Hellseatic Festival 2026

Vom 1. Mai bis zum 2. Mai 2026 wurde in Bremen das Hellseatic Festival wieder ausgetragen. Das Line Up war mit 26 Bands und Künstler*innen für ein kleines Indoor Festival extrem stark. Dementsprechend straff war auch der Zeitplan. Es gab mit dem Magazinkeller,der Turbinenhalle und dem Magazinboden drei Stages wobei die Turbinenhalle die Mainstage gewesen ist. Das Hellseatic Festival 2026 verstand sich auch in diesem Jahr wieder talentierten, ambitionierten und noch weniger bekannten Künster*innen/Bands eine Bühne zu bieten. Trotzdem glänzt das Hellseatic auch mit internationalen Acts.

Der Festival Freitag

Da ich (Basti) leider von diesem Festival so gar nichts wusste und mein Kalender entsprechend schon verplant war, konnte ich nur am Freitag für euch vor Ort sein. Ich möchte auch in dem Zusammenhang den Organisator*innen, speziell Andrea, meinen Dank aussprechen für die sehr kurzfristige Akkreditierunganfrage und Zusage. Das ist nicht selbstverständlich. Der Freitag des Hellseatic Festival sollte folgendermaßen ausschauen:

Magazinkeller
  • 15.30 Uhr – 16.00 Uhr Kolari / Post Hardcore
  • 16.55 Uhr – 17.35 Uhr Ebbe / Black Doom
  • 18.30 Uhr – 19.05 Uhr Aptera / Stoner Metal
  • 20.00 Uhr – 20.35 Uhr Tyranex / Trash Metal
  • 21.45 Uhr – 22.35 Uhr Ryr / Post-Doom Metal
  • 23.30 Uhr – 00.15 Uhr Shitshow / Punk
Kesselhalle
  • 16.10 Uhr – 16.50 Uhr Bruecken / Post Rock
  • 17.40 Uhr – 18.25 Uhr Coltaine / Post Metal
  • 19.10 Uhr – 19.55 Uhr Temple Fang/ Psychodelic-Space Rock
  • 20.40 Uhr – 21.40 Uhr Psychonaut / Post Metal
  • 22.30 Uhr – 00.00 Uhr Crippled Black Phoenix / Rock
Magazinboden
  • 20.00 Uhr – 20.45 Uhr Super Oud / Oriental Oud
  • 21.45 Uhr – 22.55 Uhr Eremit / Doom Sludge Metal Akustik Set

 

Kolari

Die Hamburger sollten im Magazin Keller das Hellseatic Festival 2026 eröffnen. Ihr Post Hardcore nimmt direkt mit. Kein Aufwärmen oder lasst mal langsam loslegen, nein direkt von 0 auf 100 in sofort. Sänger Julien sah die Bühne mehr als notwendiges Accessoires an weil er eigentlich mehr im Publikum performte und damit anfangs leicht irritierte Blicke auf sich zog. Gute Laune versprühte dagegen Drummerin Gina mit ihrer Seifenblasenpistole zwischen den Songs. So darf ein Festival Auftakt sein.

 

Bruecken

Pünktlich sollte es um zehn nach vier starten mit der Oldenburger Band Bruecken auf der Main Stage Kesselhalle. Mit ihrem dichten Sound und atmosphärischen Post-Rock schaffen die Oldenburger eine düster Atmospähre. Keine Aufwändige Lichtshow, die Kesselhalle ist schlicht in einen tiefen violett/lila und blau gehüllt. Ein Beamer projiziert  ein minimalistisches Video als Begleitung. Bruecken beweist eindrucksvoll wie man einen trotz schwere Gitarrenbände, Synthesizer und wummernden Drums auf Gesang verzichten kann.

 

Ebbe

Zurück in den Magazinkeller mit der Bremer Doom Metal Band Ebbe. Der brechend volle Magazinkeller wird von schweren langen Gitarrenriffs umhüllt. Obwohl die Band mit minimalsten Vocals arbeitet, wirkt der Sound. Zur zusätzlichen Atmosphäre wird der Keller später in ein dystropischen blauen Licht und Nebel gehüllt. Das wird auch nicht das einzige Set sein wo die Nebelmaschinen Überstunden leisten werden.

Coltaine

Coltaine war für mich wohl das unerwartete Highlight am Freitag. Zwischen zarten Vocals und tiefen Growls wechselt Sängerin Julia beindruckend hin und her. Verstärkt wird dieses auch mit der Bühnenpräsenz. Man weiß nicht ob dir ein Engel zuflüsert oder dich ein Teufel gleich anschreien wird. Untermalt wird das Ganze von langen schweren und düsteren Gitarrenriffs. Ein psychodelisches Set und tiefer Atmosphäre. Stark!

