Im August fand das Highfield Festival ein aller letztes Mal statt. Wir waren auch bei dieser letzten Ausgabe für euch dabei.
Direkt nach dem Festival waren wir alle noch emotional ergriffen und mussten unsere Gedanken erstmal ordnen. Mit einmal war das Festival vorbei und wir wussten, in dieser Form werden wir es auf jeden Fall nicht wieder sehen. In den Wochen darauf fingen wir an unseren Bericht zum Highfield 2026 zu schreiben und alles war in bester Ordnung. Wir fanden die letzte Ausgabe des Festivals so wie das Festival selbst: etwas lieblos, aber trotzdem besonders.
Dann, Ende August, fuhren wir in den Harz zum „Rock am Beckenrand“ Festival. Ein Festival, welches auch in diesem Jahr zum letzten Mal stattfand. Wir waren somit auf zwei Festivalbeerdigungen in einem Monat. Der Bericht zum „Rock am Beckenrand“ (RaB) wird in wenigen Tagen online kommen. Die zwei Verabschiedungen der Festivals hätten jedoch nicht verschiedener sein können. Mit einmal wirkte das letzte Highfield ganz anders auf uns. So kalt und unpersönlich. Während wir vor dem RaB noch positiver von dem letzten Highfield sprachen, änderte sich das schließlich doch sehr. Wir fragten uns, wieso es uns und so vielen Besuchenden so schwer fällt, das Highfield Festival einzuordnen.
Im Folgenden wollen wir beschreiben, welche Bedeutung dieses Festival für den Osten hat und wie unser letztes Highfield war.
Das Highfield Festival war für viele Menschen aus dem Osten das erste Festival. So auch für uns. Hier erlebten wir erste endlose Sommernächte auf dem Campingplatz, lernten viele tolle Leute kennen, sahen kleine und große, nationale und internationale Künstler:innen auf der Bühne und wurden irgendwie erwachsen. Auch die Bands betonten immer wieder, wie besonders es sei auf dem Highfield zu spielen. Es lag nicht an dem Festival an sich, sondern an den Menschen. Die Stimmung auf dem Highfield war immer anders , irgendwie wilder und rauer als auf anderen Festivals. Es lässt sich schwer in Worte fassen, aber der Vibe der Leute war immer etwas persönlicher.
Etwas zur Geschichte des Festivals. Das Highfield zog im Jahr 2010 vom Stausee Hohenfelden bei Erfurt nach Großpösna bei Leipzig. Durch die neue Fläche konnten nun viel mehr Menschen das Festival besuchen. Genau an dieser Stelle sehen wir ein Problem. Die Halbinsel im Störmthaler See, auf der das Highfield stattfindet, ist nicht geeignet für circa 35 000 oder mehr Menschen. Durch die sehr lang gestreckte Halbinsel sind die Laufwege sehr lang. Zwischen vielen Camps und dem Infield liegt somit eine Dreiviertelstunde Fußweg. Oft überlegt man dann mehrmals, ob sich der Gang zum Infield für einzelne Künstler:innen überhaupt lohnt. Bis 2026 gab es auf dem Highfield Sets, welche nur 30 Minuten dauerten. Wenn der Weg länger ist als der Act an sich bleiben viele Besucher:innen lieber im Camp. Deshalb war es in den vergangenen Jahren leider auch oft relativ leer mittags auf dem Infield.
Legt man doch den Weg zum Infield zurück, darf man leider nicht zu viel erwarten. Die Deko auf dem Highfield ist eher rudimentär. Neben dem obligatorischen Riesenrad befinden sich am Eingang das aufblasbare Highviech und die Highfine. Die zwei agieren seit Jahren als beliebter Fotospot für Erinnerungsfotos.
Durch das Spätsommerwetter kann es auf dem Highfield oft noch einmal sehr heiß werden. Dann verwandelt sich das Festivalgelände mal wieder zum Staubfield. Möchte man sich vor der Sonne schützen und irgendwo unterstellen wird es schwierig. Neben einer kleinen Baumgruppe und vor der Fressmeile wurden zwar Bänke und Schirme aufgestellt, doch sind diese bei Weitem nicht ausreichend für die Größe des Festivals.
