Reeperbahn Festival 2026 Teil 2

Wir waren am 18. September auf dem Reeperbahn Festival für euch. Während ich mich auf den härteren Part konzentriert habe, war unsere Fotografin Frances im Indie- und Singer Songwriter Bereich unterwegs. In dem Reeperbahn Festival 2026 Teil 2  schauen wir dafür in das Betty rein, denn da sind der MoreCore Showcase und der Rock and Metal Alliance Showcase gewesen. Das Betty teilt sich einmal in Club und Bar auf. Im Clubbereich fand der MoreCore Showcase mit entsprechender Stage statt. Sehr viel gemütlicher sollte es im Bereich der Bar sein für den Rock und Metal Alliance Showcase. Scherzhaft gesprochen: „Wie viele Musiker samt Instrumenten kannst du auf 3 Quadratmetern Bühne unterbringen?“
Das Betty… Jaaaaaaaa
Um 16 Uhr sollten sich die Türen des Betty öffnen und zahlreiche Metal und Rockheads strömten rein. Der Freitag des Reeperbahn Festival 2026 sollte kurz drauf starten.

Timetable für den Abend

 

  • 16.20 Uhr Still Talk – Club, 30Min
  • 17.20 Uhr Luther – Club, 30 Min
  • 18.20 Uhr Sun Eater – Club, 40 Min
  • 19.00 Uhr Swartzheim – Bar, 30 Min
  • 19.30 Uhr Morhpide – Club, 30Min
  • 20.10 Uhr Dogbite – Bar, 40 Min
  • 20.55 Uhr Pinkpool – Club, 45min
  • 21.40 Uhr DeadWax – Bar
  • 22.30 Uhr ALT BLK ERA – Club
  • 23.00 Uhr Pentastone – Bar
  • 23.50 Uhr Arankai – Club

Still Talk

Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe nicht alle Bands geschafft, da Frances und ich uns einen zeitlichen Rahmen gesteckt hatten. Springen wir aber rein in den Abend. Den Auftakt machten Still Talk mit einem Sound aus Emo-Pop, Punk und Indie-Rock. Mein persönlich erster Gedanke war: Okay, cool soweit, aber wo ist der Core? Auch das schon mehr als gut gefüllte Betty brauchte einen Moment. Hat man sich auf Still Talk eingelassen, hat die Kölner Band einen mitgenommen. Und so dauerte es nicht lange und Still Talk hatte das Betty gut im Griff. Lyrics die zum Nachdenken anregen, die offen zeigen wie aktuelle Machtstrukturen herrschen und oder sich um die eigene Identität in dieser Welt drehen. Nach gut 30 Minuten war das Set von Still Talk auch schon zu Ende.

Luther

Auf Luther hatte ich mich schon gefreut, hatte ich die Berliner Band doch das erste mal live auf dem Local Core Festival Anfang September in der Markthalle Hamburg gesehen. Da Luther musikalisch einen starken Eindruck hinterlassen haben, war ich dementsprechend hyped auf ihr Set. Die brachiale Gewalt die Leo am Mikro entfesselt lässt das nicht nur das Betty erzittern. Nach dem etwas ruhigeren Start ging es nun mit Luther direkt ans Eingemachte. Die Breakdowns reißen wie beim ersten mal mit, die Riffs drücken dir die Falten auf der Stirn einfach weg. Songs wie „next time send a killer“ oder „five of cups“ sind live einfach Bretter. Die Live Performance von Luther ist einfach purer Abriss. Nach wie vor weiß der Mix aus Nu Metal, Metalcore und Djent zu begeistern. Auf das kommende Album und eine vielleicht kommende Clubtour dürfen wir uns freuen.

Sun Eater

Den verpassten Gig von Sun Eater auf der Summer Breeze Open Air kann ich jetzt im Betty nachholen. Ist doch Sun Eater mit einer der aufstrebenden Deathcore Bands aus Deutschland. Mit ihrem neuen Sänger aus den Niederlanden Sten Govers scheinen Sun Eater musikalisch angekommen zu sein inklusive des neuen Albums „Death Crown“ welches Anfang des Jahres erschienen ist. Kaum auf der Bühne im Betty angekommen, ging es in die Vollen. Gutturaler Gesang, Growls und Gitarren im fast klassischen Death Metal bestimmen das Bild. Mit ihren melodischen und teils symphonischen Elementen haben Sun Eater einen ganz eigenen Deathcore Sound kreiert. Im Betty scheint der Sound anzukommen denn neben Pits gab es auch eine wunderbar kleine Wall of Death. Kein Club zu klein oder zu groß um ihn abzureißen.

