Review & Galerie: Match Börner Open Air 2026 – Tag 1

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Fotocredits
Sheena

Wir waren am 10. und 11. Juli in Norderstedt beim Match Börner Open Air. Was während eines Corona-Lockdowns als fixe Idee entstand ist mittlerweile ein großes und beliebtes Festival. Zwar sind wir erst zum zweiten Mal mit dabei und doch fühlt es sich irgendwie an als würde man nach Hause kommen. Daher möchte ich bevor wir ins Geschehen abtauchen zuerst einmal dem tollen Team des Match Börner Open Airs danken. Wir wurden wirklich herzlich aufgenommen und haben uns vollends wohl gefühlt. Um ein paar Beispiele zu nennen, was dies ausgelöst hat: so waren es zum Beispiel die beiden Securities, die uns direkt bei Ankunft geholfen haben die Fotopass-Ausgabe zu finden und welche dann später über den Platz gegangen sind und geschaut haben, dass es allen Besuchern gut geht, oder das spontane Umbauen vom Hobby Horsing auf ein Wasserstelle an der man sich fix frisch machen und abspritzen konnte mit Wasser.

Tyna:

Eröffnet haben Tyna das Festival. Leider gab es bei uns ein paar organisatorische Hindernisse und so konnten wir nicht das gesamte Set mit Tyna durchpowern. Sie haben unter anderem ihre neue Single „Zu laut“ gespielt, welche am gleichen Tag erst erschienen ist. Auch mit dabei hatten sie „ADHS“, welchen ich komplett nachvollziehen kann, sowie „A****“ und „Scheissverein“. Das Publikum war entweder schon vor vorne an mit dabei oder spätestens jetzt bereits super aufgewärmt für den restlichen Tag und Abend.

100 Kilo Herz:

Dann entern 100 Kilo Herz die Bühne und ziehen erstmal 2 Songs am Stück durch, bevor es zur ersten Ansage kommt. Es wird als Spaß gefragt, warum das Publikum hier ist und nicht für Merz ein paar Überstunden macht. Dies wird vom Publikum beantwortet mit „Merz leck Eier“. Weiter geht es dann mit „Drei Jahre ausgebrannt“ und im Publikum werden die ersten Rauchbomben gezündet, was echt überraschend ist so früh am Tag. Es folgt eine Ansage gegen die AfD und der Song „Dazugehören“. „Dreck und Glitzer“ wird dann allen Antifas gewidmet und auch „Happy Hour“ und „Pogo und Polka“ wird gespielt. Was mir positiv auffiel war, wie gut die Bläser bei 100 Kilo Herz zur Geltung kommen.

Blackout Problems:

Blackout Problems fallen dann, meiner Meinung nach, stilistisch etwas aus der Reihe. Während der Rest des Festival Line-Ups sehr dominiert ist von deutschsprachigem Punk, wird es hier mit englischsprachigem Alternative Rock wesentlich tanzbarer könnte man meinen. Blackout Problems eröffnen ihr Set mit „Trouble“ und wie bereits von der Moderatorin Pia des Match Börner Open Airs bereits angekündigt, begibt sich Sänger Mario beim Song „The National“ auf Wanderschaft und spielt den Song vom Behindertenpodest aus mit seiner Akustik-Gitarre. Als Intro zu „Dark“ gibt es dann ein Remix von von „Voodoo People“ von The Prodigy. Im Laufe des Sets machen die Jungs von Blackout Problems dann sogar noch einen Outfitwechsel zu schwarz, jedoch mit mehr Glitzer als zuvor. Bei „Murderer“ gibt es dann das markante „R-E-S-P-E-C-T“ im Style von Aretha Franklin und mit „Funeral“ wird es dann auch nochmal etwas smoother und romantischer.

