Review & Galerie: Paula Carolina in Hamburg

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Wir waren am 2. Mai 2026 bei Paula Carolina in der Großen Freiheit in Hamburg zur „Ich war hier“-Tour und was soll man sagen, die Freiheit wurde zum Beben gebracht. Dies lag unter anderem auch an dem leider manchmal etwas zu starkem Bass. Doch auch dies hat der Bomben-Stimmung an dem Abend keinen Abbruch getan.

 

Falschgeld

Den Abend eröffnet haben Falschgeld, eine wirklich junge Band aus München (die Jungs sind alle 20 und 21 Jahre alt). Sie machen Indie-Pop-Rock mit einer ordentlichen Ladung Punk-Attitude. Schon direkt zu Beginn verkünden sie, dass dies ihr erstes richtiges Konzert in Hamburg ist, zum Abschluss des Sets wird dann auch auf ihr anstehendes erstes Solo-Konzert in Hamburg am 14. Oktober erwähnt. Die Jungs haben Songs wie „Stimmung hoch“, welches eher melancholisch daher kommt und doch noch in der Bridge etwas Ska-Charakter bekommt, und „Schüttel dich“ dabei. Zu Letzterem gibt es auch eine eigenen Tanz-Choreo, welche dem Publikum ratzfatz beigebracht wird und dieses hat sichtbar Spaß dabei  zu tanzen und abzugehen. Bei „Menschen wie wir“ wird dann das Akkordeon ausgepackt, was mich dann noch etwas überrascht hat.

 

 

Gut aufgewärmt durch Falschgeld geht es dann in eine kurze Umbaupause, in welcher passenderweise Hits aus den 90er und 2000er laufen. Das ist genau das Richtige für ein solches Publikum und so wird auch in der Pause zu TicTacToe und Kelly Clarkson getanzt und gesungen.

 

Paula Carolina

Dann beginnt endlich die Show von Paula Carolina und diese eröffnet mit dem Opening Track ihres aktuellen Albums „wild“, welcher äußerst passend „Hallo Leute“ heißt und auch keine weitere Songzeile bedarf. Ebenso wie auf dem Album folgt auch im Live-Set hier rauf „Darf sie das?“ ein Song der durch seinen Abwechslungsreichtum einfach überzeugt. Paula Carolina hat von Beginn an das Publikum in ihren Bann gezogen und so ist es nicht verwunderlich, dass bereits beim dritten Song – „Offiziell glücklich“ – alle mitgröhlen und spätestens bei „Wär’s ok?“ bebt der Boden vom Springen des Publikums ebenso wie auf der Bühne. „Wär’s ok?“ ist etwa 3 Jahre alt und doch schon ein echter Paula Carolina Klassiker, welcher schon damals ihre charmant direkte Art zeigt. Ungefähr zu dieser Zeit habe ich sie auch bereits kennen und lieben gelernt.

Immatrikulationsbescheinigung

Dann geht’s auch direkt Schlag auf Schlag weiter mit neuen Songs. Wie bereits auf „wild“ bleibt Paula Carolina der Abfolge treu und trennt Präludium und Song nicht voneinander. So auch bei „Summa cum laude“ und „Immatrikulationsbescheinigung“. Und weil letzteres so ein schönes Wort ist, gibt es nach einem Outfitwechsel in Absolventenroben auch einen kleinen Bühnencontest.

Paula Carolina sucht sich aus dem Publikum jemanden, der/die dieses Wort buchstabieren möchte. Wunderschön ist auch ihre Aussage: „Wir zeigen nicht auf andere, sonst müssen wir selbst auf die Bühne.“ Dann wird Lea auf die Bühne geholt und schafft es (mit der Unterstützung des Publikums) das Wort „Immatrikulationsbescheinigung“ zu buchstabieren. Dafür erhält sie auch eine solche und darf anschließend den ersten Flinta-Moshpit des Abends starten. Auf etwas Neues folgt etwas Altes mit „Otto Normal“. Wer bis jetzt noch keine NDW-Vibes gespürt hat und noch nicht das Tanzbein geschwungen hat wird spätestens jetzt mitgerissen.

 

 

Im Anschluss gibt es dann „Linke Zecke“ auf die Ohren, einen meiner absoluten Lieblingssongs. Bei „Sex und Liebe“ wandert Paula Carolina dann auf ein Podest auf der Bühne, welches dramaturgisch dann auch nochmal richtig zur Geltung kommt bei ihrem Cover von „Durch den Monsun“, bei dem dann nämlich auch noch eine Windmaschine dazu kommt. Das Publikum ist zum Teil erstmal etwas verdutzt doch dann gehen alle komplett ab zu diesem Tokio Hotel Klassiker. Beim Übergang zum nächsten Song, welcher „Das Nachspiel“ heißt, kommt dann ein Bass Saxophon zum Einsatz. Ein wirklich faszinierendes Instrument, welches ungeahnte Töne erreichen kann. Passend dazu dann auch der Choral, welcher zum Song „Angst frisst Demokratie“ überleitet.

Wo ist er Bus?

Doch ein wirklich lustiges Highlight des Abends folgt erst danach. Vor dem zweiten Refrain des folgenden Songs wird die Band leiser, Paula Carolina dirigiert fachgerecht den Gesang des Publikums und beginnt eine Rede über ihren Tour-Bus-Fahrer. Dieser hat wohl an diesem Abend erstmalig die Möglichkeit sich das Konzert von Paula Carolina auch anzuschauen und so wird dieser kurzerhand auch auf die Bühne geholt um bei „Wo ist der Bus?“ tatkräftig mitzusingen.

 

 

Mit Songs wie „Hasipupsi“, bei der die komplette Band immer im Break in einen Freeze Mode geht, und „Der Kopierer“ nähert sich der Abend dann auch seinem Ende. Bei der Zugabe gab es dann auch noch einen Mix aus neuen Songs wie „So ein Brett“ und heißersehnten „Klassikern“ wie „Schreien!“ und „Extra“.

Fazit des Abend

Zusammenfassend kann man sagen: der Abend mit Paula Carolina war laut, bunt, cool oder einfach gesagt wild! Sie weiß einfach, wie man das Publikum mitreißt und berührt.