Deichbrand Festival der Sonntag Review & Galerie

Deichbrand Festival, der Sonntag

Wir haben noch die letzten Beats und Melodien von SDP und den Electric Callboys im Ohr, sitzen gemütlich im Camp und lassen den erlebten Tag Revue passieren. Das Wetter sollte sich auf dem Deichbrand Festival 2026 am Sonntag wahrlich nicht von seiner besten Seite zeigen. Das ein oder andere Zelt ging buchstäblich in der Nacht baden. Denn über das Festivalgelände zog ein kräftiges Unwetter in der Nacht rüber mit way to much Wasser von oben. Uns sollte das aber die gute Festivallaune nicht verderben und so blicken wir voller Freude auf die kommenden Bands und Künstler*innen. Springen wir rein und lets go Deichbrand Festival, der Sonntag!

 

Cascada – Water Stage

Cascada sollte den Sonntag um 12 Uhr an der Water Stage eröffnen und damit für den ersten Frühsport sorgen. Trotz widriger Umstände in der Nacht waren schon viele Besucher an der Water Stage und fieberten den Gig von Cascade entgegen. Mit ihren zwei Tänzern und DJ sorgte Cascada, mit ihrem EuroDance/Pop, für viel Wirbel. Emotional wurde es als sie erklärte dass sie das erste mal auf dem Deichbrand ist und als welch große Ehre sie dieses empfindet. Ich glaube sogar man konnte eine kleine Freudenträne bei ihr entdecken. Natürlich kein Set von Cascada ohne ihren Klassiker „Everytime we touch“. Nach knapp 50 Minuten war das Frühsport Spezial schon zu Ende und geht direkt zu Fire Stage.

 

 

100 Kilo Herz – Fire Stage

Eigentlich, aber auch nur eigentlich sollten jetzt Massendefekt die Fire Stage in Brand setzen. Krankheitsbedingt musste  die Band jedoch absagen und das Deichbrand Team hat mit 100 Kilo Herz einen mehr als würdigen Ersatz gefunden. Mit ihren wunderbaren und selbst definierten Brass Punk spielten sich 100 Kilo Herz richtig heiß. Es sollte nicht lange dauern bis der erste Moshpit entsteht. Wo gestern im Moshpit noch der Staub flog, sind es jetzt die Schlammspritzer. Gummistiefel und Wetterfeste Kleidung waren zu diesem Zeitpunkt noch Pflicht im Infield. Kurz vor 14 Uhr sollte ihr Set vorüber sein.

The Rasmus – Water Stage

Mit finnischen Grunge und Rock von The Rasmus ging es direkt 14 Uhr weiter auf der Water Stage. Ihr letzter Auftritt war 2017 und nun war es 2026 wieder soweit. Gitarristen „Emppu“ eigentlich Emilia Suhonen legte von der ersten Sekunde des Set eine unfassbare Energie in die Saiten. Es hat soviel Spass gemacht ihr beim spielen zu zusehen. Wir brauchen definitiv mehr Gitarristinnen! The Rasmus spielten neben vielen Songs aus ihrem aktuellen Album „Weirdo“ natürlich auch ihren Klassiker „In the Shadows„. Mitsingen und Tanzen garantiert.

 

Remote Bondage – Newport

Auf der neuen und immer noch unfassbar (auch nach dem vierten tag) gut aussehenden (für mich persönlich) Newport Stage sollten Remote Bondage diese nun mit ihren Sound zum Beben bringen. Über Remote Bondage wurde schon von der Breminale berichtet und um so mehr hab ich mich gefreut sie nun endlich selber sehen zu dürfen. Zwischen kraftvollen Bassspiel und herrlich provokanten und gesellschaftskritischen Texten ist das Zusammenspiel einfach grandios. Zurecht spielen sie auf dem Deichbrand. Vielleicht sogar bald auf einer Hauptbühnen. Ich würde es ihnen gönnen. Leider konnte ich mir nur die ersten 4 Songs in die Ohren drücken denn auf der Fire Stage sollte es mit 102 Boyz direkt weitergehen. Remote Bondage immer noch ein heißer Tipp für die Playlist.

102 Boyz – Fire Stage

Pünktlich um 15 Uhr sollte es auf der Fire Stage Trap Beats und deutschsprachigen Hip Hop aus Ostfriesland, genauer gesagt Leer geben. Die sechs 102 Boyz drückten dem Infield ihre expliziten und kompromisslosen Texte auf die Ohren. Meine Kamera fand sie großartig, viel viel Action auf der Bühne. Meine Ohren leider nicht so. Aber hey, Geschmack ist vielfältig und divers. Genau wie das Deichbrand Festival. Ich war auch ehrlich gesagt dankbar nach drei Songs den Graben verlassen zu dürfen und hab mich ins Pressezelt geflüchtet. Die zuschauende Fans haben es gefeiert und nur darauf kommt es an, denn die 102 Boyz haben die Fire Stage ordentlich zum brennen gebracht.

