Review zu A Day To Remember – You’re Welcome

kkk
Fotocredit:
Offizieller Flyer
8.3

Als mir irgendwann im Jahr 2012 eine Freundin den Song „Monument“ und das Kelly Clarkson-Cover „Since U Been Gone“ schickte, begann meine Reise mit den Jungs aus Ocala, und was für ein wilder Ritt das bisher war, von einem Konzert im Kölner Palladium, über ein schwitziges Club-Konzert vor vielleicht 400 Leuten im Sommer 2017 in Luxemburg, bis hin zum Gig auf dem Hurricane Festival in Scheeßel. Dann einem Tattoo zu Ehren der Band und natürlich die geplanten Besuche der Tour Dates, die leider Corona zum Opfer fielen.

Nun steht die Veröffentlichung des neuen Longplayers „You’re Welcome“ vor der Tür und ich bin mehr als gespannt, schließlich wurde die Veröffentlichung, nicht nur durch die Corona Pandemie, mehrfach verschoben.

Genug geredet, fangen wir an. Vorweg möchte ich schon einmal Spoilern und sagen, wer Songs wie „Downfall Of Us All“, „2nd Sucks“ oder andere harte Nummern liebte und nun ein Album voller Riffs und Breakdowns erwartet, muss sich leider mit den alten Alben vergnügen oder mit dem neuen, etwas anderen Sound anfreunden.

Mit den Songs „Degenerates“, „Resentment“, „Mindreader“, „Brick Wall“ und „Everything We Need“ haben uns A Day To Remember bereits im Vorfeld ein paar Appetitanreger serviert, zu denen die Meinungen schon auseinander gingen.
Und eben diese verschiedenen Meinungen werden sich wahrscheinlich auch zu dem Album allgemein wiederfinden.

Ziemlich energiegeladen, mit einem mitreißenden Riff

Die Jungs eröffnen die Platte mit dem Song „Brick Wall“, ziemlich energiegeladen, mit einem mitreißenden Riff und einem eingängigen Refrain. Dieser Song ist vor allem eins: nach vorn und dennoch abwechslungsreich. Anfangs fand ich ihn etwas gewöhnungsbedürftig, aber je öfter ich „Brick Wall“ höre, umso besser finde ich ihn.

Der zweite Song ist mit „Mindreader“ ebenfalls eine im Voraus veröffentlichte Single des Albums, die mich vor allem mit einem catchy Refrain und einem coolen Introriff in den Bann zog. „Mindreader“ wird direkt gefolgt von „Bloodsucker“ der am Vibe des vorangegangenen Songs leicht festhält. Während die erste Strophe durch eine Akustikgitarre begleitet wird, gewinnt „Bloodsucker“ schnell an Kraft und wird sowohl durch E-Gitarren und Electro-Sounds unterstützt. Ebenso bedienen sich die Herren um Jeremy McKinnon, wie noch häufiger auf dem Album, Chorgesängen. Hatten sie wohl Bock drauf.

Direkt im Anschluss schalten sie gefühlt 6 Gänge hoch und hauen mit „Last Chance To Dance (Bad Friend)“ den härtesten Song des Albums raus. Vergleiche zu Lionheart werden hier laut. Genauso laut wie Jeremys markanten Screams. Die bekannte ADTR-Balance zwischen Scream und Clean-Gesang, eben ihr Erfolgsrezept, findet hier ihren perfekten Platz. Dieser Song, definitiv einer meiner Lieblinge auf „You’re Welcome“, wird garantiert in diversen Playlists seinen Platz finden.

Leider findet diese Power keinen Anschluss und mit „F.Y.M.“ wird direkt wieder gebremst.

30er Zone statt Autobahn sozusagen.

Irgendwie bekomme ich bei der Nummer gelegentliche P!NK Vibes. Eher eine Nummer für das breite Publikum und auch hier gibt es wieder? Richtig, Chöre und Akustikparts!
Mit einer doch sehr interessant klingenden Soundkombination startet „High Diving“, der ebenso wie sein Vorgänger eher im Bereich Pop-Rock anzusiedeln ist, aber trotzdem in seiner eigenen Art catchy ist. Anders, aber trotzdem finde ich ihn gut.

