Manchmal entsteht die beste Musik genau dann, wenn man aufhört, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie eigentlich klingen soll. Genau diesen Ansatz verfolgen PARTY DOZEN auf ihrem fünften Studioalbum „21 Bum Salute“. Das australische Duo aus Sydney präsentiert sich so unberechenbar, experimentierfreudig und befreit wie selten zuvor. Zwischen Noise-Rock, psychedelischen Einflüssen, Doom-Elementen und einer gehörigen Portion musikalischem Wahnsinn bewegen sich Kirsty Tickle und Jonathan Boulet auf ihrem ganz eigenen Weg – ohne sich von Genregrenzen oder Erwartungen einschränken zu lassen.
„Es ist, als wäre es uns einfach egal – aber auf die beste Art und Weise“, beschreibt Jonathan Boulet die Herangehensweise an das neue Album. Eine Aussage, die ziemlich gut zur künstlerischen Haltung von PARTY DOZEN passt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 hat sich das Duo von einer kleinen DIY-Band aus Marrickville zu einem international tourenden und von der Kritik gefeierten Act entwickelt. Dabei ist der ursprüngliche Charakter ihrer Musik keineswegs verloren gegangen. Im Gegenteil: Die Kombination aus experimentellem Saxophon, treibenden Schlagzeugbeats, Loops und einer bewusst unberechenbaren Produktion bildet weiterhin das Fundament ihres Sounds.
Mit „21 Bum Salute“ setzen PARTY DOZEN ihren Weg konsequent fort und lassen dabei offenbar sämtliche kreativen Hemmungen hinter sich. Das Zusammenspiel von Kirsty Tickle am Saxophon und Gesang sowie Jonathan Boulet am Schlagzeug, an den Loops und in der Produktion verspricht erneut eine ungewöhnliche Mischung aus rhythmischer Direktheit und klanglicher Experimentierfreude. Hier geht es nicht darum, sich an klassische Songstrukturen zu halten oder möglichst glatt und vorhersehbar zu klingen. Vielmehr lebt das Projekt von Kontrasten, Brüchen und der Bereitschaft, musikalische Ideen auch einmal bewusst gegen die Wand zu fahren.
Die zehn Songs der Platte tragen bereits Titel, die neugierig machen. Mit „Special Unit“ und „Mad Rooter“ beginnt die Reise durch das neue Werk, bevor mit „Euro Stomper“ der ausgewählte Fokus-Track folgt. Der Song steht im Zentrum und dürfte für viele Hörer einen ersten Zugang zur neuen Veröffentlichung bieten. Anschließend geht es mit „Toss My Coin“ und dem titelgebenden „21 Bum Salute“ weiter, ehe „PMFD“, „Full Powers“ und „Captain Hook“ die Tracklist ergänzen.
Auch die letzten beiden Titel, „The Stinking Rose“ und „Age Of Fools“, fügen sich in die eigenwillige Namensgebung ein, mit der PARTY DOZEN ihre musikalische Welt umgeben. Insgesamt umfasst das Album zehn Tracks und verspricht damit eine kompakte Reise durch die experimentelle Klangwelt des Duos.
Was PARTY DOZEN besonders macht, ist die ungewöhnliche Besetzung. Wo andere Bands auf klassische Gitarrenriffs, Bass und ein vertrautes Rockgerüst setzen, entsteht hier aus Saxophon, Schlagzeug und elektronischen Elementen ein Sound, der sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt. Noise-Rock trifft auf psychedelische Ausflüge und kontrolliertes Chaos auf Momente, in denen die Musik scheinbar jede Richtung gleichzeitig einschlägt. Gerade diese Eigenständigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität des australischen Duos.





