Review & Galerie: Match Börner Open Air 2026 – Tag 2

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Sheena

Tag 2 des Match Börner Open Airs begrüßt uns mit ebenso grandios gutem Wetter wie am Vortag, toller Stimmung und einem vollen Programm guter Musik. Wir haben den Tag mit Elfmorgen begonnen (zuvor hatten bereits Edelg!ft und Butterwegge gespielt). Diese haben leider irgendwie ihr Backdrop für die Bühne vergessen mitzunehmen und sich kurzerhand von dem anwesenden Kein Bock auf Nazis-Team eine Fahne dafür geliehen. Mit ihrem nach vorn treibenden Fun Punk reißen sie das Publikum mit sich. Elfmorgen haben Songs wie „Bei aller Liebe“, „Nur für dich“, „Krach für euch“ und „Nazis bleiben Nazis“ im Gepäck. Bei ihrem Song „Oberlippenbart“ schieben sie mittendrin ein Cover der Band die Mimmi’s mit rein und später im Set gibt es dann auch eine kurze Version des Goldenen Zitronen Klassikers „Für Immer Punk“. Den Abschluss macht dann der wohl bekannteste Song von Elfmorgen: „Kapitän“. Da will man direkt einfach mitsingen. Passend dazu begeben sich auch Kein Bock auf Nazis noch auf eine Runde Schlauchboot fahren auf der Crowd und sammeln wieder ordentlich Pfand ein für ihre gute Sache.

Die Energie die Elfmorgen bereits aufgebaut haben können Rantanplan nahtlos fortsetzen. Sie starten ihr Set direkt mit „Stay Rudel Stay Rebel“. Ich liebe diesen Song! Tanzbar wird es dann mit „Revolution (Emma G.)“ und dem MGMT Cover „Kids“ von ihrem zuletzt erschienenen Cover Album „Geschwedet“. Natürlich gibt es aber auch ein paar Oldschool-Klassiker wie „Unbekanntes Pferd“ und „Staub“ auf die Ohren und welcher Song natürlich nicht fehlen darf ist „Wir sind nicht die Onkelz“.

Mein persönliches Highlight des Tages waren dann Adam Angst. Sie starteten ihr Set mit „Wir sind zusammen“ und verpassten dem Song ein paar dramatische Breaks welche teils zum Quatschen verwendet wurden. Im Anschluss sollte dann das „Mindset“ geändert werden bevor es um richtig viel „Angst“ ging, in einer besonders derben Spielart. Bei „Punk“ ging es dann auch nochmal voll zur Sache bevor man mit „Unter meinem Fenster“ eine kleine Atempause bekommen hat. Es folgt eine Ansprache, dass alle gegenseitig auf sich aufpassen sollen (wohl vor allem Moshpit) und die wilde Fahrt geht weiter mit „Ja ja ich weiß“ und „Alphatier“. Der letzte Song hat mich in der Playlist echt überrascht, im positiven Sinne. „Lösung deiner Probleme“ wird dann im ersten Part ausschließlich von Felix am Klavier gespielt. Eine erneute Pause zum Durchatmen bevor man bei „Alle sprechen deutsch“ und „Wir werden alle sterben“ wieder Vollgas gibt. Dann gibt es eine Ansage, dass sie sich als arme Punks es sich leider nicht leisten können zu jedem Auftritt das Lumpenpack mitzunehmen und dennoch wird „Kruppstahl, Baby“ gespielt. Zur Bridge des Songs wünscht man sich dann eine Wall of Death in Slow Motion, was leider nur so halbwegs geklappt hat. Den Abschluss machen dann „Splitter von Granaten“ und „Professoren“ und eine Ansage, dass auf diesem Festival wahrscheinlich eh 99,9% der Leute gegen Nazis sind und wenn es hart auf hart kommt werden wir alle gemeinsam stark sein. Welch schöne Worte die einem Hoffnung geben in der aktuellen schweren Zeit.

