Evanescence am 19.09.2026 in Frankfurt

Am 19. September 2026 war es endlich so weit und Evanescence spielten vor der fast ausverkauften Festhalle in Frankfurt ihr erstes von 6 Konzerten in Deutschland.

Den Auftakt des Abends machte das britische Power Duo Nova Twins. Die beiden Freundinnen, die schon als Support-Act für u.A. Bring me the Horizon, Foo Fighters und Yungblud auf Tour waren, spielten 6 ihrer Songs. Beim Opener, „Atagonist“, geht es um die innere Stärke und das zurückfordern der eigenen Macht, „I’m feeling like a riot If it’s a cure to the cause, then we have to get violent“. Es folgten die Titel „Cleopatra“, „N.O.V.A“, „Choose Your Fight“, „Hummingbird“ und „Glory“. Es war ein sehr energiegeladener Auftritt, der sich besonders durch den markanten Bass-Sound von Georgina South, mit den wechselnden Vocals von Amy Love, auszeichnete. Trotzdem entstand der Eindruck, dass das Publikum eher schwer in die Gänge kam. Es wurde kaum bis nicht getanzt und und man konnte die Vorfreude auf den Hauptakt des Abends deutlich spüren.

Poppy eröffnete ihren sehr künstlerischen Auftritt mit „have you had enough?“ Die US-Amerikanerin, die mit ihren traumartigen und oft auch satirischen Videos auf YouTube bekannt wurde, zeigte welch musikalische Vielfalt in ihr steckt. Sie nutzte ihre Stimme als Stilmittel und wechselt fast spielerisch zwischen zartem Klargesang und aggressivem, grellen Kreischen. Der gesamte Auftritt, bei dem sie 11 Songs spielte, war von einer unfassbar guten Stimmung geprägt. Der Klang ihrer maskierten Band war ebenso kraftvoll und strak, wie ihre Stimme.    

Vor ihrem letzen Song „New Way Out“, bedankte sie sich noch herzlich bei Evanescence dafür, dass sie sie auf der Tour supporten darf. Auch wenn die Stimmung wirklich gut war und sowas von ready für Amy Lee und ihre Band, konnte Poppy die Masse nicht zur Wall of Death bewegen, was sehr schade war.

Um 21:20 Uhr war es dann endlich so weit und Evanescence betraten die Bühne. Die Stimmung war unglaublich! Das Publikum schrie, applaudierte und freute sich auf die kommenden 1,5 Stunden. Amy Lee stellte sich an das Keyboard und spielte die ersten Klänge ihres Songs „Sanctuary“. Es war der perfekte Anfang eines perfekten Konzertes. Von tiefen Emotionen z.B. „Forever Without You“ in einer Acoustic Version mit Amy am Piano oder bei „My Immortal“ und einigen persönlichen Worten von Amy zum Thema Verlust, ebenso am Piano, bis ausgelassener Stimmung und einer tobenden Menge bei „Bring me to Life“.

An dem Abend haben sicher einige der über 10000 Menschen in der Festhalle ein paar Tränen vergossen. Ganz extrem konnte man das bei „My Immortal“ spüren und auch deutlich sehen.

Es ist wirklich kein Wunder, Dass Evanescence nach über 20 Jahren noch immer große Hallen füllen und von den Fans gefeiert werden. Dieser Erfolg liegt nicht nur an der gewohnt fehlerfreien Frontfrau, sondern auch an ihrer grandiosen Live-Band. Mit Emma Anzai am Bass und den Vocals, Will Hunt mit akrobatischen Einlagen am Schlagzeug und Tim McCord und Troy McLawhorn an den Gitarren, bilden sie ein wirklich mächtiges Soundfundament.

21 Songs wurden gespielt und selbst noch beim letzen Song „Wide Open Heart“ war Amy Lees Stimme auf den Punkt kraftvoll und einzigartig.

Einer der absoluten Höhepunkte des Abends war das bereits erwartete Duett von Amy Lee und Poppy. Die gemeinsame Performance zu „End of You“ (an diesem Abend leider ohne Courtney LaPlante, da diese zur selben Zeit mit ihrer Band Spiritbox in London auftrat) brachte Frankfurt endgültig zum Überkochen und zeigte die geballte Frauenpower dieses Tour-Line-ups.

Insgesamt war der Sound wirklich super, selbst bis den letzen Reihen, ebensodie Stimmung. Auch hier wurde getanzt und mitgesugen. Gleichermaßen das Bühnenbild und die Specialeffects. So wurde beim Klassiker „Bring me to Life“ eine Konfettibombe gezündet und u.A. bei „Going Under“ mit meterhohe Flammenwerfer der ohnehin kochenden Menge zusätzlich eingeheizten.

Ich schätze diesen Abend wird kaum einer, der dabei war, so schnell vergessen.