Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album “Tandem”

73A7821C-AC72-4783-89CF-C658605278AA
Fotocredit
Danny Jungslund

Am Freitag, den 07. August 2020 veröffentlichte Julian le Play sein neuestes Album Tandem. Nachdem ich das Album rauf und runter gehört habe und euch eine kleine Review dazu schrieb, hatte ich noch einige Fragen und Julian war so lieb und nahm sich am vergangenem Mittwoch, den 19. August 2020 die Zeit mit mir ein wenig am Telefon zu plaudern. Über Lieblingsliedern, peinlichen aber zugleich schönen Bühnenmomenten bis hin zur nie gestellten Frage war alles dabei.

 

Wenn eine halbe Stunde wie im Flug vergeht…

 

Hallo Julian, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Ich habe ein paar Fragen vorbereitet und würde gleich mit der ersten starten:

Dein letztes Album liegt ja nun 4 Jahre zurück, wie lange hast du an deinem neuen Album gearbeitet?

Alles in allem schon tatsächlich, vom ersten Song bis zum letzten Musikvideo, waren es 2,5 bis 3 Jahre. Natürlich nicht durchgehend, ich habe auch andere Sachen gemacht zwischendurch wie umziehen und Privatleben und so ein bisschen herumgereist. Aber über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album "Tandem"

Das ist schon lange. Es sind nun ein paar Tage vergangen und wie ich gelesen habe hast du die ein oder andere Nachricht bekommen und es gab den ein oder anderen Artikel. Wie zufrieden bist du mit den Resonanzen?

Eigentlich sehr in Österreich, in Deutschland bin ich erst seit 3, 4 Jahren unterwegs und habe anfangs immer nur in Österreich Tour und alles gemacht. Und irgendwann haben wir gesagt, jetzt probieren wir mal in Deutschland, ob es wen  interessiert. Und gerade in Österreich hab ich ja schon 3 Alben released und hatte eigentlich bis zum dritten Album einen akustischen Sound. Ich hatte hier schon Hits die mit der Akustik Gitarre waren. Und bei diesem Album habe ich den Sound total gedreht, deswegen hat’s auch so lange gedauert und deswegen war ich total gespannt wie das tatsächlich ankommt bei den Menschen die meine Musik schon gemocht haben. Und deswegen auf deine Frage, bin ich total happy, weil ich das Gefühl hatte die sind alle happy mit den neuen Sachen und ein Stück weit freuen die sich sogar das ich nicht nochmal mein drittes Album quasi wiederholt habe.

 

Man muss schon sagen, es ist komplett anders aber noch du, mit ganz viel Leichtigkeit und Freundlichkeit gemacht, dass so die Geschichte trägt. Ich habe es in der letzten Zeit oft  bei meinem täglichen Sportprogramm draußen gehört und muss sagen es ist sehr angenehm dies mit ein wenig Hintergrundwissen, wie du es aufgenommen hast – das Vogelgezwitscher & Co, zu hören.

Sehr cool, dass freut mich. Dankeschön

Von daher würde ich gerne wissen, du hattest ja eine Schaffenskrise aber was sagt dein Album über dich direkt aus?