Slime:

Slime können leider erst mit etwas Verzögerung dann starten. Hier geht einmal mein Respekt an deren Roadcrew raus: die gesamte Backline kam aufgrund eines Staus erst 15 Minuten vor Stagetime an und Slime haben mit ca. 15 Minuten Verspätung gestartet. Sie eröffnen ihre Show mit „Komm schon klar“, dicht gefolgt von den Klassikern „Armes Deutschland“ und „Alle gegen alle“. Bei „Sie wollen wieder schießen“ gehen die herzlichsten Grüße an die AfD raus aber allgemein wird bei Slime recht wenig auf der Bühne gequatscht. Songs wie „Schweineherbst“ und „Störtebecker“ dürfen in keinen Slime-Set fehlen und auch „Weil fickt euch alle“ und „Linke Spießer“ wird gespielt.

ZSK:

Headliner des Abends sind ZSK. Die Jungs starten ihre Show mit großem Bühnenbanner auf dem steht „Wir sind in deiner Stadt“ und Konfettiregen zum Song „Wir kommen in deine Stadt“. Was für ein Auftakt und auch Joshi hält es nicht lang auf der Bühne, schon bei den ersten Songs springt er von der Bühne und sucht den direkten Publikumskontakt. Mich persönlich hat es sehr gefreut, dass „Herz für die Sache“ direkt der zweite Song des Abends war. Einer meiner All-time-Favorites! Weiter geht es dann mit „Punkverrat“, „Darwin“, „Hassliebe“ und „Leuchtraketen“. Dann beginnt Joshi zu erzählen: sie spielen voll gern Kinder-Konzerte, doch was ihn richtig nervt sind Punkrock Opas, die einfach auch nur alte weiße Männer sind, die ihm dann mailen und sich beschweren, dass Kinder nicht auf Punk Konzerte gehören. Joshi sagt dazu „Fick Dich!“ Dann holt ein kleines Mädchen namens Mira (9 Jahre alt) auf die Bühne und fragt ob sie das Konzert bisher ganz okay fand oder richtig scheiße, doch sie sagt richtig gut. Dann gibt es für die kleine noch ein paar Süßigkeiten und ZSK starten mit Vollgas in „Die Kids sind okay“ während Mira ganz süß von den Secus zu ihren Eltern zurück gebracht wird. Weiter geht es dann mit „Keine Liebe für Berlin“ und dem absoluten Klassiker „Keine Angst“. Anschließend gibt es dann eine kleine Ansprache zur Organisation Kein Bock auf Nazis. Deren Team steigt daraufhin in ein Schlauchboot zum Crowdsurfen und währenddessen Pfandbecher einfangen, als Spende. Es ist kaum zu glauben aber auch nachdem Joshi einen Countdown dazu angezählt hat nimmt das Pfandbecher werfen kein Ende und zuletzt passt einfach nichts mehr in dieses Schlauchboot rein. Dazu läuft „Deine Lieblingslieder“. Im Anschluss wird dann der Booker des Match Börner Open Airs Michael auf die Bühne geholt. Es ist sein letztes Jahr und ZSK schicken ihn um den Abschied zu feiern mit einem Kasten Freibier ins Publikum. Währenddessen beginnen die Jungs aus Berlin ihren Song „Die besten Lieder“ zu spielen und es gibt noch ein paar große Bälle ins Publikum. Dann geht die Sause auch richtig ab bei „Sommer ohne Nazis“.  Doch ZSK können auch ruhigere Töne. Dafür begeben sich Arne und Joshi ins Publikum, fordern dazu auf jemanden in den Arm zu nehmen (natürlich nur mit Einverständnis) und spielen „Und ich höre dich atmen“. Da wir schon bei Beziehungssongs sind gibt es im Anschluss auch noch „3 Uhr Nachts“ auf die Ohren und dann geht es mit „Himmel“ und „Alle meine Freunde“ langsam dem Ende entgegen. Ein kleines Special ist dann noch das Cover des Iggy Pop Songs „The Passenger“ gemeinsam mit Blackout Problems. Ein Song darf an so einem Abend auf keinen Fall fehlen und so beenden ZSK diesen großartigen Festivaltag mit „Antifascista“!