 

Aptera

Ein wilden Mix versprachen auch die vier Berlinerin von Aptera. Ihr aus überwiegender Stil besteht aus Stoner Metal mit vielen Einflüssen aus Sludge, Blues und normales Metal. Ein bißchen Punk hab ich auch noch raushören wollen. Gekonnt lassen die Aptera die Wände beben. Die Köpfe kreisen und die Haare fliegen. Schnelle Riffs folgen langen und langsameren Passagen während Sängerin Michaela mit rauher und tiefer Stimme halb ins Mikro schreit. Bassistin Celia unterstützt dabei mit nicht weniger Tiefer Stimme.

 

Temple Fang

Mit Temple Fang sollte in der Kesselhalle nun etwas ruhiger aber nicht leiser werden. Die Niederländer liefern Space Rock vom feinsten ab. Die Halle in blutroten Licht getaucht (wir Fotografen lieben es) unterstreicht die Klangwelten von Temple Fang. Die Gitarrenstücke wirken wie hypnotisierend und gefühlt nie endend. Dass die vier Niederländer sich selber nicht in Trance spielen, lässt sich nur durch die jahrelangen Festivalerfahrung erklären. Eine willkommene Abwechslung um einen Gang runter zuschalten und Luft zu holen.

Tyranex

Die schwedische Trash Metal Band Tyranex hat zum Abriss geboten. Tyranex bietet alles was zu Trash Metal gehört. Aggressivität, schnelle Riffs gepaart mit den rauen Vocals der Sängerin Linnea. Es sollte wahrlich nicht lange dauern und der erste Moshpit des Tages war geboren. Auf engstem Raum wurde gemoshed, geheadbanged und die Hörner gestreckt. Es war so wild das die Menge immer wieder zu nahe an die Bühne kamen und die Monitor Boxen verschoben haben. Gut das alle Mitglieder der Band sich immer mit einem Fuss auf den Monitoren abgestützt haben. Was ein Abriss aus Schweden.

Psychonaut

Etwas langsamer aber nicht weniger intensiv sollte Psychonaut aus Belgien sein. Ein Potpourri aus Post Metal, Stoner und Progressive Metal. Lange komplexe Passagen mit sich wunderbar schnellen einfügenden Riffs lassen die Menschen in der Kesselhalle die Köpfe kreisen. Gutterale Passagen wechseln sich mit melodischen ab. Leidenschaftlich lässt Psychonaut nicht nur die Boxen mit den Sound kämpfen sondern auch da Mikro. Der Menge gefällt es und so wird jeder Song bejubelt und gefeiert.

 

Crippled Black Phoenix

Mit einem Saxophon beginnen Crippled Black Phoenix ihr Set rund um Sängerin Belinda. Während der Sound eher düster gehalten und eine dichte Stimmung schafft, wirkt der Gesang von Belinda fast flüsternd. Fügt sich aber wie ein eigenes Instrument nahtlos ein ohne zu sehr in den Hintergrund zu rücken. Der Sound von Crippled Black Phoenix bewegt sich zwischen düsterem Rock und melancholischem Progressive Rock, getragen von langsamen, atmosphärischen Arrangements. Schwere Gitarrenpassagen und eindringliche Melodien erzeugen eine fast cinemastische Klanglandschaft.

 

 

Shitshow

Mein zweites Highlight ist die Punk Band Shitshow aus Hamburg. Mit einer IDGAF Attitude wird ans Werk gegangen. Ein Mix aus Rock und Punk geht direkt ins Ohr und bleibt im Kopf. Es wird nicht groß um den heißen Brei geredet, die Songs sind kurz, schnell und rotzig. Es wird ein letztes mal gemoshed und wie es sich für PunkRocker*innen gehört, wird auch kurz nach den ersten Songs schon nach Bier gefragt. Auf jeden Fall lädt Shitshow ein noch einmal alles aus sich rauszuholen. Die letzten Reserven zu aus dem Körper zu holen und abzufeiern. Ich liebs.

 

Hellseatic Festival 2026

Das Hellseatic Festival 2026 macht seinen Namen aller Ehren, eine Heavy Music Odyssey. Und das ist dass kleine Festival auch. Es wurde für jeden Musikgeschmack etwas geboten und hat eingeladen mal über den eigenen Tellerrand hinweg zuschauen. Ich kann euch leider nur vom Freitag berichten, denn am 02. Mai bin ich schon wieder in Hamburg unterwegs gewesen. Im Gespräch mit  Andrea, einer der Menschen die das HellSeatic organisieren,  konnte ich auch entnehmen wir sehr kleine Festivals auf Fördergelder und Spenden angewiesen sind. Wenn es ein Hellseatic in den kommenden Jahren geben wird, wir vom Festivalstalker werden euch definitiv davon berichten.