Was es über mich aussagt, gute Frage, hat mich noch nie wer gefragt tatsächlich. Sehr gut. Was es über mich aussagt ist schon, dass ich den Mumm hatte mich da selber raus zu bugsieren aus dieser sehr passiven Schaffenskrise / Phase wenn du so willst. Es war das erste mal in meinem Leben wo ich nicht mehr so wusste, was soll ich machen um vom Fleck zu kommen. Ich meine jetzt nicht wirklich motorisch gesehen,  sondern einfach so, ich hatte das Gefühl nach 3 Alben ich stecke ein bisschen fest. Die Strukturen, die Leute mit denen ich jetzt toure das habe ich jetzt 3 Alben so gemacht. Und ich komm kreativ nicht so ganz vom Fleck und was ich dann mich getraut habe, sagt vielleicht aus und das merkt man vielleicht auch in Songs, ist einfach etwas stark zu verändern, womit ich eigentlich immer gut gefahren bin, nämlich alleine zu schreiben. Auch ein bisschen über den Schatten zu springen und einen Egoismus bei Seite zu legen, zu sagen man muss dieses Einzelkämpferding, dieses ich muss alles alleine schreiben, weil dann ist es nur 100% Julian. Und das hab ich dann einfach wirklich Gott sei Dank total überwinden können und quasi wenn du so willst, die Hilfe von anderen angenommen, was dann in Songs umgemünzt war, einfach das ich mit 2, 3 anderen Leuten immer gesessen bin, im Endeffekt würde ich jetzt behaupten, da ist jetzt noch mehr Julian le Play drin als davor. Weil ich Seiten entdeckt hab, musikalisch, die ich davor mich gar nicht getraut hab, weil ich mich nur in den Grenzen bewegt hab die ich mir selber abgesteckt hab, nämlich eher in dieser Akkusitikgitarrenwelt. Und jetzt hatte ich mit vielen neuen Menschen zu tun und deswegen klingt’s auch so. Dieser Sprung zu sagen raus aus der Passivität, sich zu überwinden, Komfortzone ist immer so ein Wort, aber da raus zu gehen und das hört man einerseits im Album und diese schwierigere Phase, das sind so Songs wie Steine ins Meer, Sterne, Still. Und dann hört man diese ganz andere, die ist viel mehr repräsentiert, diese Seite wo mir dann quasi der Knopf aufgegangen ist und wo ich einfach eine wirklich gute Zeit mit all diesen Leuten hatte und wo ich dann, ja Songs geschrieben hab über früher, zum Beispiel Für immer jung, das ist so ein bisschen so mein Jahr in Australien gewesen, ich war da mit 16 mal. So diese Erinnerungen. Genauso aber über die gute Zeit jetzt, wenn ich irgendwie, ich hab ja nicht nur Musik gemacht, ich war ja auch feiern. Das sind die Nächte ist so ein Song, der erst kürzer zurück liegt. Du & Ich ist so ‘ne WG Geschichte. Also zu 1/3 ist so über diese Zeit wo ich mich schwer getan hab, 2/3 ist dann danach, dieses euphorische Losmachen.

 

Ich hab es tatsächlich auch so beschrieben, als würdest du ein Jahr beschreiben bzw. eine Phase oder auch ein ganzes Leben. Wegen diesem Aufbau und genauso habe ich es auch empfunden, erst ist es so ein bisschen schwer, dann kommt’s und dann kommt diese Fröhlichkeit, diese Leichtigkeit raus. Zum Schluss ist aber wieder durch Still sehr sinnierend, zurückdenkend – “Wie war es denn?” “Wie ist es denn wenn ich jetzt wieder allein bin?”. Vom Aufbau her ist es ziemlich gut gemacht.

Das freut mich. Ich hab ja dann sogar noch nach Still Bergauf, den Track drauf getan, weil ich dann schon nicht ganz schließen wollte mit Still. Sondern, ich wollte dann doch noch diesen positiven Vibe, nach dieser Reise die ich auch hatte, diese emotionale Reise. Bergauf ist ja so “ich atme dich aus, ich vermiss dich nicht mehr, mir geht’s gut, alles geht wieder bergauf, jetzt fühl ich mich wieder leichter” das sind ja diese Sätze darin. Und mit so einem positiven Kick wollte ich das Album dann eigentlich beenden.

Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album "Tandem"

Ja genau und das merkt man, ich habe mir zu den einzelnen Liedern kleine Stichpunkte gemacht und genau das steht bei mir auch drauf ” Gute Laune Melodie, mit Stimmen und Telefonmitschnitten und dieses abschließen mit einer Person”

(Julian lacht. Wir sind uns einig.)

Sehr cool, sehr cool.

Welcher ist dein Lieblingssong auf dem Album bzw. warum ist er dein Lieblingssong ?

Es schwankt, aber gerade mag ich Du & Ich so gerne tatsächlich. Das ist ja so, ich mag die Geschichte auch gerne. Ich bin da mit einer Freundin gesessen und wir haben ein bissl über eine WG Party wo wir waren nachgedacht und erzählt und dann hab ich gesagt, ich hab noch nie einen Song über eine WG Party geschrieben. Und dann hab ich so diese Szenerie, ich und sie, also nicht die Freundin sondern ein erfundenes Mädchen sitzen halt noch beisammen und alle sind schon so halb am schlafen, um 4Uhr in der Früh und man überlegt ob man noch in einen Club fährt und sagt dann aber nein, eigentlich ist doch zu zweit gerade am nettesten. Ich find die Bilder irgendwie, ich mag so Szenerien die dann so textlich erzählt werden und diese Leichtigkeit von dem Song. Wir haben jetzt ein, zwei Livekonzerte gespielt und der macht Live echt Spaß.