Jetzt geht es allerdings wieder auf die Autobahn. Energiegeladen schlägt „Resentment“ ein. Meiner Meinung nach fehlt es hier an nichts, gute Strophen, unfassbar fesselnder Refrain mit Ohrwurmgarantie, gute Riffs und ein richtig fetter Breakdown. Props an die Instrumental-Abteilung.
Es wird wieder gebremst, nicht gleich in die 30er Zone, aber innerorts sind wir definitiv. „Looks Like Hell“ klingt nicht ganz so höllisch wie erhofft, besonders präsent ist dieses Mal sowohl der Bass von Joshua Woodard sowie ein Piano, welch Erfrischung! Diese Nummer ist nicht ganz mein Fall, aber dennoch hörbar.

Unfassbar fesselnder Refrain mit Ohrwurmgarantie

„Viva La Mexico“ schimpft sich der neunte Song der Platte und nun ja, wir befinden uns nun inmitten des ADTR-Typischen Poppunks, coole Gitarrenparts, catchy Chorus. Anfangs war ich skeptisch, aber der Song brennt sich bei mir immer wieder ein. Hin und wieder verirrt sich natürlich ein Chor und eine Akustikgitarre in Richtung Mexiko. Roter Faden? Man könnte es so nennen.

Eine der poppigsten Nummern der Band wird wohl „Only Money“ sein. Piano, Akustikgitarre, Chöre, allgemein ein ruhiger Song. Gut produziert, keine Frage, textlich auch ein Genuss. Aber wir befinden uns jetzt definitiv wieder in der 30er Zone.
Es wird Zeit für ein höheres Tempo, eine gut ausgebaute Bundesstraße vielleicht? „Degenerates“ setzt das Tempo wieder hoch. Als erste Auskopplung des Albums war es für mich vor allem eins: ein super Appetizer. Eine klasse Poppunk Nummer des Quintetts aus Florida, der Refrain ist mitreißend, taugt für Festivals und allgemein macht mir der Song einfach Spaß. Selbst der Mini-Poppunk-Breakdown ist einfach klasse. Davon wünsche ich mir mehr!

Mein Wunsch wurde erhört und wird bei „Permanent“ gleich erfüllt. Der 12. Song des Albums ist wieder einmal ein catchy Ding. Melodien, die ins Ohr gehen, Abwechslung und Junge , der Breakdown kam unerwartet, ist aber ein verdammtes Brett, wenn er auch etwas kurz geraten ist. Wunscherfüllung deluxe.

Das Finale des Albums wird durch „Re-Entry“ eingeleitet. Eine solider Song, eine gute Rocknummer, bestimmt klasse auf Konzerten zum Mitsingen, für mich auf einer Stufe mit Justified vom Album „Bad Vibrations“.
Mit „Everything We Need“ sind wir nun beim letzten und ruhigsten Song des Albums angekommen. Es handelt sich um eine klassische Ballade, wie sie die Herren schon öfter herausgebracht haben. Die Stimmung passt, ein ruhiges Stück zum Abschied. Klingt ab und an etwas kitschig, aber trotzdem schön. Genau das, was das Album an dieser Stelle braucht.

Kommen wir zum Fazit. Bin ich glücklich über das Album? Ja. Bin ich enttäuscht von dem Album? Auch ja, zumindest ein bisschen.
Meine Meinung ist durchwachsen. Auf der einen Seite freue ich mich sehr über ein neues Album einer meiner Lieblingsbands, auf der anderen Seite hätte ich mir ein bisschen mehr Schwung gewünscht.
Ich finde, es ist eine klare Entwicklung zu erkennen. Die Band ist natürlich Erwachsener geworden und entwickelt sich weiter. Dennoch finde ich es etwas schade, dass man als roten Faden, wie schon mehrfach erwähnt, Chöre und Akustikgitarren gewählt hat.Das Album ist in sich eine stimmige Angelegenheit und wird wahrscheinlich viele Fans, aber auch ebenso viel Gegenwind erfahren.‘
Ich freue mich trotzdem schon darauf, die Songs des Albums auf anstehenden Konzerten zu hören und hoffe sehr darauf, dass die Corona Pandemie ein baldiges Ende finden wird.

Unser Fazit


SOUND
8.5
LYRICS
8.5
ARTWORK
8


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