Mit Wolkenjäger liefern die Folk-Rocker von Mythemia den perfekten Soundtrack für den Sommer. Das mittlerweile fünfte Studioalbum der Band vereint eingängige Melodien, mitreißende Refrains und die gewohnt ausgelassene Mischung aus Folk, Rock und maritimer Abenteuerromantik. Wer auf Festivals, Lagerfeuerstimmung und ausgelassene Feiern steht, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen.
Bereits der Opener „Land in Sicht“ setzt die Segel in die richtige Richtung. Mit treibendem Rhythmus und einem Refrain, der sich sofort festsetzt, eröffnet der Song eine Reise voller Fernweh und Lebensfreude. Direkt danach folgt mit „Wenn nicht jetzt?“ eine motivierende Hymne, die den berühmten Moment nutzt, um Mut zu machen und das Leben in die Hand zu nehmen.
Der Titeltrack „Wolkenjäger“ bildet das Herzstück des Albums. Hier treffen eingängige Folk-Melodien auf rockige Gitarren und einen Refrain, der wie geschaffen für große Festivalbühnen wirkt. Überhaupt versteht es die Band hervorragend, Bilder von Freiheit, Reisen und Gemeinschaft zu zeichnen, ohne dabei kitschig zu wirken.
Mit „Nachtgeläute“ und „Schlechte Heuer, guter Wind“ wird die maritime Seite der Band besonders deutlich. Seefahrerromantik, Fernweh und eine Prise Abenteuerlust prägen die Atmosphäre dieser Stücke. Gleichzeitig sorgen die dynamischen Arrangements dafür, dass die Songs stets lebendig bleiben.
Zu den Highlights zählt auch „Teufelskerl“, ein energiegeladener Rocksong mit ordentlich Druck, während „Juwelenfieber“ durch seine verspielte Instrumentierung und seinen mitreißenden Groove überzeugt. Spätestens bei „Der Horizont ist bunt!“ wird klar, dass Wolkenjäger vor allem eines sein möchte: ein Album, das gute Laune verbreitet.
Mit „Ahoi“ liefern Mythemia einen weiteren zukünftigen Live-Favoriten, bevor das Duett „Loreley“ gemeinsam mit Pegleg Peggy für zusätzliche Abwechslung sorgt. Die traditionelle Sage erhält hier eine moderne Folk-Rock-Interpretation, die hervorragend ins Gesamtbild passt.
Die Schlussphase des Albums gehört den Gemeinschaftsmomenten: „Darauf trinken wir“ ist eine ausgelassene Feierhymne, während „Heute hier, morgen dort“ das rastlose Musikerleben charmant einfängt. Den Abschluss bildet die Neuaufnahme von „Der Barde (2026)“, die einen gelungenen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Band schlägt.
Musikalisch bleiben Mythemia ihren Stärken treu. Dudelsack, Folk-Instrumente, rockige Gitarren und mehrstimmige Refrains verschmelzen zu einem Sound, der sofort ins Ohr geht. Die Band verzichtet bewusst auf Experimente und konzentriert sich stattdessen auf das, was sie am besten kann: Songs schreiben, die Menschen zusammenbringen.
Wolkenjäger ist kein Album für stille Melancholie oder komplexe Konzeptkunst. Es ist ein Album für warme Sommernächte, volle Festivalzelte, lange Abende mit Freunden und den gemeinsamen Gesang vor der Bühne. Genau darin liegt seine Stärke. Mythemia liefern 13 Songs voller Optimismus, Abenteuerlust und Feierlaune – und schaffen damit einen der unterhaltsamsten Folk-Rock-Soundtracks des Sommers.




