Seit ihren Anfängen im belgischen Mechelen steht Hippotraktor für einen Sound, der sich nur schwer in eine einzige Schublade stecken lässt. Zwischen Post-Rock, Progressive Metal und brachialen, beinahe überwältigenden Klanglandschaften entwickelt die Band ihren ganz eigenen Kosmos. Mit „Annihilist“ erscheint nun das dritte Studioalbum – und einmal mehr beweisen Hippotraktor, dass Härte und emotionale Tiefe problemlos nebeneinander existieren können.
Bereits der Opener „I Breathe. I Am.“ nimmt sich mit über sechs Minuten die nötige Zeit, um seine Atmosphäre aufzubauen. Ruhige, beinahe schwebende Momente treffen auf massive Riffs und eine enorme rhythmische Wucht. Dieses Spiel mit Dynamik zieht sich anschließend durch das gesamte Album. „Courageous Apathy“ und „Builder of Eden“ zeigen dabei besonders eindrucksvoll, wie präzise Hippotraktor ihre komplexen Strukturen aufbauen, ohne dass die Songs dabei künstlich oder überladen wirken.
Mit „Oblivion Walker“ und dem Titeltrack „Annihilist“ wird es anschließend noch intensiver. Die Band wechselt scheinbar mühelos zwischen fragilen Passagen und brachialen Ausbrüchen. Gitarrenwände, druckvolle Drums und atmosphärische Zwischenräume greifen ineinander und erzeugen einen Sound, der gleichermaßen schwer und beweglich wirkt.
„Everything Is Permissible“ führt diese Reise weiter, bevor „A Different Now“ das Album abschließt. Gerade hier zeigt sich noch einmal die große Stärke der Belgier: Sie lassen ihren Kompositionen Raum, verzichten auf schnelle Effekthascherei und entwickeln ihre Songs Stück für Stück. Dadurch entfaltet „Annihilist“ seine Wirkung nicht unbedingt beim ersten Durchlauf, sondern wächst mit jedem weiteren Hören.
Mit „Annihilist“ liefern Hippotraktor ein anspruchsvolles und gleichzeitig unglaublich wuchtiges Post-Rock-/Metal-Album ab. Die Kombination aus technischer Finesse, atmosphärischer Tiefe und brachialer Energie funktioniert hervorragend. Wer seine Musik gerne intensiv, komplex und abwechslungsreich mag, sollte Hippotraktor definitiv eine Chance geben. „Annihilist“ ist kein Album für nebenbei – sondern eines, in das man eintauchen sollte.