Hat man nun die Wanderung vom Campingplatz zum Infield hinter sich gebracht, von der Sonne verbrannt und voller Staub, begibt man sich vor die Bühne. Bis 2026 standen die Bühnen auf dem Highfield nebeneinander. Das hatte zur Folge, dass bei der linken Bühne der Eingang zur ersten Welle links war und der Eingang zur rechten Bühne auf der rechten Seite. Durch Überschneidungen parallel spielender Acts wurde man, wenn man auf der großen Straße zwischen den Bühnen stand, von beiden Seiten beschallt. Auf dem Southside Festival konnten wir uns davon überzeugen, dass nebeneinanderstehende Bühnen an sich durchaus gut funktionieren können. Auf dem Highfield sorgte die Anordnung der Bühnen jedoch oft für Unmut bei den Besuchenden.
Auch über die Acts wurde in den letzten Jahren noch viel diskutiert. Während in den ersten Jahren des Festivals noch internationale Acts wie die Foo Fighters, Placebo und Blink182 gebucht wurden, wiederholten sich die Acts der letzten Jahre doch sehr. Würde man die Festival Plakate der letzten Jahre miteinander vergleichen, würden kaum Unterschiede festzustellen sein. Immer wieder hörte man unter den Besuchenden Aussagen wie „Nächstes Jahr fahre ich nicht nochmal aufs Highfield.“ Und ja, die Besucherzahlen gingen vor allem nach der Corona Pandemie immer wieder zurück. Das Festival muss schließlich auf Grund der wirtschaftlichen Gesamtsituation einen Schlussstrich ziehen. Denn durch die Pandemie sind unter anderem Kosten für Gagen, Personal, Material und Energie um rund 45 % gestiegen.
Das Highfield Festival ist in den letzten Jahren leider immer wieder durch das verschenkte Potenzial aufgefallen. Das Festival wirbt mit einem wundervollen Strand am Störmthaler See. Wieso wird dieser See ab 20 Uhr für alle Besuchenden geschlossen? Ein Blick zum Open Flair Festival zeigt, dass es auch anders geht. Die Toilettensituation auf dem Campingplatz ist seit etlichen Jahren unterdurchschnittlich. Die langen Laufwege und der Aufbau des Infields haben viele Besuchende über Jahre hinweg gestört. Über die Bierpreise darf man gar nicht sprechen, aber das betrifft ja nicht nur das Highfield…
Klar, das Highfield Festival ist eine Kommerz-Veranstaltung und es soll wirtschaftlich sein und bleiben und auch die Wirtschaft im Leipziger Umland ankurbeln. Wenn sich jedoch nichts oder nur sehr wenig verändert und die Kritik der Menschen kaum ernst genommen wird, kommen die sinkenden Besucherzahlen nicht von ungefähr.
So kamen auch zum One Last Dance auf dem Highfield nur rund 28.000 Menschen. Und siehe da, es war direkt viel angenehmer. Wären wohl über die Jahre nicht immer mehr Tickets für das Highfield verkauft wurden, wäre es für alle Besuchende angenehmer gewesen.
All die Veränderungen die im Jahr 2026 stattfanden waren ausschließlich positiv. Die neue Anordnung der Bühnen auf dem Infield, die versetzten Zeitslots der Acts, die Dauer der Acts. Durch die kleinere Crowd waren auch die Laufwege zu den Camps für viele Besuchende erträglicher.
Versteht uns nicht falsch. Wir haben das Highfield, trotz aller Kritik sehr geliebt. Es ist und bleibt ein Herzensfestival und mit dem Highfield stirbt eins der wichtigsten kulturellen Veranstaltungen im Osten. Es tut im Herzen weh, zu sehen wie das Festival immer und immer wieder sein Potenzial verschenkt hat. In so vielen Bereichen.
