der Liebe, der Sehnsucht nach Nähe und der Nostalgie behandelt. Auch wird eine emotionale Abhängigkeit des lyrischen Ichs gegenüber einer nicht weiter genannten Person beschrieben. Der plötzliche Schrei am Ende des Songs wirkt dabei unvorhersehbar und bildet in einem kurzen Moment eine hohe Spannung aus, der die ansonsten ruhige Atmosphäre des songs bricht.
Das Album – Ein imperfektes Fazit
Im Großen und Ganzen ist das Album als solches ein konzeptuelles und instrumentell interessantes Werk, das ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen Lyrik und Instrumentierung bietet. Gleichermaßen aber eine deutliche stilistische Abgrenzung zu den bisherigen Werken der Band und dem von ihnen etablierten und kultivierten Stoner-Rock-Sound. Mich holt es persönlich nicht komplett ab, jedoch denke ich dass das Album als ein Werk sehr gelungen ist und für andere eine angenehme musikalische Erfahrung bietet.
Events und Physical Releases
Zum Release des Albums gibt es an selektierten Record-Stores sogenannte „Helloqueen“ Events und listening Sessions, an denen limitierte Pressungen des physischen Albums erhältlich sind. Auch gab es eine Live Performance der Single „Where The Goth Girls At?“ auf der Tonight Show Starring Jimmy Fallon.





