Review: Eradikated – “Wiring of Violence“

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Album Cover
8.7
ein durchdachtes, kompromissloses Album

Mit Wiring of Violence liefert die Band Eradikated ein kompromissloses Statement ab, das gleichermaßen wütend, technisch präzise und thematisch bissig ist. Schon der Titel deutet an, worum es geht: Gewalt als System, als Verkabelung innerhalb gesellschaftlicher Strukturen – und genau diese Idee zieht sich wie ein roter Faden durch die knapp 33 Minuten Spielzeit.

Der Opener „And on the Economy“ ist kaum mehr als ein zynisches Intro, setzt aber mit seiner kalten Spoken-Word-Atmosphäre sofort den Ton. Ohne Umschweife knallt „British Petroleum“ danach los – ein aggressiver, riffgetriebener Track, der mit messerscharfen Breaks und galligem Gesang punktet. Hier zeigt sich bereits die größte Stärke des Albums: die Balance zwischen chaotischer Energie und präziser Ausführung.

Songs wie „Mortality“ und „Culling“ treiben das Tempo weiter nach oben. Besonders „Culling“ sticht durch seine fast schon klaustrophobische Dichte hervor – Blastbeats, dissonante Gitarren und ein spürbarer Hang zum Kontrollverlust. Dem gegenüber steht „Again I Rise“, das mit seinen längeren Strukturen und einem fast epischen Aufbau überrascht und dem Album etwas Luft zum Atmen gibt, ohne an Intensität einzubüßen.

Mit „Tsar“ und „Precipice“ wird es experimenteller. Erstgenannter Track ist kurz, bissig und wirkt wie ein brutaler Einschub, während „Precipice“ mit dynamischen Wechseln und einem düsteren Spannungsbogen zu den Highlights zählt. Der Titeltrack „Wiring of Violence“ bündelt schließlich alle Stärken des Albums: Groove, Aggression und eine bedrückende Atmosphäre, die lange nachhallt.

In der zweiten Hälfte überzeugen vor allem „Confession – Obsession“ mit seiner beinahe hypnotischen Wiederholung und „Ashes“, das einen etwas melodischeren, aber nicht weniger düsteren Ton anschlägt. Der Abschluss „And Cats!“ wirkt dann fast ironisch – ein kurzer, verstörender Ausklang, der das Album bewusst gebrochen enden lässt.

Produktionstechnisch klingt Wiring of Violence roh, aber kontrolliert. Die Gitarren sind schneidend, der Bass drückt im Hintergrund konstant nach vorne, und das Schlagzeug wirkt wie ein unaufhaltsamer Motor. Der Gesang pendelt zwischen wütendem Shouting und verzerrten, fast schon entfremdeten Passagen, was den inhaltlichen Themen zusätzliche Tiefe verleiht.

Unser Fazit


Sound
9
Inhalt
8
Kreativität
9
Artwork
8.5
Wiederhörwert
9