Was das Highfield für uns so unendlich besonders gemacht hat, waren vor allem die Menschen. Dieser ganz eigene Vibe, diese Lebensfreude und diese „Ja, trotzdem“-Mentalität. Klar gibt es Dinge, die nerven, Stellen, an denen es nicht ganz so rund läuft, und Festivals, bei denen manches vielleicht besser organisiert ist. Aber irgendwie gehört auch das dazu. Beim Highfield haben die Leute trotzdem gefeiert, getanzt, gelacht und aus jedem Moment das Beste gemacht. Genau diese Mischung aus Lebensfreude, Gelassenheit und „Scheiß drauf, wir haben trotzdem eine gute Zeit“ hat das Festival für uns so besonders gemacht.
Genau diese Mentalität wurde auch im Jahr 2026 gelebt. Es hieß also ein letztes Mal „Machen wir das Beste draus.“
One Last Dance – Das Highfield 2026
Durch die Arbeit konnte am Donnerstag nur ein Teil unserer Festivalstalker Teams anreisen. André machte sich Donnerstagmittag auf den Weg nach Grospösna und fand, gemeinsam mit Freunden, einen schönen Bereich auf dem Green Camp.
Bevor es am Abend zum ersten Headliner kommen sollte, wurden über die Screens der Bühne ein emotionales Video zu „28 Jahre Highfield“ gespielt. Ein Großteil der Festivalbesuchenden sind Wiederholungstäter und so sah man bei der ein oder anderen Person auch ein paar Tränchen rollen. Es sollte nicht das letzte Mal an diesem Wochenende sein.
Direkt im Anschluss gab es einen sondergleichen Abriss mit den Drunken Masters auf der Main Stage. Und wer würde sich besser für ein sterbendes Festival anbieten, als die Profis für Abriss und Demontage? Mit diesem grandiosen Auftritt stand der Kurs für den One Last Dance fest.
Während der Bass gottlos über den Störmthaler See fegte, tanzten sich die Leute ein letztes Mal warm.
Freitag
Der Freitag begann für André mit den Pop-Punk-Mäusen von Itchy. Während vor der Bühne die Leute im Staub tanzten, tanzte auf der Bühne ein Eisbär, der für GreenPeace aufmerksam machte.
Am Nachmittag, bei gefühlten 40 Grad im Schatten, kam auch ich auf dem Festivalgelände an. Während ich mich in unserem Camp häuslich einrichtete, verpassten wir leider die Sondaschule. Freunde berichteten uns, dass es – wie sollte es auch anders sein – ein grandioser Auftritt gewesen sein soll.
Gemeinsam gingen wir dann gegen 19:00 Uhr zu den Giant Rooks aufs Infield. Wie immer, wenn die Band aus Hamm auf der Bühne steht, lag sofort dieser besondere Vibe in der Luft. Die Sonne stand schon tief, das Infield tauchte langsam in warmes Abendlicht und überall wurde getanzt, gelacht und mitgesungen. Für einen Moment schien alles andere egal zu sein. Es war diese ganz besondere Sonnenuntergangsstimmung, in der niemand darüber nachdenkt, was morgen ist oder was gerade nervt, sondern einfach den Moment genießt und das Leben feiert.
Auch ein Vibe, nur ein sehr gegensätzlicher, wurde später bei PA69 versprüht. Diese spielten um 20:00 Uhr auf der Club Stage und boten eine Stunde völligen Abriss und Eskalation mit Message.
Fotos PA69
Im Anschluss gingen wir noch zu BHZ. Auch wenn wir kein großer Freund der Musik sind, kann man durchaus verstehen wieso viele junge Menschen die Berliner Band feiern und lieben. Auf den guten Vibe konnten sich jedenfalls alle einigen.
