Im Interview mit dem Festivaljoker

NEAERA – Reload Festival – Justin Herschfeld (5)

Festivalstalker: Moin, Festivaljoker! Vielen Dank für deine Zeit und dafür, dass du dich wieder schön für uns gemacht hast!

Du bist mittlerweile ein echtes Aushängeschild auf den Festivals und ein Festival ohne dich ist einfach langweilig!

Festivaljoker: Wow, danke für die Blumen. Mich erstaunt es immer wieder, dass anscheinend so viele Menschen das mögen, was ich halt so tue. Ich selbst bin da eher immer mein größter Kritiker.

Festivalstalker: Wie beschloss der Joker der Festivaljoker zu werden?

Festivaljoker: Gar nicht. Das ist irgendwie passiert. Bis heute frage ich mich selbst immer wieder, wie das alles so ausarten konnte.

 

Festivalstalker: Wie waren die Anfänge auf den Festivals als Joker?

Festivaljoker: Nicht anders als sonst auch. Man trank mit seinen Freunden und hatte eine gute Zeit. Neu war nur, dass man unheimlich viele nette Leute getroffen hat, an denen man sonst vermutlich nur vorbei gegangen wäre.

Festivals sind auch immer „Ausnahmezustand“. Da fühlt man sich frei, da jede*r Zweite dieselbe geistige Umnachtung wie man selber hat. Jeder Festivalgänger kennt diese Gefühle: Unbeschwert und lustig, jedoch anstrengend aber trotzdem unglaublich schön.
Besser wäre also eigentlich die Bezeichnung „Normalzustand“ für die Festivalzeit.
Hier ist die Welt einfach noch in Ordnung. Man lebt.

Festivalstalker: Erinnerst du dich noch an den Moment, als dir klar wurde: „Das kommt richtig gut an“?

Festivaljoker: Da gab es gar nicht diesen „einen Moment“. Sehr viele Festivalgänger wollten sich plötzlich mit mir unterhalten und luden mich in Ihr Camp ein.
Vielleicht war es der Zeitpunkt, als sich „Werner trifft…“ bei mir gemeldet hat und ich plötzlich in seinem Shuttle-Bus zum Interview saß. Das war schon crazy.

Festivalstalker: Was war dein erstes Festival?

Festivaljoker: Das war das Reload Festival 2012 mit den Dropkick Murphys, Slash, We butter the bread with butter und Electric Callboy, die damals noch unter Eskimo Callboy liefen.
Und wenn du einmal auf dem Reload warst kommst du automatisch wieder.
Deshalb ist es seit 2012 ein jährlich fester Termin für mich.

 

Festivalstalker: Wie bereitest du dich auf ein Festival-Wochenende vor?

Festivaljoker: Planlos geht der Plan los. Wichtig ist aber die Bierstickstoffkühlung.

Festivalstalker: Welche Festival-Community hat dich bisher am meisten überrascht?

Festivaljoker: Ganz klar die Metal-Community. Hinter der teils dunklen Fassade, die liebsten und zuverlässigsten Menschen auf diesem Planeten. Aus den zufälligen Festivalbekanntschaften wurden mittlerweile teils enge Freundschaften.

Festivalstalker: Was war dein emotionalster Festivalmoment?

Festivaljoker: Als Benny von Neaera von der Bühne aus nach dem Festivaljoker gerufen hat und die Leute animiert hat mich Crowdsurfen zu lassen. Ich war so überrumpelt. Und dann siehst du dich selbst auf den Bühnenmonitoren – Das war wild.
Im Interview mit dem Festivaljoker

Ein weiterer sehr schöner Festival-Augenblick für mich:
Ich zitiere am besten meinen eigenen Instapost von vor einigen Jahren:
„Mein besonderer Moment: Nachts um ca. 6 Uhr morgens mit ner Bank vor dem Welcome Home Infield-Eingang gesetzt. Bier in der Hand. Sternenklarer Himmel. Absolute Stille. Im Hintergrund hörte man noch das Mexikaner Zelt. Es war so still, dass man das surren der Himmelsstrahler auf dem Eingang hören konnte. Es war am Samstag saukalt aber ich blieb trotzdem noch ne halbe Stunde um das zu genießen. Ein ganz besonderer Moment. Kann man glaube ich schwer nachvollziehen, wenn man es selber nicht live erlebt hat. Im Interview mit dem FestivaljokerIm Interview mit dem Festivaljoker

 

Festivalstalker: Was war die verrückteste Begegnung, die du als Joker hattest?

Festivaljoker: Ein Spiegel. Um 5 Uhr früh.

Festivalstalker: Wie gehst du mit schlechtem Wetter auf Festivals um?

Festivaljoker: Genauso wie die Jungs von der Band Neaera: Rein in den Schlamm und wohl fühlen!

Im Interview mit dem Festivaljoker

 

Festivalstalker: Was war der kurioseste Gegenstand, den dir jemand zum Signieren gegeben hat?

Festivaljoker: Eine männliche Brust und ein Rücken-Jokertattoo von einer jungen Dame.

Festivalstalker: Wenn du für einen Tag mit einem Künstler Backstage tauschen könntest – wer wäre das?

Festivaljoker: Mit Kevin von Electric Callboy. Alles was die Jungs tun sieht nach spaß aus.

Festivalstalker:Was möchtest du den Menschen mitgeben, die dir auf Festivals begegnen?

Festivaljoker: Viel Liebe und schöne Erinnerungen an ein unvergessliches Festival.

 

Wir danken dem Festivaljoker für seine Zeit!

Festivaljoker: Ach Quatsch, ich weiß nicht mal wie ich in dieses Interview geraten bin.

Bis zum Reload Justin – dort trinken wir dann das versprochene Bier zusammen.