 

The Molotovs – Newport

Ein weiterer Geheimtip der uns zugeflüstert wurde sollten the Molotovs aus England sein. Rauen, rohen und dreckigen Punk hauen die beiden Geschwister einem um die Ohren. Während der Bruder Mathew nur ins Mikro schreit, quält Issey ihren Bass und die Frisur. Trotz einsetzenden Nieselregen war das Infield an der Newport Stage voll. Viele wollten den beiden Geschwister sehen, hören und erleben. Denn der Gig von the Molotovs war ein Erlebnis. Der Geheimtip scheint wohl doch nicht so geheim zu sein. Kein Wunder, spielten sie als Support Act von der Ikone Iggy Pop.

Makko – Water Stage

Das komplette Kontrastprogramm sollte es mit Makko nun geben. Absolut tiefen entspannt steht Makko vor einem unfassbar tollen Bühnenbild (sry ich habs verpeilt es zu fotografieren) und rappt seine Zeilen ins Mikro. Leider sehr ortsgebunden die ersten Songs. Das macht die Sache für Fotograf*innen nicht unbedingt einfacher. Dafür hatte es aber die Crowd wesentlich einfacher. Textsicher sang das Infield jede Zeile und Strophe mit. Ich hab erst später beim sortieren der Bilder realisiert das da ein sehr sehr große Zahnlücke ist. Der Auftritt fühlte sich auch nicht wirklich nach einen Rap Konzert an, eher wie hart man am struggeln ist und das ganze einfach in nen Beat gepackt. Ich war tiefst beeindruckt von den Texten die Makko ins Mikro gerappt hat.

 

Ikkimel – Fire Stage

Gegen 17 Uhr sollte Ikkimel die Fire Stage nun komplett abreißen. Wir alle haben noch ihren legendären MoMa Aufritt vor Augen. Während ein Teil der älteren Generation gehörig den Kopf gewaschen bekommt, gehen alle anderen komplett steil und feiern ihren Gig komplett ab, inklusive kollektives Ausrasten. Zwischen halb kurz runtergezogener Jogginghose und einen BH der Brüste andeutet, haut Ikkimel ihre provokanten Songs nur so der Menge entgegen. Hab ich Ikkimel für ihren MoMa auftritt gefeiert? Absolut! Hab ich sie für ihren Deichbrand Gig gefeiert? Aber sowas von! Selbst nach dem Gig im Pressezelt war die Stimmung bei dem ein oder anderem verstört. Alles richtig gemacht… Ich würde euch jetzt gerne hier die Bilder präsentieren aber habe leider keine Freigabe von ihrem Management bekommen. Dies bitte ich zu entschuldigen und zu respektieren. Danke!

 

01099 – Water Stage

Etwas ruhiger trotzdem kein bißchen leiser ging es mit 01099 auf der Water Stage zu. Die drei waren von der ersten Sekunde an in Stimmung und dieser Funke schwappte auch sofort über. Die drei sprühten nur vor Lebensfreude und das merkte man ihnen auch an. Zwischen Raps und Saxophoneinlagen sangen die ersten Reihen alles mit was 01099 ihnen an Text entgegen warfen. Ich kann gar nicht allzu viel über den Gig sagen, weil nahezu zeitgleich auf der Newport Ok.Danke.Tschüss spielen sollten. Richtig beindruckenden fand ich aber wie sie auf den, bestimmt 3m hohen Rechteck performed haben und das ohne Sicherung. Dafür ziehe ich meinen Hut. Ich hatte dann nach Ende des zweiten Song den Graben fluchtartig verlassen um einigermaßen pünktlich an der Newport anzukommen. Spoiler, ich war es nicht. Das Infield war gefühlt mit 60.000 Besuchern voll und da musste ich durch.

 

 

Ok.Danke.Tschüss – Newport

Ich hatte ja schon gespoilert dass ich es nicht rechtzeitig zu Ok.Danke.Tschüss geschafft hatte und so blieben mir hier auch nur noch zwei Songs. Die hab ich dafür um so mehr genossen. Bekannt in meinen Ohren waren Ok.DankeTschüss vor ein paar Jahren durch ein Reel/TikTok was ihr hier sehen könnt -> Mantra und dementsprechend war ich gespannt auf die Mannheimer. Wer jetzt denkt Moment mal, die Bassisten hab ich doch schon gesehen? Jap genau so hab ich auch gedacht und tatsächlich spielt die Bassisten Louise Peyk wohl auch gerne bei Ok.DankeTschüss. Der Auftritt der Indie PopRock Band war ein Zusammenspiel mit dem Publikum vor der Newport Bühne. Sängerin Eva Sauter interagierte immer wieder gerne mit dem Publikum und machte so den Auftritt zu einem besonderen Erlebnis. Liebhaber von Indie PopRock kamen voll auf ihre Kosten. I like it.