Schmutzki starten dann ihr Set mit „Disko-Diktatur“ nachdem Moderatorin Pia bereits während der Ankündigung einen Circle Pit für die Jungs gestartet hatte. Anschließend sprechen sie von ihrer wirklich kurzen Anreise von circa 11 Stunden und starten weiter rein mit „Eine dieser Nächte“ und „Hey du“. Die gesamte Setlist von Schmutzki hier nun aufzuzählen würde etwas ausufern, da ihre Songs meist kurz und knackig sind und man so auch auf eine Menge Songs pro Setlist kommt. Bei Gequatsche auf der Bühne verwechselt Beat kurz das Bundesland in dem das Match Börner Open Air statt findet doch korrigiert sich kurz danach von Niedersachsen auf Schleswig-Holstein. Außerdem wünscht man sich statt des Countdowns der am Rand der Bühne läuft doch einen Teleprompter mit den eigenen Texten. Zum Song „1000 Feuer“ geht Beat in die Crowd, aber möchte keinen Circle Pit sondern lieber Feuerzeuge denn es wird romantisch. Dann wird leider bemerkt: es ist noch viel zu hell für Feuerzeuge und Taschenlampen, der Song wirkt dennoch. Zu „Zeltplatz Baby“ gibt es dann kollektive DipDipDips und bei „Rodeo“ gibt es tatsächlich einen Konfetti-Regen. Man glaubt dann schon das Set sei zu Ende, auch Schmutzki denken das und bemerken doch, da ist noch etwas mehr Zeit übrig. Also werden Songs raus geholt die es ursprünglich nicht auf die Setlist geschafft hatten wie „Schmutzki repariert“ und „Wunder“ von ihrem aktuellen Album. Sie betonen nochmal das sie extra schlecht spielen an dem Tag, weil ja die im Anschluss spielenden Royal Republic immer und überall so krass gut abliefern. A propos „Krass gut“ wurde natürlich auch gespielt. Ebenso wie „Backstage“ welches eine crazy „What’s love“-Bridge erhalten hatte. Den Abschluss macht dann „Sauflied“ und die letzten 20 Sekunden des Countdowns werden noch mit einem Mini-Track und einer Wall of Death gefüllt.

Headliner des zweiten Abends beim Match Börner Open Air sind Royal Republic aus Schweden. Musikalisch fallen sie etwas aus der Reihe, doch das ändert nichts an der Tatsache was für überragende Musiker sie sind und wie sie das Publikum ab Moment 1 an in ihren Bann ziehen. Royal Republic starten ihr Set mit „My House“. Mich hat neben der Musik und Bühnenpräsens auch die grandiose Lichtshow fasziniert und die mit LED’s beleuchtete Gitarre von Sänger Adam Grahn. Spätestens bei ihrem Hit „Getting Along“ ist das gesamte Publikum am Abgehen. Es beginnt ein wilder Ritt mit Songs wie „Baby“, „Back from the Dead“ und „Full Steam Spacemachine“. Etwas ruhiger wird es dann bei „Boomerang“ welches nur mit Akustik-Gitarre gespielt wird und mehrstimmigen Gesang hat. Die Blues Harp bringt dann noch ein wenig Country Feeling in den Song. Anschließend wird dann der Hit „Venus“ von Shocking Blue gecovert. Einfach einmalig einen so femininen Song mit einer so maskulinen Stimme zu Hören. Ein letztes Highlight war dann das Royal Republic als Abschlusssong alle gemeinsam auf deutsch gesungen haben und zwar „Heute schütte ich mich zu“.

Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen mal auf das Match Börner Open Air zu gehen. Es vereint alles was wir an Festivals lieben: tolle Bands und somit gute Musik, eine entspannte Stimmung an einem hübschen Ort, tolle Organisation, keine zu weiten Wege (zumindest für uns die wir jeden Tag mit dem Auto anreisen und nicht dort campen), gutes Essen und ein tolles Publikum. Es passiert dort immer wieder, dass man mit anderen Leuten ins Gespräch kommt, obwohl die Norddeutschen doch angeblich so kühl und wortkarg sind. Das Line-Up in diesem Jahr hat uns voll und ganz überzeugt und auch für das nächste Jahr sind bereits tolle Acts angekündigt worden. Wir freuen uns schon darauf im nächsten Jahr zum Match Börner Open Air erneut hinzufahren. Es ist als würde man nach Hause kommen.