Livekonzerte und der Releasdeday

 

Das glaub ich gern und da sind wir auch schon bei der nächsten Frage, welcher ist der Song auf den du dich live am meisten freust?

Ja gut, jetzt hatte ich Du & Ich schon einmal erwähnt, dann nehme ich jetzt einen anderen Song. Was macht noch richtig Spaß? Lass mich kurz überlegen. Ja, Das sind die Nächte ist schon ein Track der auch live wirklich geil ist, weil der so schiebt einfach. Der ist ja so recht mystisch und dann knallt der so nach einer Minute, richtig groß. Den haben wir auch schon gespielt, der macht besonders Spaß.

 

Das glaub ich dir, da habe ich zum Beispiel stehen, ich muss kurz umblättern. Ach da habe ich gar nichts zu stehen, weil ich den einfach so gut fand das das mein Partysong ist. – (Wir lachen) Perfekter Partysong ja. – Der macht wirklich Stimmung beim hören, da denkst du so, “wo kam er jetzt auf einmal mit diesem Lied her und wieso hat das so lange gedauert?

Ja das frag ich mich auch immer. Da war ich auch mit zwei Freunden  und der eine hat dieses Gitarrenriff, was gleich am Anfang reinkommt, gespielt und dann haben wir das irgendwie festgehalten. Dann habe ich begonnen diese bissl mystisch und rappigen Strophen zu schreiben und dann hab ich gesagt “Hey, lass mal im Refrain”, ich nenn das den Drop danach, mal so ‘n richtigen Abgehteil machen. Und dann haben wir da ein, zwei Wochen lang wirklich alles mögliche ausprobiert bis das dann gekommen ist.

 

Top geworden, aber es gibt doch bestimmt auch Songs die man zwar aufs Album packt aber nicht unbedingt live spielen möchte. Hast du auch so einen ?

Es fällt mir wirklich schwer, ich habe ja jetzt eben 3 Jahre geschrieben und ich hatte ja sogar mehr Songs und die 15 waren eh schon meine Liebsten. Jetzt tu ich mich jetzt schon schwer Setlisten zu bauen,weil natürlich spiel’ ich auch noch ein paar alte Songs, damit’s nicht zu lang wird, muss ich jetzt welche weg lassen. Ich kann da keinen erwähnen, ich weiß gar nicht welchen.

 

Das ist natürlich schwer, obwohl ich denke “Sterne” öffnet viele, da kommen wahrscheinlich ganz viele Emotionen raus. Das ist immer so ‘ne Sache, wenn man die persönlcihen Hintergründe wüsste. Wenn du sagst es ist ein allgemeiner Song, dann ist er natürlich leicht für dich zu spielen, öffnet aber natürlich das Publikum. Das ist der Emotionsaufreißer, der hat selbst mich sehr gekickt.

Gott sei Dank, das ist für mich der emotionalste Song. Wir haben jetzt eben ein paar kleine Konzerte gespielt und wenn wo Tränen fließen, dann da. Aber es ist auch schön , die Leute schauen sich dann gegenseitig an und so “ah ok, dir gehts auch nah. Wir sind gemeinsam im selben Boot”, irgendwie so. Und auch für mich so nah, es geht ja quasi um die Eltern und um die Frage was passiert wenn die nicht mehr da sind. Das schöne ist meine sind noch da. Aber natürlich fragt man sich das einfach, deswegen dieser Song eigentlich. Weil ich mir denk “wow, dass wird so ein schlimmer Tag” wenn’s irgendwann mal nicht mehr so sein wird.

 

Ich glaube mit diesem Song, vielen geht es ja so, sie haben jemanden verloren und wahrscheinlich öffnet der dann und viele brauchen ja auch so ein Lied. Jedes Konzert besteht ja auch immer aus Höhen und Tiefen. Und dieses Tief muss auch mal diese schöne emotionale Seite zeigen, da ist dieser Song wirklch perfekt. Den würde ich zum Beispiel auch nicht raus lassen, je nachdem wie man dazu steht. Du sagst ja du denkst nur darüber nach, wenn aber jemand verstorben wäre wäre das schwieriger zu spielen.

Das glaub ich auch, ja.

