Wer am gestrigen Montagabend den Weg in die Oranienstraße gefunden hat, war Zeitzeuge des „neuesten heißen Shice“ im Metal.
Bevor Guilt Trip den Laden endgültig zerlegten, hatten die drei Support-Acts das SO36 bereits schrittweise auf Betriebstemperatur gebracht. Long Goodbye eröffneten den Abend und brachten die ersten Körper im Kessel in Bewegung. Direkt im Anschluss legten JFTD (Justice For The Damned) nach und schraubten den Härtegrad mit ihren metallischen Pit-Sprüngen ordentlich nach oben. Den finalen Zündfunken lieferten schließlich Judiciary ab: Ihr messerscharfer Crossover-Thrash sorgte endgültig dafür, dass der Schweiß von der Decke tropfte, bevor der Hauptact die Bühne enterte.
Was Guilt Trip in den folgenden 60 Minuten im SO36 abgeliefert haben, war kein gewöhnliches Hardcore-Konzert – es war die endgültige Machtdemonstration der Fünf aus Manchester und der unumstößliche Beweis, wer die Zukunft des Metal ist!
Vom ersten Ton an gab es im Raum kein Halten mehr. Die Fünf aus Manchester legten direkt mit dem rohen Intro ihres Roadrunner-Debüts Armour Of Angels los – „One By One“. Die Crowd dankte es ihnen mit sofortigem Abriss: Ein riesiger Pit, der gefühlt den kompletten SO36-Innenraum einnahm, verwandelte den Schuppen in ein Tollhaus aus „Stage-Dives“ und den von Sänger Jay Valentine geforderten, pausenlosen „Two-Steps“.
Musikalisch präsentierte sich die Truppe in einer absolut tödlichen Form. Die Gitarren von Jak Maden und Sam Baker knallten messerscharf durch die PA des SO36. Besonders das Zusammenspiel bei den unberechenbaren Taktwechseln des aktuellen Materials – allen voran bei den Krachern „Burn“ und „Angel Eyes“ – funktionierte in Perfektion. Die peitschenden Down-Pickings und Dimebag-Gedächtnis-Harmonics trafen das Publikum mit der Präzision eines Schlagrings.
Dazu schob Tom Aimson´s Groove und der Bass von Lily Kilcoyne eine Frequenzwand nach vorne, die bei den massiven Breakdown-Passagen die tief hängende Decke des SO36 spürbar erzittern ließ. Die dynamische Unvorhersehbarkeit der neuen Songs erwies sich live als absoluter Wahnsinn! Kaum wähnte man sich in einem thrashigen High-Speed-Part, kippte die Band das Tempo im Bruchteil einer Sekunde in tonnenschwere, böse Grooves um.
Guilt Trip haben am gestrigen Abend eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie von Kopenhagen bis Berlin nach allen Location Regeln der Kunst zerlegen und warum Armour Of Angels der heiße Anwärter auf die „Platte des Jahres“ ist. Wer gestern im SO36 vor Ort war, verlässt Kreuzberg mit tropfenden Klamotten, nem Lächeln und der Gewissheit, Zeuge der derzeit intensivsten Crossover-Hardcore-Shows Europas gewesen zu sein.
Dem Metal geht es gut – seine Kinder sind auf die Bühne gekommen und halten „DAS RIFF“ am Leben!
Wer Guilt Trip noch auf seiner Tour erleben will hat in folgenden Städten noch die Möglichkeit:
27.10.2026,Wien,Flex,Österreich
28.10.2026,Leipzig,Täubchenthal,Deutschland
29.10.2026,München,Technikum,Deutschland
31.10.2026,Prag,MeetFactory,Tschechien
01.11.2026,Budapest,Dürer Kert,Ungarn
03.11.2026,Warschau,Hydrozagadka,Polen
05.11.2026,Kopenhagen,Pumpehuset,Dänemark
06.11.2026,Göteborg,Monument 031,Schweden
07.11.2026,Stockholm,Hus 7,Schweden
08.11.2026,Oslo,John Dee,Norwegen

























































