System of a Down eröffnen den Open Air Park Düsseldorf mit einem Ausnahmezustand

SOAD –  Clemente Ruiz (@clemente_310)

Mit einem komplett lang ausverkauften Konzert vor 80.000 Fans haben System of a Down am 10. Juli den neuen Open Air Park in Düsseldorf eindrucksvoll eingeweiht. Bereits im Vorfeld war klar, dass dieser Abend nicht einfach werden würde – und die armenisch-amerikanischen Alternative-Metal-Ikonen lieferten genau das Spektakel, auf das ihre Fans jahrelang gewartet hatten.

Holpriger Start in einen heißen Konzerttag

Der Einlass begann um 16 Uhr, verlief jedoch alles andere als reibungslos. Durch die enorme Besucherzahl war das Mobilfunknetz schnell überlastet, was die Orientierung und Kommunikation deutlich erschwerte. Auch die Anreise gestaltete sich für viele Fans zäh. Positiv fiel dagegen das weitläufige Gelände auf, das trotz Temperaturen weit über 30 Grad zahlreiche Schattenplätze bot.

Verbesserungspotenzial zeigte sich allerdings bei der Infrastruktur. Gerade auf den hinteren Flächen wären zusätzliche Lautsprechertürme und weitere Videoleinwände wünschenswert gewesen. Wer ungünstig stand, musste sowohl bei der Sicht als auch beim Sound Abstriche machen.

Den Auftakt des Abends übernahmen um 18:30 Uhr die wiedervereinigten Sludge-Metal-Pioniere Acid Bath. Mit einem rund 25-minütigen Set präsentierte die Kultband aus Louisiana Songs wie Tranquilized und Bleed Me an Ocean und sorgte für einen Einstieg in den Konzertabend.

Queens of the Stone Age sorgen für beste Stimmung

Den letzten Feinschliff übernahmen Queens of the Stone Age, die mit wenigen Minuten Verspätung Uhr die Bühne betraten. Rund 70 Minuten lang präsentierte die Band um Josh Homme eine kompakte, aber äußerst wirkungsvolle Setlist mit zwölf Songs.

Klassiker wie „Little Sister“ sorgten früh für Begeisterung, bevor zum Abschluss mit „A Song for the Dead“ noch einmal sämtliche Reserven mobilisiert wurden. Für den wohl unterhaltsamsten Moment des Sets sorgte Gitarrist Troy Van Leeuwen – beziehungsweise ein gigantischer aufblasbarer Penis, der durch die Menge flog. Josh Homme reagierte spontan, griff „The Fun Machine Took a Shit and Died“ auf und spielte den Song mit einem breiten Grinsen weiter. Der tosende Szenenapplaus war ihm sicher und zeigte einmal mehr, warum Queens of the Stone Age zu den besten Livebands des Genres gehören.

System of a Down eröffnen den Open Air Park Düsseldorf mit einem Ausnahmezustand

SOAD – Clemente Ruiz (@clemente_310)

System of a Down: 95 Minuten kollektiver Ausnahmezustand

Um 21:30 Uhr war das Warten schließlich vorbei. Mit dem Intro „Soldier Side“ betraten System of a Down die Bühne, ehe „B.Y.O.B.“ ohne Umwege die erste Explosion auslöste. Bereits nach den ersten Takten bildeten sich die ersten Moshpits – und sie sollten bis zum letzten Ton nicht mehr verschwinden.

Nach den ersten Songs wandte sich Frontmann Serj Tankian mit wenigen Worten an das Publikum. Er sprach die angespannte Verkehrssituation rund um den Konzertbeginn an und erklärte, dass diese maßgeblich für die rund 30-minütige Verzögerung des Abends verantwortlich gewesen sei. Die Zuschauer reagierten mit zustimmendem Applaus und zeigten Verständnis für die verspätete Show.

Die Band wirkte stets spielfreudig und bestens aufgelegt. Serj Tankians unverwechselbare Stimme harmonierte perfekt mit Daron Malakians markanten Gesangsparts und Gitarrenriffs. Stücke wie „Prison Song“, „Violent Pornography“, „Needles“, „Deer Dance“ oder „Psycho“ verwandelten das Publikum in einen einzigen Hexenkessel.

Doch System of a Down beherrschen nicht nur kompromisslose Härte. Mit „Aerials“, „ATWA“, „Lonely Day“ oder „Lost in Hollywood“ sorgten sie immer wieder für Verschnaufpausen, bevor die nächste Abrissbirne folgte.

Besonders beeindruckend war die Energie der über 80.000 Besucher. Es schien keinen einzigen Song zu geben, bei dem nicht gesprungen, mitgesungen oder gemosht wurde. Von den ersten Reihen bis weit nach hinten war die Begeisterung förmlich greifbar – ein kollektives Ausrasten, wie man es nur selten erlebt.

Mit „Toxicity“ erreichte die Stimmung ihren nächsten Höhepunkt, ehe „Sugar“ als finale Abrissbirne den Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Abend setzte.

Setlist System of a Down

  • Soldier Side (Intro)
  • B.Y.O.B.
  • Suite-Pee
  • Chic ‚N‘ Stu
  • Prison Song
  • Violent Pornography
  • Aerials
  • I-E-A-I-A-I-O
  • Innervision
  • Darts
  • Genocidal Humanoidz
  • Needles
  • Deer Dance
  • Radio/Video
  • Dreaming
  • Hypnotize
  • ATWA
  • Bounce
  • Suggestions
  • Psycho
  • Chop Suey!
  • Lonely Day
  • Lost in Hollywood
  • Tentative
  • Spiders
  • Forest
  • Cigaro
  • Toxicity
  • Sugar
System of a Down eröffnen den Open Air Park Düsseldorf mit einem Ausnahmezustand

SOAD – Clemente Ruiz (@clemente_310)

 

Mit der Eröffnung des Düsseldorfer Open Air Parks ist den Veranstaltern trotz kleiner organisatorischer Schwächen ein echtes Großereignis gelungen. Die Infrastruktur dürfte bei zukünftigen Veranstaltungen an einigen Stellen noch nachgebessert werden, doch musikalisch ließ dieser Abend keine Wünsche offen. Die nächsten Termine im Open Air Park sind am 19.06.2026 Pitbull und am 20.06.2026 OneRepublic.

Ein brachialer Auftakt für den neuen Open Air Park – und ein Konzert, das den Fans noch lange in Erinnerung bleiben wird.