Der Sonntag des Rock Hard Festival stand ganz im Zeichen großer Namen, klassischer Heavy-Metal-Momente und einer gehörigen Portion Nostalgie. Nach dem bereits intensiven Freitag und Samstag zeigte sich das Amphitheater am 24. Mai erneut bestens gefüllt. Trotz spürbarer Müdigkeit vieler Besucher war die Stimmung vom ersten Ton an hervorragend – schließlich wartete ein Festivalabschluss, der sich sehen lassen konnte. – Die Sonne wurde minimal weniger.
Zwischen traditionellem Heavy Metal, düsterem Doom, melodischem Death Metal und ehrfürchtigen Verbeugungen vor der Vergangenheit entwickelte sich ein Tag, der besonders für Fans klassischer Gitarrenmusik unvergesslich bleiben dürfte.
SMORRAH eröffnen den letzten Festivaltag
Bereits am Mittag sorgten SMORRAH für einen energischen Einstieg in den Sonntag. Die Band präsentierte modernen Metal mit kräftigen Grooves und ordentlich Druck. Mit dem ersten Bier des Tages, rissen die Lokalmatadore die Bühne dezent ab! Das Gelände war bereits richtig gut für die Uhrzeit gefüllt!
Der frühe Slot wurde souverän genutzt – ein gelungener Auftakt für einen langen Festivaltag.
THE NEPTUNE POWER FEDERATION liefern das erste Spektakel
Spätestens mit THE NEPTUNE POWER FEDERATION wurde es dann herrlich exzentrisch. Die australische Band verwandelte die Bühne in ein psychedelisches Chaos aus Hard Rock, Doom und Glam-Attitüde.
Vor allem Frontfrau Screaming Loz zog mit ihrer theatralischen Performance alle Blicke auf sich. Zwischen Wahnsinn, Humor und purer Rock-’n’-Roll-Energie entwickelte sich einer der ungewöhnlichsten Auftritte des gesamten Wochenendes. Das Publikum reagierte begeistert auf diese völlig unberechenbare Show.
NAILED TO OBSCURITY bringen Melancholie ins Amphitheater
Mit NAILED TO OBSCURITY wurde die Stimmung deutlich dunkler. Die norddeutsche Band präsentierte modernen Melodic Death Metal voller Atmosphäre und emotionaler Tiefe.
Die schweren Riffs, melancholischen Melodien und intensive Dynamik funktionierten im Amphitheater hervorragend. Besonders die Wechsel zwischen brutalen Passagen und ruhigen Momenten verliehen dem Auftritt eine beeindruckende Spannung.
Die Band zeigte eindrucksvoll, warum sie mittlerweile zu den spannendsten deutschen Vertretern ihres Genres zählt.
GUS G. & RONNIE ROMERO lieferten anschließend feinsten klassischen Hard Rock und Heavy Metal auf höchstem Niveau. Während Gus G. an der Gitarre einmal mehr seine enorme Klasse demonstrierte, überzeugte Ronnie Romero mit einer kraftvollen und charismatischen Gesangsleistung.
Der Auftritt wirkte wie eine Liebeserklärung an die großen Tage des klassischen Metal – technisch brillant, melodisch stark und gleichzeitig angenehm bodenständig.
LUCIFER beschwören den Retro-Doom
Am frühen Abend übernahmen LUCIFER die Bühne und tauchten das Festivalgelände in okkulte 70er-Jahre-Vibes. Zwischen Doom, Heavy Rock und düsterer Atmosphäre entwickelte sich ein hypnotischer Auftritt, der perfekt in die langsam einsetzende Abendstimmung passte.
Besonders Frontfrau Johanna Sadonis dominierte die Bühne mit charismatischer Präsenz. Die Mischung aus Retro-Sound, schweren Riffs und melancholischer Stimmung machte LUCIFER zu einem der atmosphärisch dichtesten Acts des Tages.
ULI JON ROTH sorgt für Gänsehautmomente
Mit dem angekündigten „Virgin Killer“-Set von ULI JON ROTH wurde es anschließend historisch. Der ehemalige Scorpions-Gitarrist präsentierte zahlreiche Songs aus der frühen Phase der Band und entführte das Publikum zurück in die 70er Jahre.
Motörhead lebt weiter: MIKKEY DEE zelebriert die Klassiker
Einer der lautesten und emotionalsten Momente des Sonntags folgte mit MIKKEY DEE und seinem Motörhead-Tribute-Set.
Schon nach den ersten Takten war klar: Das wird keine nostalgische Pflichtübung, sondern eine echte Feier des Rock ’n’ Roll. Das Publikum sang jede Zeile mit, die Fäuste flogen in die Höhe und das Amphitheater verwandelte sich in eine einzige Hommage an Lemmy Kilmister und seine Band.
SAXON liefern den würdigen Abschluss
Als schließlich SAXON die Bühne betraten, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Die britischen NWOBHM-Legenden bewiesen eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bands des klassischen Heavy Metal zählen.
Mit einer Setlist voller Hymnen, donnernder Riffs und riesiger Refrains spielte die Band einen Headliner-Auftritt, der keine Wünsche offenließ. Biff Byford präsentierte sich stimmlich stark und führte das Publikum souverän durch Klassiker und neuere Songs gleichermaßen.
Das Amphitheater sang lautstark mit, während vor der Bühne ein letztes Mal Crowdsurfer und fliegende Haare das Bild bestimmten. SAXON lieferten genau den triumphalen Abschluss, den sich dieses Festival verdient hatte.
Ein würdiger Abschluss für ein Wochenende voller Leidenschaft, Lederjacken und legendärer Riffs – Wir haben für euch die Bilder von dem Festival – Sonntag.
LUCIFER
GUS G. & RONNIE ROMERO
NAILED TO OBSCURITY
THE NEPTUNE POWER FEDERATION
Impressionen


































































