Die O feiern einen denkwürdigen Warm-up-Abend in der Turbinenhalle Oberhausen der „Mitten Unter Euch Tour 2026“

Boehse Onkelz – Oberhausen – Justin Herschfeld (47)

Es gibt Konzerte. Und es gibt Abende, die schon in dem Moment, in dem sie passieren, Legendenstatus erreichen. Genau so ein Abend war die exklusive Warm-up-Show der Böhsen Onkelz in der restlos ausverkauften Turbinenhalle Oberhausen – der letzte Härtetest vor dem großen Arena-Spektakel auf Schalke im Rahmen der „Mitten unter euch Tour 2026“.

Nur wenige Tausend Fans hatten überhaupt die Chance, dabei zu sein. Aufgrund der begrenzten Kapazität wurden die heiß begehrten Tickets ausschließlich über die legendäre TomBOla vergeben. Entsprechend elektrisierend war die Atmosphäre schon lange vor dem ersten Ton. Wer an diesem Abend Einlass erhielt, wusste: Das wird kein gewöhnliches Konzert – das wird Geschichte.

Schon mit „Heilige Lieder“ machten die Onkelz unmissverständlich klar, dass sie keine halbe Sachen machen würden. Vom ersten Akkord an verwandelte sich die Turbinenhalle in einen brodelnden Hexenkessel. Kevin Russell überzeugte mit einer kraftvollen Stimme, Stephan Weidner führte gewohnt charismatisch durch den Abend, während Matthias „Gonzo“ Röhr und Pe Schorowsky gemeinsam das musikalische Fundament für fast zweieinhalb Stunden Rockgeschichte legten.

Die Setlist bot eine gelungene Mischung aus Klassikern, Fan-Favoriten und Songs, die live immer wieder für Gänsehaut sorgen. Bereits früh sorgten „Finde die Wahrheit“, „Gehasst, verdammt, vergöttert“ und das emotionale „Buch der Erinnerung“ für erste Höhepunkte. Mit „Leere Worte“, „Onkelz 2000“ und „So sind wir“ blieb die Intensität konstant hoch, während „Wenn Du wirklich willst“ und „Terpentin“ eindrucksvoll bewiesen, warum diese Band auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Live-Magie verloren hat.

Spätestens bei „Stunde des Siegers“ und der 2001er-Version von „Ich bin in Dir“ sang die gesamte Halle jede Zeile mit. Es folgten ein wuchtiges „Ohne mich“, das kompromisslose „Nichts ist so hart wie das Leben“ sowie das unverwüstliche „Keine Amnestie für MTV“, das noch immer nichts von seiner Schärfe eingebüßt hat. Mittlerweile hörte man mehr das Publikum als die Band. WOW!

Mit „Das Signum des Verrats“ und dem epischen „Der Platz neben mir – Part I + II“ schlugen die Onkelz anschließend auch die emotionalen Töne an. Die Mischung aus Härte, Melancholie und Zusammenhalt machte einmal mehr deutlich, warum ihre Konzerte weit mehr sind als reine Rockshows – sie sind ein Gemeinschaftserlebnis.

Im finalen Teil des Sets ließen „Danke für nichts“, „Kirche“ und das generationenübergreifende „Nichts ist für die Ewigkeit“ die Turbinenhalle endgültig explodieren. Doch niemand glaubte ernsthaft, dass dies bereits das Ende sein sollte.

Mit „Wir ham‘ noch lange nicht genug“ lieferten die Onkelz die perfekte Botschaft für diesen Abend. Es folgten das obligatorische „Mexico“, bei dem die gesamte Halle kollektiv zur Partyzone wurde, und das emotionale „Auf gute Freunde“, das Arm in Arm von Tausenden Kehlen mitgesungen wurde. Den Schlusspunkt setzte „Erinnerungen“ – ein würdiger Abschluss eines Konzerts, das seinem Titel alle Ehre machte und noch lange nachhallen wird.

Diese Warm-up-Show war weit mehr als ein Probelauf. Sie war eine Liebeserklärung an die treuesten Fans, ein Dankeschön an jene, die über die TomBOla das große Los gezogen hatten, und gleichzeitig ein eindrucksvolles Statement dafür, dass die Böhsen Onkelz auch 2026 nichts von ihrer Wucht, Leidenschaft und Authentizität eingebüßt haben.

Wer an diesem Abend dabei war, durfte erleben, wie aus einer Konzerthalle ein emotionaler Ausnahmezustand wurde. Und wer am Samstag nach Schalke fährt, weiß spätestens jetzt: Die Band ist bereit.

Setlist – Turbinenhalle Oberhausen (09.07.2026)

  1. Heilige Lieder
  2. Finde die Wahrheit
  3. Gehasst, verdammt, vergöttert
  4. Buch der Erinnerung
  5. Leere Worte
  6. Onkelz 2000
  7. So sind wir
  8. Wenn Du wirklich willst
  9. Terpentin
  10. Stunde des Siegers
  11. Ich bin in Dir (Version 2001)
  12. Ohne mich
  13. Nichts ist so hart wie das Leben
  14. Keine Amnestie für MTV
  15. Das Signum des Verrats
  16. Der Platz neben mir – Part I + II
  17. Danke für nichts
  18. Kirche
  19. Nichts ist für die Ewigkeit

Encore

  1. Intro Oratorium
  2. Wir ham‘ noch lange nicht genug
  3. Mexico
  4. Auf gute Freunde
  5. Erinnerungen