 

Weg vom melancholischen zum freudigen Feature Part

 

Du hast ja jetzt zum ersten mal zwei Feature auf deinem Album: Wie kam es denn dazu und warum sind es zwei Damen?

(Julian lacht schelmisch)

Durch diesen Öffnungsprozess erstmals mit ganz vielen Leuten was auszuprobieren und nicht mehr alleine zu schreiben, war es auch naheliegend irgendwann auch nicht nur hinter der Produktion, quasi bei den Produzern mit Leuten zu arbeiten, sondern auch vor die Bühne noch Feature zu holen und zu sagen man macht das auch sogar am Track. Und warum zwei Damen, das liegt einfach an den zwei Songs. Das sind ja beides eigentlich Songs wo’s um die Liebe geht. Nur in dem einen ist es ein kennenlernen und was positives, also Hellwach. Und beim anderen ist es eine Erkenntnis, dass es eigentlich schwierig weitergehen kann, bei Sonne & Mond. Ich kannte die beiden irgendwie schon vor ein paar Jahren und hab einfach nur daran gedacht wer so stimmlich am besten passt. Auch so vom Typ und da sind mir Toksi und Madeline Juno eingefallen. Wo ich jetzt sehr happy bin.

Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album "Tandem"

 

Ich komme aus dem schwärmen nicht raus

Also bei “Hellwach” muss ich dir zustimmen, ich habe ja hier meine kleinen Notizen die eigentlich für die Albumreview nur gedacht waren, aber doch ganz praktisch sind und bei “Hellwach” steht: der perfekte After-Party-Song für die Heimfahrt. Wenn man früh morgens um 5 Uhr von einer Party nach Hause fährt, die Sonnenbrille auf hat und die Sonne geht grad auf. Das ist der Moment der dieses Lied wirklich perfekt transportiert. Und er geht nicht aus dem Ohr raus.

Das freut mich, ich mag das auch, mir geht’s auch nicht auf den Nerv obwohl ich’s wirklich jetzt schon oft hör und viel auch schon gesungen hab. Aber ich mag den Song auch total gern.

 

Wie ist dein Releastag eigentlich gewesen, du hattest um 18.30 Uhr diese Livesession bei Instagram?

Ich hatte mich tatsächlich entschieden, das wir doch eine Show spielen wollen in Wien. Es war dann relativ schnell klar das es nichts wird im April, nein wir machen es doch im August. Dann haben wir gesagt, können wir eigentlich mit viel Vorsicht und Abstand ‘ne kleine Releaseshow machen und haben in Wien ein Konzert für Fans gespielt, was halt sehr schnell ausverkauft war. Dann habe ich gesagt, lass uns doch auch ein Streamingkonzert machen, für alle die nicht extra mit dem Auto runter kommen. Das war cool. Da ist auch Toksi extra runter gekommen dafür.  Es war perfekt gewesen, das ganze Team war vor Ort gewesen, die Band war beisammen. Meine Manager, die Promoter, die Toksi war da. Freunde, Familie & Co. Wir haben dann echt gemeinsam gefeiert, das war schön.

Wie verlief der Tag bis zur Show am Abend?

Tatsächlich habe ich Promo gemacht, wir sind hier von Radiostation zu Radiostation in Wien gefahren. Dann bei einer TV Show, tatsächlich Promotag.

 

Das war bestimmt sehr stressig?

Schon aber ich hab mich ja gefreut. Ich bin ja voll euphorisiert aufgestanden , hab gedacht “cool, jetzt mach ich ein paar Interview. Ich freu mich auf die Show“, so es war ein schöner Tag.

Es gab ja dann abends den Livestream, wie ist dein Verhältnis mit den ganzen Social Media Kanälen? Für Promotion vor und nach einem Release kann man es ja immer gut nutzen, man erreicht viele Leute und gut mit den Fans interagieren. Obwohl es auch da Künstler gibt die es nicht nutzen, wie ist dein Verhältnis dazu?

