Review: Xorsist – “Aberrations“

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Album Cover
8.9
Liebhaber des schwedischen Old-School-Death-Metal

Aus dem Schatten der schwedischen Hauptstadt Stockholm erhebt sich mit Xorsist eine Band, die den Geist des klassischen Death Metal nicht nur beschwört, sondern konsequent weiterträgt. In einer Szene, die von Legenden wie Entombed, Dismember und Unleashed geprägt wurde, positionieren sich Xorsist mit ihrem zweiten Langspieler “Aberrations“ als kompromisslose Bewahrer der alten Schule – und gleichzeitig als ernstzunehmende Stimme der Gegenwart.

Schon der Opener „Rest Impending“ macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: sägende Gitarren, ein wuchtiger, erdiger Sound und ein Tempo, das zwischen schleppender Düsternis und aggressiven Ausbrüchen pendelt. Die Produktion bleibt bewusst roh, ohne dabei an Durchschlagskraft einzubüßen – ein klarer Verweis auf die ikonische „Sunlight Studio“-Ästhetik, die den schwedischen Death Metal einst definierte.

Mit „Souls To Mourn“ und „An Elegy Unfolds“ liefern Xorsist zwei der stärksten Tracks des Albums. Hier verbinden sie melancholische Leads mit brachialen Riffs und schaffen eine dichte, fast schon bedrückende Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist das Gespür der Band für Dynamik: Immer wieder brechen sie die Intensität durch kurze, instrumentale Zwischenspiele wie „Draped In Sorrow’s Cloth…“ oder „…And Aged In Embers“, die dem Album Struktur und Tiefe verleihen.

Faceless“ sticht durch seine kompakte, fast punkige Direktheit hervor, während „His Shrouded Gaze“ mit über fünf Minuten Spielzeit ein episches Highlight darstellt – schleppend, schwer und von einer düsteren Erhabenheit getragen. Gegen Ende zeigt „Disbelief“ noch einmal die rohe Aggression der Band, bevor „Memorial Cries“ als würdiger Abschluss fungiert: ein schwerer, fast schon elegischer Track, der das Album in einem Meer aus Verzweiflung und Wucht versinken lässt.

Was “Aberrations“ besonders macht, ist die Balance zwischen Tradition und Eigenständigkeit. Xorsist kopieren nicht einfach ihre Vorbilder, sondern verstehen es, deren Essenz zu destillieren und in einen modernen Kontext zu setzen. Die Riffs sind klassisch, aber nie klischeehaft; die Atmosphäre vertraut, aber dennoch frisch genug, um sich von der Masse abzuheben.

Aberrations“  ist ein starkes Statement für alle Liebhaber des schwedischen Old-School-Death-Metal. Xorsist beweisen, dass das Genre auch 2026 nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. Ein Album, das gleichermaßen nach Moder, Melancholie und musikalischer Überzeugung riecht – und genau deshalb so gut funktioniert.

Unser Fazit


Sound
9.5
Inhalt
8
Kreativität
9
Artwork
9
Wiederhörwert
9