Samstag
Der letzten Highfield Samstag startete für uns äußert früh. Geplant war ein gemütliches Frühstück im Camp und dann sollte es gegen Mittag zu ZSK aufs Infield gehen. Das Lumpenpack durchquerte diese Pläne jedoch mit einer Ankündigung in der Instagram Story. Mit der Nachricht „Mal angenommen wir würden so in einer Stunde auf dem Campingplatz spielen. Nur mal angenommen. Könnt ihr schon wieder?“ …
Um den Lumpis zu zeigen, wie sehr wir schon wieder können machten wir uns in der prallen Mittagssonne auf dem Weg zum Festival Kiosk. Dort waren bereits einige Instrumente der Lumpis aufgebaut. Während das Team der Band noch aufbaute, trat ein Mann mit Kuh-Hut und Gitarre vor die wartende Menge. Er spielte etwa 17 Mal den Song der Cantina Band. Die Menge war begeistert und forderte nach jedem Mal, den gleichen Song doch noch einmal zu spielen. Als er dann auch noch von der Band ein Mikrofon erhielt, ging es so richtig los. Unter anderem coverte er Pocahontas, womit er auch die allerletzte Person wach bekam. Wie wir später erfuhren, handelte es sich bei diesem Spontan-Support der Lumpis um den Musiker Lutz Hahn. Vielen Dank, lieber Lutz, für diesen spontanen Support Gig.
Die Lumpis spielten in der Mittagshitze fünf Songs. Wir durften uns unter anderem über „Mama geht’s fantastisch“, „Schluss mit Reden“ und „Ford Fiesta“ freuen. Trotz unendlicher Hitze ließ sich die Campingplatz-Crowd nicht lumpen (versteht ihr? Wegen Lumpenpack) und machte einige Kreise auf. Für uns war der Campingplatz Auftritt eins der absoluten Highlights vom Highfield 2026. Bei dieser Hitze so gut zu performen kann nicht jede Band. Selbst meine Kameras mussten nach dieser Aktion erstmal abgekühlt werden.
Fotos Lumpenpack
Um 13:30 Uhr eröffnete ZSK dann die Main Stage. Auf dem Festival Gelände wurde bereits vor dem Auftritt Zettel verteilt. Darauf zu lesen war: „
Ciao Highfield! Einladung zur Trauerfeier. Erscheinen Sie, dann weinen Sie.“
ZSK möchten auf ihrem dritten und vorerst letzten Auftritt auf dem Highfield Festival gemeinsam mit den Besuchenden ein Abschiedslied für das Festival singen. Auf die Melodie von „Wannsee“ wurde getextet: „Oh, ich hab solche Sehnsucht. Ich verlier den Verstand. Ich will wieder in den Moshpit, ich will zurück zum Highfield Strand.“ Der Auftritt war, wie immer, der reinste Punk Spaß. Auch jüngere Mädels, wie in der ersten Reihe auf Zartmann und 01099 warteten, hatten offensichtlich ihren Spaß. So soll es doch auch sein auf Festivals.
Fotos ZSK
Um 14:15 Uhr spielte dann Yung Pepp auf der Club Stage. Der mittlerweile 18 jährige spielte sich zuletzt als Support-Act für Kraftklub in die Herzen tausender, junger Leute.
Für uns ging es um 16:00 Uhr zu einer der wenigen female Acts auf dem Highfield: Vicky
Wir hatten die Künstlerlin aus Wien bisher noch nicht live gesehen. Umso mehr freuten wir uns, dass uns ihre Musik und die grandiose Show komplett abholte und uns sehr gefiel.
Fotos Vicky
Nachdem wir uns am Abend noch einige Songs von 01099 anhörten, ging es für uns zu einem unserer persönlichen Highlights des Festivals. Nachdem wir bereits unseren morgendlichen Frühsport mit den Lumpis absolviert hatten, sollten wir sie nun wiedersehen. Um dreiviertel elf kamen Max und Jonas und der neue Rest der Band auf die Club Stage.
Kurz gesagt es war ein rundum phänomenaler Auftritt. Das Lumpenpack hat sich in den letzten Jahren zu einer der besten Bands des Landes entwickelt. Jeder Song ist auf seiner unvergleichbaren Art und Weise ein Banger. Der Witz der Texte und diese herzliche Sympathie die Max und Jonas auf der Bühne ausstrahlen überträgt sich vom ersten Ton an auf die Crowd. Für uns sind Lumpenpack Konzerte mittlerweile immer Gänsehautmomente, die wir in uns aufsaugen. Wie viel Mut und Kraft man auf einem Konzert dieser Band mitbekommt ist einfach nicht in Worte zu fassen.
