Es gibt Bands, die Konzerte spielen. Und es gibt Bands, die einen Raum in einen brodelnden Hexenkessel verwandeln. Skunk Anansie gehören auch im Jahr 2026 zweifellos zur zweiten Kategorie. Im Rahmen ihrer Summer Shows 2026 machte die britische Alternative-Rock-Institution am 11. Juni Station in der Turbinenhalle Oberhausen und lieferte einen Auftritt ab, der eindrucksvoll bewies, warum die Formation um Frontfrau Skin seit über drei Jahrzehnten zu den elektrisierendsten Live-Acts Europas zählt.
Lady Lazarus eröffnen den Abend
Den Auftakt des Abends übernahm die aufstrebende Alternative-Rock-Band Lady Lazarus. Mit kraftvollen Gitarrenriffs, düsterer Atmosphäre und einer überzeugenden Bühnenpräsenz gelang es der Band schnell, die bereits zahlreich erschienenen Besucher auf Betriebstemperatur zu bringen. Ein Support-Set, das weit mehr war als bloße Pflichtübung und neugierig auf zukünftige Veröffentlichungen macht.
Von der ersten Sekunde an volle Energie
Als gegen Abend die Lichter erloschen und die ersten Takte von „This Means War“ durch die Halle donnerten, war klar: Skunk Anansie hatten nicht vor, Gefangene zu machen. Skin stürmte die Bühne mit einer Energie, die selbst deutlich jüngere Künstler neidisch machen dürfte, während Gitarrist Ace, Bassist Cass und Schlagzeuger Mark Richardson das musikalische Fundament mit gewohnter Präzision legten.
Bereits mit dem nachfolgenden „Charlie Big Potato“ explodierte die Stimmung endgültig. Die Mischung aus brachialem Rock, elektronischen Elementen und Skins unverwechselbarer Stimme zog das Publikum sofort in ihren Bann.
Die Setlist bot eine gelungene Balance zwischen aktuellen Songs und den großen Klassikern der Band. Stücke wie „Because of You“, „An Artist Is an Artist“, „Love Someone Else“ und „God Loves Only You“ zeigten, dass Skunk Anansie auch heute noch relevante und kraftvolle Musik schreiben.
Besonders eindrucksvoll gelang die emotionale Darbietung von „Weak“, oder auch „Twisted (Everyday Hurts)“ und „I Can Dream“ unterstrichen die enorme musikalische Bandbreite der Band.
Politisch, kompromisslos und laut
Wer Skunk Anansie kennt, weiß, dass politische und gesellschaftliche Themen seit jeher Teil ihrer DNA sind. Mit „Yes It’s Fucking Political“ und dem immer noch erschreckend aktuellen „Little Baby Swastikkka“ setzte die Band deutliche Statements gegen Intoleranz, Rassismus und gesellschaftliche Spaltung. Die Reaktionen im Publikum machten deutlich, dass diese Botschaften auch 2026 nichts von ihrer Relevanz verloren haben.
Mit „Cheers“ und dem unvermeidlichen „Hedonism (Just Because You Feel Good)“ erreichte die Stimmung ihren nächsten Höhepunkt.
Den emotionalen Schlusspunkt setzte schließlich „You’ll Follow Me Down“. Gemeinsam mit dem Publikum verabschiedete sich die Band nach knapp zwei Stunden von einer restlos begeisterten Turbinenhalle.
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