Bei mir sind es so Phasen, manchmal hab ich total Lust ganz aktiv zu sein. Manchmal hab ich zwischendurch Phasen, da war ich einen ganzen Monat inaktiv.  Dann schreibt mir eh manchmal wer “He, Was ist passiert? Geht’s dir gut?“. Das ist aber auch bei Freundschaften so, ich hab manchmal Phasen wo ich mich total viel melde bei meinen Freunden und wir uns ständig sehen. Und dann hab ich wieder Phasen wo ich mich bissl mehr zurück ziehe und denk die verstehen das auch. Ich poste dann auch manchmal in die Story rein “Hey, mir geht’s gut. Bin grad viel unterwegs und genieß grad mehr draußen mit’n Kopf zu sein”. Dann hab ich manchmal Phasen, das war natürlich im Lockdown besondern stark, wo ich extrem viel mache. Aber prinzipiell liebe ich Social Media, weil ich halt ‘n total cooles Tool find um direkt mit den Zuhörern in Kontakt zu sein. Und das Feedback kriegt nicht der Radiosender, sondern ich krieg das direkt und die Leute sagen mir wie sie’s finden, weißt du wie ich mein?

Ja so sehe ich das auch. Man schaut sich ja auch viele Sachen an und dieser direkte Kontakt den man zu jedem jetzt haben kann. ist sehr schön.Viele nutzen das ja auch positiv, wie auch in deinen Phasen wenn die ganzen Nachrichten reinkommen, da hast du halt das direkte Feedback. Da sagt dir keiner was durch die Blume.

Ja total, da ist es besonders schön.

Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album "Tandem"

Auch die Fans sollen nicht zu kurz kommen

Deine Fans denken sich doch auch bestimmt Aktionen aus. Hast du schon irgendwas verrücktes erlebt? Es gibt ja Leute die lassen sich tätowieren, Gesichter tätowieren, Songtexte oder so Sachen?

Tatsächlich, das wollt ich grad sagen. Das verrückteste, also Tattoos gab es schon einige, aber meistens Songzeilen die sich Leute tätowieren. Aber ein Mädchen kam mal zum Merchstand bei mir und hat dann so ihre Hose runter gezogen und dann hat sie mir gezeigt das sie mein Gesicht auf dem Oberschenkel tätowiert hat. Ziemlich groß sogar und da habe ich mir gedacht, die muss mich schon wirklich gerne mögen. Hab mich natürlich gefreut, aber ich hab gesagt, hoffentlich mag sie meine Musik auch noch in 10 Jahren. Das hat sie schon echt verewigt.

Ja das stimmt. Würdest du dir auch wen tätowieren lassen?

Nein. Ich bin aber auch kein Tätowierter, ich hab gar kein Tattoo und ich bin da nicht der Typ dafür. Ich mag’s gerne an anderen, aber ich finde man muss so’n Typ dafür sein irgendwie.

Ich hätte da noch ein, zwei Fragen zu Konzerten. Was sind dir schon für lustige Sachen auf der Bühne passiert oder auch peinliche Sachen?

Ganz schlimm war eh noch nichts bisher, aber natürlich ‘n großen Texthänger hatte ich schon des öfteren. Einmal ein großes Open Air in Österreich, hier nähe Wien, hab ich gespielt wo ich Unplugged eigentlich ein Song spielen wollte. Und ich hab das Intro begonnen und ich hab das Intro ewig gespielt und hab’s so lang raus gezögert weil ich dachte, vielleicht fällt mir der Text noch ein. Aber dann hab ich irgendwann abgebrochen, nach einer Minute nur Gitarrenspiel hab ich gesagt “Hey, sorry, mir fällt der Text einfach nicht ein”. Das war dann so nett, weil das Publikum, die kannten den Song, obwohl das kein bekannter ist von mir, der heißt “Phöenix” und haben denn dann begonnen zu singen, aus der letzten Reihe. Und dann hab ich so “ahh, ja das war der Text” und das war ein ziemlich schöner Moment. Und dann haben wir das gemeinsam quasi sie haben mich da durch getragen. Das ist eine ziemlich schöne Erinnerung eigentlich.

 

Klar es ist für einen selbst komisch, nicht mal unangenehm oder peinlich. Man könnte es schon in die peinlich Kategorie einstufen, aber wenn dich das Publikum dann so trägt ist das ja eigentlich der schönste Moment.

 

Eine kurze Verbindungspanne lässt uns zum nächsten Thema schweifen

 

Wie verbringst du momentan deine Zeit?

Es waren schon intensive Monate, ich fahr jetzt auf 10 Tage in Urlaub nach Österreich. Und dann mach ich mir mal Gedanken über Konzerte, wie wir jetzt touren, ob wir doch noch so ein, zwei kleine Sachen machen hier. Oder ob ich gleich Richtung nächstes Album schon wieder schreibe. Ich lass das dann immer so ‘n bisschen sickern bis das Album draußen ist.