Swartzheim in der Bar

Kurz vor 19 Uhr öffnete dann die Bar im Erdgeschoss und wieviele Musiker kann man auf gefühlten 2 Quadratmeter samt Drumkit unterbringen? Das Betty: Jaaaa
Auf engsten Raum versammelten sich nun die Band Swartzheim und das Publikum was entweder von oben oder noch von der Strasse reinströmt. Dem Sänger der dänischen Band sollte es egal sein wie voll die Bar mittlerweile ist. Mikro geschnappt und mitten rein in die Menge. Schnelle Gitarren im Trash Metal Style treffen auf die Shouts von Sänger Jeppe. In der Zeit, in der ich unten in der Bar war, gab es so ziemlich kaum einen Moment wo Sänger Jeppe auf der „Bühne“ war. Zwischen den, sofern es möglich war, moshenden Gästen war teilweise nur noch das Mic sichtbar. Live können die Dänen von Swartzheim definitiv.

Ich musste selber nach 10 Minuten aus der Bar raus weil einfach die leichte Klaustrophobie irgendwann gekickt hat. Versteht mich nicht falsch, ich hab kein Problem mit einem vollem Club nur wenn ich das Gefühl bekomme keine Luft mehr zu bekommen muss ich halt rausgehen. Nicht desto trotz hab ich euch ein paar Bilder mitgebracht.

Morphide

Ein klein wenig ruhiger sollte das Set der lettischen Band Morphide starten aber deswegen kein wenig leiser. Sängerin Jelizaveta beherrscht eine unglaubliche Range zwischen glasklaren teils sehr verletzlich klingenden Gesang um direkt in der nächsten Strophe direkt in klassische Core Growls und Screams dem Publikum entgegenzuwerfen. Die Gitarre fügt sich wunderbar mit herrlichen Riffs und Breakdowns in das Bild ein. Im Gepäck hatte Morphide Songs aus ihrem aktuellen Album, welches sich viel um die eigene mentale Gesundheit samt Heilung dreht. Das Trio von Morphide aus Lettland weiß gekonnt eine dichte Atmosphäre im Betty zu erzeugen und die Crowd musikalisch mitzunehmen. Kaum warm gegrooved war das Set leider auch schon zu Ende.

DOGBITE

Zurück nach unten in die Bar, die gefühlt noch einmal voller ist als zuvor. DOGBITE sollte es egal sein, kurz noch die stylische Brille richten und los geht es. Mit einer herrlichen Mischung aus Hardcore und Metalcore gehen die Leipziger direkt zu Sache. Kein warm up oder Gesabbel, direkt rein und die Fresse. Kompressor und Limiter arbeiten beim Gesang am Limit, so sehr wird ins Mikro geschrien. Die Saiten der Gitarren flehen um Gnade und das Drumkit steht kurz vor dem hießen der weißen Flagge. Die Boxen haben das auch kurz mit einem Knacken und „ich bin hier mal kurz raus“ quittiert. Der Spielfreude von DOGBITE hat das absolut keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil, ohne Rücksicht auf Verluste ziehen DOGBITE durch. Die überfüllte Bar war nur noch ein reiner Schmelztiegel sich in klassischer Hardcore Manier bewegenden Menschen. Ein geiles Bild.

pinkpool

Die für mich letzte Band an diesem Abend sollte pinkpool aus Berlin sein. Eine kurze Suchmaschinen Anfrage meinerseits ließ mich rausfinden dass sich die Band aus studierten Musiker:innen zusammensetzt. Dementsprechend war meine Erwartungshaltung schon etwas höher. Vielleicht etwas zu hoch. Technisch war die Band pinkpool top und über jeden Zweifel erhaben. Nur wirkte es für mich manchmal im Sound zu glatt und zu verspielt. Auch die Gäste im Club mussten warm werden aber war das Eis gebrochen ging es ab. Die Attitude und der Sound bewegen sich vermischend im Alternative Metal mit (Emo)Punk und Singer Songwriter Elementen. Die Energie auf der Bühne war über jeden Zweifel erhaben und so wurde auf der Bühne gehüpft und gesprungen. Wer an dem musikalischen Mix von pinkpool gefallen gefunden hatte, der wurde mit einem energiegeladenen Set belohnt.

Bilder

Reeperbahn Festival 2026

Das Betty hatte mit dem MoreCore und the Rock und Metall Alliance Showcase ein herrlich abwechslungsreiches Programm aufgefahren. Es war für jeden etwas dabei egal ob Punk, Deathcore, Hardcore oder Metalcore. Für jeden Geschmack gab es genug auf die Ohren. Ich hätte liebend gerne noch Pentastone aus Darmstadt  und ALT BLK ERA mitgenommen nur meine Zeit war an diesem Abend limitiert. Und so sollte das Reeperbahn Festival 2026 schon kurz nach halb 10 abends für mich zu Ende sein. Das Konzept mit vielen Bars und Clubs an den die unterschiedlichsten Musiker:innen und Bands auftreten finde ich ziemlich nice. Wir kommen gerne 2027 wieder.
Welche Musiker:innen und Bands Frances erlebt, gefeiert und gehört hat könnt ihr in diesem wunderbaren Artikel lesen. click me

Reeperbahn Festival 2026 Teil 2

Reeperbahn Festival 2026