Amon Amarth — Exklusive Release Show in der Zeche Carl Essen, 06.10.2026

Amon Amarth, Zeche Carl Essen — eine Release Show, die mehr war als ein Konzert

Es gibt Abende, die lassen sich schwer sachlich aufschreiben. Dieser hier gehört dazu.

Die Zeche Carl in Essen ist klein. Und genau das war der Punkt. Eine Band, die man sonst auf Festivalbühnen mit Drachenbooten, Wikingern und Pyrotechnik sieht, spielt plötzlich in einem Raum, in dem man die Bühne fast anfassen kann. Ausverkauft, versteht sich. Einlass war mit etwas Verspätung um 18:45 Uhr, der Beginn verzögerte sich ebenfalls leicht — in einem Haus dieser Größe fällt das kaum ins Gewicht, wenn alle wissen, worauf sie warten.

Vier Tage nach dem Release von „The Allfather Awakens“ — Album Nummer 13 — stand Amon Amarth in Essen auf der Bühne.

Dann kamen die ersten Töne von „Gjallarhorn„, und der Laden ging hoch. Nicht langsam, nicht abwartend, sondern sofort. Die Setlist war eine Mischung aus neuem Material und den Nummern, die seit Jahren in jedem Pit mitgebrüllt werden: „War Of The Gods„, „Deceiver Of The Gods„, „Put Your Back Into The Oar„, „Shieldwall„, „Raise Your Horns„. Zum Schluss „Twilight Of The Thunder God“ — mehr braucht ein Abend nicht.

Was man der Band angemerkt hat: Die hatten selbst richtig Bock. Keine abgespulte Routine, kein Dienst nach Vorschrift. Der Graben war winzig, die Distanz zum Publikum entsprechend gering, und Amon Amarth haben das genutzt statt sich davon stören zu lassen. Der Sound war für einen Raum dieser Größe erstaunlich gut — druckvoll, aber nicht matschig.

Die Signierstunde im Anschluss war das zweite Highlight des Abends und wurde entsprechend angenommen.


Für mich war dieser Abend allerdings mehr als eine Show.

Ich habe Amon Amarth beim Summer Breeze 2009 zum ersten Mal live gesehen. Seitdem bin ich dieser Band verfallen. Es gibt nicht viele Dinge, bei denen ich wirklich abschalten kann — bei dieser Musik geht das. Die Welt draußen und alles, was gerade schwer ist, verschwindet. Und gleichzeitig kann man dazu feiern.

2019 war ich bei der Show in Oberhausen, mit VIP Meet & Greet und Signierstunde. Sechs Tage nachdem mein Vater gestorben war. Den Backpatch auf meiner Kutte habe ich mir an dem Abend signieren lassen, und der hängt da heute noch. Manche Konzerte sind einfach Konzerte. Dieses war etwas anderes.

Umso mehr hat dieser Abend für mich bedeutet. Nach siebzehn Jahren als Fan mit dem Fotopass eine Release Show fotografieren zu dürfen — das war für mich eine Ehre. Es gibt Momente, da schließt sich ein Kreis, und man merkt es sogar, während es passiert.

Danke an die Zeche Carl, Management und Festivalstalker für die Akkreditierung und an Amon Amarth für einen Abend, den ich so schnell nicht vergesse.

 

Amon Amarth

Setlist:

Gjallarhorn
War Of The Gods
Death In Fire
Deceiver Of The Gods
The Allfather Awakes
Put Your Back Into The Oar
We Rule The Waves
Shieldwall
Eight Legs Of Thunder
Raise Your Horns
For Victory Or Death
Twilight Of The Thunder God

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