Fotos Das Lumpenpack
Mitternacht war es dann so weit. Eine Band betrat die Bühne, die selbst mit dem Highfield Festival groß geworden ist und es neben dem eigenen Kosmonaut Festival (R.I.P) als eine Art Home-Festival betrachten kann. Noch bevor Till, Max, Steffen, Karl und Felix überhaupt die Bühne betraten, wurde tonnenweise rotes Konfetti mit Hochdruck auf die wartende Crowd geschossen.
Auch der Band selbst merkte man in diesem Abend an, dass das Highfield für sie etwas Besonderes ist. Die Verbindung zwischen der Chemnitzer Band und dem Festival besteht schon seit vielen Jahren und auch diesmal wurde wieder deutlich, wie sehr die Band hier verehrt wird. Besonders Felix, der liebevoll als „ostdeutscher Harry Styles“ bezeichnet wird, hat dabei eine ganz eigene Verbindung zum Highfield. 2022 spielte er hier als Kummer seinen letzten Festivalauftritt jemals. Damals war der Platz noch voller als einen Tag später bei Kraftklub!
Dass die Band also längst so etwas wie zum Inventar des Highfield Festivals gehört, war spätestens nach den ersten Songs nicht mehr zu übersehen. Es wurde von der ersten bis zur letzten Minute gefeiert, gesungen und gesprungen.
Von der Setlist bot die Band dabei zwar „nur“ das klassische Festivalprogramm, das man von ihren bisherigen Auftritten mittlerweile kennt. Das hat der Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Fotos Kraftklub
Und damit ging ein verdammt guter Festivaltag zu Ende. Mit dem Lumpenpack und Kraftklub hatten gleich zwei unserer absoluten Lieblingsbands auf der Bühne gestanden. Viel besser hätte der Tag für uns eigentlich kaum laufen können. Entsprechend zufrieden und ziemlich erledigt fielen wir irgendwann selig ins Zelt.
Ein letzter Sonntag auf dem Highfield Festival
Unser Tag begann mit einer der besten Festivalbands des Landes. Wer sie bucht, weiß was man erwarten kann. Gute Laune und Abriss von der ersten bis zur letzten Minute. Die Rede ist natürlich von Montreal. Diese eröffneten um 14:30 Uhr ein letztes Mal die Main Stage des Highfield Festivals.
Mit Montreal haben die Booker komplett ins Schwarze getroffen. Die perfekte Band zum Warmtanzen an diesem letzten Sonntag.
Um 17:45 Uhr ging es für uns dann zu Feine Sahne Fischfilet. Geplant waren Pits, Punk und Abriss. Die Realität sah etwas anders aus. Frontmann Monchi fand bei „Diese eine Liebe“ Worte für das Highfield Festival. Während viele andere Bookingagenturen und Festivals die junge Punkband aus Mecklenburg Vorpommern noch lange nicht auf dem Schirm hatten, hat das Highfield Feine Sahne schon sehr früh eine Bühne geboten. Diese Verbundenheit zwischen der Band und dem Festival sei in den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen. Monchi fing die abendliche Melancholie mit seiner Geschichte so gut ein, dass viele Besucher mit den Tränen rangen.
Fotos Feine Sahne Fischfilet
Um noch eine der wenigen weiblichen Acts auf dem Highfield zu besuchen, gingen wir nach Feine Sahne zu „Deine Cousine“. Diese spielte mit ihrer Band ab 18:45 Uhr auf der Club Stage. Die Energie, die auf der Bühne freigesetzt wurde, übertrug sich innerhalb weniger Sekunden auf die Crowd. Wir haben „Deine Cousine“ zum ersten Mal live gesehen und uns fiel besonders die Bindung zwischen Künstlerin und Fans auf. So eine vertraute, innige Beziehung kann man nicht offen feststellen und erst recht nicht auf Festivals. Wirklich ein sehr guter Auftritt, der uns Lust auf ein Solokonzert gemacht hat.