 

Giant Rooks – Fire Stage

Den Schlusspunkt auf der Fire Stage beim diesjährigen Deichbrand sollten die Giant Rooks aus Hamm setzten Und was für ein Schlusspunkt. Die Giant Rooks haben eindrucksvoll bewiesen dass es kein extravagentes Bühnenbild braucht um zu begeistern. Ein einfacher heller Vorhang reicht. Der Rest ist pure Spielfreude und eine wahnsinnige Energie die, die Band, versprüht. Keiner der still steht, naja ausser vielleicht der Drummer und  Jonathan am Piano… Die saßen wie festgenagelt an ihrem Spielzeug… Wo sollten sie auch hin… Alle anderen nutzen die Bühne, vor allem Sänger Fred. Das war ganz großer Indie Rock. Zwischen rockigen und schnellen Passagen gab es auch Momente an dem es etwas ruhiger und intimer wurde. Atmosphäre können die Giant Rooks. Ein würdiger Schlusspunkt und Abriss an der Fire Stage.

Sido – Water Stage

Headliner Sido aus Berlin sollte um kurz vor 21 Uhr die Water Stage zum Abriss bringen. Es sollte der krönende Abschluss der vier Tage werden. Die Setlist gespickt mit Hits aus der Vergangenheit als er noch bei Aggro Berlin war und natürlich Radio komforme Hits wie Bilder im Kopf. Für die noch anwesenden Fotograf*innen war das Gig von Sido gespickt mit Verwirrungen. Erst hiess es Song 1-3 und später dann die letzten drei Songs. Was sich als absoluter Glücksfall noch rausstellen sollte. Das Sido die Menge fest im Griff hatte, das brauch ich gar nicht erwähnen. Wie erwähnt ist die Setliste eine Reise durch Sido seine musikalische Vergangenheit. Gänsehautmoment gab es als er Astronaut mit einen seiner Background Sänger performte. Aber Sido wäre nicht Sido wenn er den Schlusspunkt setzt. Und so war der letzte Song auf der Water Stage, auch von der Menge gefordert, der Arschficksong. Döp Döp Döp Dööööööp Döp. Das wars. Finito.Das Deichbrand 2026 ist zu Ende. Auf der Newport und dem Electrees sollte es zwar noch bis 4 Uhr morgens weiter gehen, aber mein Deichbrand 2026 war zu Ende.

 

Fazit von mir und von dem Veranstalter

Deichbrand Presse:

Vier Tage lang feierten mehr als 60.000 Besuchende pro Tag gemeinsam an der Nordsee ein friedliches, stimmungsvolles und musikalisch abwechslungsreiches Festival.

Auch musikalisch war das DEICHBRAND 2026 ein Erfolg auf ganzer Linie. Das vielfältige Line-Up sorgte an allen vier Tagen für zahlreiche einmalige Festivalmomente und begeisterte die Besuchenden auf allen Bühnen. Ob die mitreißende Show von Electric Callboy, die ausgelassene Stimmung bei SDP oder der emotionale Auftritt von Nico Santos, das Wochenende bot zahlreiche Highlights für unterschiedlichste Musikgeschmäcker. Die durchweg mitreißende Stimmung auf dem gesamten Gelände bestätigt uns einmal mehr, dass unser Booking den Geschmack unserer Fans getroffen hat.

Unsere Besuchenden haben das Festival erneut zu etwas Besonderem gemacht. Menschen unterschiedlichster Generationen und aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus dem benachbarten Ausland feierten gemeinsam friedlich, respektvoll und mit einer einzigartigen Atmosphäre, die das DEICHBRAND seit vielen Jahren auszeichnet.

Mein persönliches Fazit:

Vorher nur als Gast, jetzt als Medienvertreter das Deichbrand zu erleben war noch mal eine anders intensive Art. Ich habe eine ausgelassene und fröhliche trotz teilweise schlechtem Wetters Menschen gesehen. Wohin man geschaut hat, nur glückliche, strahlende, mitsingen und tanzende Menschen. Mein besondere Dank geht an die beiden die uns die Grabenpässe immer ausgehändigt haben, an die zwei im Pressezelt die immer bei Fragen da waren. An die Secu, die mit uns im Graben getanzt hat, auf uns und auf die Gäste aufgepasst haben. An alle Fotografen mit denen ich tolle Gespräche geführt habe. Einen ganz dicken Gruß an Günni und Jörg aus Scheeßel. Und ein noch dickeren Gruß an meinen kleinen großen Anker Emma aus Dortmund. Danke und wir sehen uns alle hoffentlich 2027 wieder.