Mit welchem bekannten Headliner würdet du mal gern auf Tour gehen?

Dua Lipa, bin ich ein großer Fan tatsächlich, ja. Ich steh ja auf Popmusik, weißt du, ich bin ja auch ein Lana del Rey Fan. Die macht eher so diese, kennst du ja, melancholische. Wenn’s da so um gute Popmusik geht, bin ich ein großer Fan von ihr.

 

Ist auch wieder eine Frau ( stelle ich lachend fest)

Ja stimmt. Ja Stimmt, ich mag Frauen. (lacht)

 

Ist ja auch nicht schlimm. (lachend) Hast du auch einen männlichen Part für die Frage?

Ich bin auch ein riesen Coldplay Fan, tatsächlich. Chris Martin so als Songwriter ist natürlich der Wahnsinn.

 

Mit Revolverheld warst du ja auch schon auf Tour. Da konnte ich dich auch schon live erleben und weiß wie gut es ist.

Ah cool, bei der Unplugged Tour. Ja genau mit Revolverheld war ich schon und da ist auch eine Freundschaft mittlerweile entstanden. Das ist eine mega Truppe, die haben uns echt wie eine Familie mitgenommen in ihrem Bus und echt super nett aufgenommen.

 

Würde da auch nochmal was zustande kommen?

Du, ist nix geplant. Gerade kann man ja eh nix planen. Der Johannes und ich hatten gestern sogar Kontakt. Ja, aber die sind ja auch gerade alle auf Warteposition. Aber irgendwann werden wir sicher mal wieder gemeinsam auf der Bühne stehen, aber das wird halt dauern einfach.

Wir kommen auch fast zur letzten Frage, wie stellst du dir dein  2021 vor? Welche Pläne hast du und was denkst du wie es jetzt weiter geht?Julian le Play im Interview zu seinem neuen Album "Tandem"

Ja kann ich kurz beantworten, wir werden die ganze Tour nachholen. Ich hab zu meinem Manager und Booker gesagt ich möchte echt so gut es halt geht und soviel wie möglich und im zweiten Halbjahr, hoff’ ich doch, möcht’ ich ständig Konzerte machen.

Hast du dieses richtige vermissen, dieses krasse Gefühl?

Nein, das nicht. Ich revanchiere mich immer richtig schnell mit den Sachen. Ich hab so’n wehmütiges Gefühl natürlich. Boar das wär jetzt einfach cool gewesen, aber ich hab ja die Hoffnung das es bald geht. Im 3/4 Jahr so. Solang man die Zeit jetzt gut nutz’, find’ ich das ok. Das passt.

Dann kommen wir zur letzten Frage: Welche Frage wurde dir noch nie gestellt?

(lacht) Tatsächlich, die Zweite die du mir gestellt hast. Warte mal, du hast mir wirklich eine Frage gestellt die mir noch niemand gestellt hat, was war denn das? – Was sagt dein Album über dich aus? – Genau, insofern muss ich das damit beantworten. Gratulation, weil normalerweise erfahrt man schon viel was man schon hört, aber des. Darüber hab ich auch noch nie nachgedacht gehabt. Die wurde mir noch nie gestellt, ja. (lacht)

Es ist auch schwierig Fragen zu stellen die nicht jeder stellt.

Nein, aber ich find’ bei dir merkt man, weißt du, das du das ganze Album kennst und darein gehört und gelebt hast. Und auch das fand ich echt sehr cool.

Über ein so positives Feedback freu ich mich natürlich auch.

Ja, man merkt das total. Du hast so einen frischen Zugang und das du die Musik wirklich aufsaugst, so das ist echt cool. Danke dir.

Gerne doch. Und ich danke dir nochmal für deine Zeit und denke wir sehen uns nächstes Jahr bestimmt auf dem einen oder anderen Konzert.

 

Wir verabschiedeten uns mit den besten Wünschen voneinander und der Hoffnung und Vorfreude auf die nachgeholte Tour 2021 für welche es noch Tickets gibt.

Vielen Dank nochmal an Julian le Play für dieses schöne Interview, bei welchem die Zeit nur so verflog.


Visit Us On FacebookVisit Us On InstagramVisit Us On Twitter