Fotos Deine Cousine
Nach „Deine Cousine“ hieß es für uns ein letztes Mal Camp räumen. Wir verabschiedeten uns vom Highfield Campingplatz und machten uns zur besten Live-Band Deutschlands auf.
Die mighty Beatsteaks sollten den Sack zumachen. Um halb elf versammelte sich ein letztes Mal die gesamte Crowd vor der Hauptbühne. Während die Bühne noch unbeleuchtet blieb, wurde über die Boxen „Total Eclipse of the Heart“ von Bonnie Tyler gespielt.
Die Beatsteaks kamen dann zu „Summer“ auf die Bühne. Es folgten insgesamt 22 Songs, von alt bis neu. Wir, als große Beatsteaks-Fans hatten den Spaß unseres Lebens. Der Setlist an sich konnte man nicht anmerken, dass mit ihr eins der größten Festivals in Ostdeutschland beendet wurde. Wir haben noch lange nach dem Konzert in unserer Freundesgruppe über den Auftritt gesprochen. Die Meinungen teilen sich. Einige von uns feierten den Auftritt dafür, dass es eben keine Trauerfeier war und keine großen Reden gehalten wurden. Andere blieben, trotz großer Liebe für die Musik der Beatsteaks, eher unbefriedigt zurück.
Der letzte Song auf dem Highfield Festival war „Frieda und die Bomben“. Wie im Song selbst immer wieder die Frage gestellt wird, ob wir die bestehenden Zustände weiterhin ertragen wollen, stellt sich vielleicht auch die Frage, die die Beatsteaks an uns alle richten: Wollen wir diesen Zustand wirklich weiterhin hinnehmen?
Ob die Beatsteaks den letzten Song gewählt haben, um ein letztes Mal auf dem Highfield fliegende Körperteile zu sehen, oder damit bewusst eine inhaltliche Frage aufzuwerfen, bleibt letztlich offen.
Klar ist nur eins. Der letzte Ton der Musik wurde gespielt, die Beatsteaks verbeugten sich vor dem jubelnden Publikum und gingen von der Bühne. Und dann geschah … nichts.
Eine allgemeine Verwirrtheit, ein Raunen legte sich über die Crowd. Das war es nun? Keine letzten Worte durch die Veranstalter:innen? Keine Informationen über die Leinwände? Nicht mal Musik?
Wir alle warteten auf etwas. Doch es geschah nichts. Die Secus kamen irgendwann mit dem Flatterband und forderten die letzten Gäste auf das Infield zu verlassen, als wäre es ein gewöhnlicher Festivalabend. Viele Besucher machten noch mit dem Highviech ein letztes Foto, bevor die Luft herausgelassen wurde. So verließen auch wir ein letztes Mal das Infield. Einige Minuten nach dem Verlassen des Konzertgeländes wurde mit einmal ein Feuerwerk bei den Bühnen gezündet. Wieso das Feuerwerk so spät kam und vor allem, als bereits das Infield menschenleer war bleibt offen.
Das Highfield Festival endete damit genau so, wie es immer war: irgendwie speziell. Viele Fragen bleiben offen, vor allem das ewige Wieso und Weshalb. So manches Vorgehen, manche Regel und manche Besonderheit auf dem Highfield ließ sich schon während des Festivals nicht ganz erklären. Und irgendwie passt es, dass es am Ende genauso weiterging. Nicht ganz logisch, aber auf seine eigene Art doch versöhnlich.
Wie es mit dem Highfield weitergeht und ob wir uns irgendwann auf ein Wiedersehen in irgendeiner Art und Weise freuen dürfen ist fraglich. Theorien, Vermutungen und Spekulationen gibt es ja zuhauf.
Trotz aller Kritik wird das Highfield in unseren Herzen weiterleben <3





















































































































