Coronavirus: Abgesagte Konzerte/Was der Virus für die Musikszene bedeutet

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Wenn ein Killervirus Bandträume tötet

*UPDATE 15.03.2020*
Geschlossene Grenzen, ausverkauftes Klopapier, Veranstaltungsverbot ab 50 Personen. Das soziale Leben wird auf ein Minimum herunter gefahren.
Weitere betroffene Konzerte und Künstler sind:

Evanescence & Within Temptation Europa Tour (verschoben)
Alazka Europa & GB Tour (abgesagt)
Imonolith Europa Tour (verschoben)
I Prevail Europa Tour (abgesagt, Ersatztermine werden gesucht) 
More Core Festival (abgesagt)
Poppy – Disagree Tour (verschoben, an Ersatzterminen wird gearbeitet) 
Dark Easter Metal Meeting (abgesagt, Tickets behalten Gültigkeit für 2021) 

*UPDATE 13.03.2020*
Weitere abgesagte Konzerte und Tourneen:

Heaven Shall Burn Release-Shows (verschoben)
After the Burial
Heldmaschine – Im Fadenkreuz Tour , Köln & Leer (verschoben, Köln Ersatztermin: 23.10.20)
Avril Lavigne – Tour 2020 (verschoben)
Celine Dion (verschoben)
KREATOR, Lamb of God, Power Trip – State of the unrest Tour (vorerst abgesagt, noch keine Ersatztermine verfügbar)
Antiheld Tour
Impericon Festivals
Jon Hopkins Europa Tour 2020
KUULT – Flugmodus Tour (verschoben)
Hämatom – Maskenball Tour 2020 (verschoben)
Myrath – Tour (abgesagt)
Meister der Phantastik – Tour (verschoben)

* UPDATE  12.03.2020*
Es sind nun in 9 deutschen Bundesländern alle Großveranstaltungen ab 1000 Leuten mindestens bis zum 01. April ausgesetzt. Fast jedes anstehende März-Konzert wurde abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit betroffen sind folgende Konzerte und Touren:

Parkway Drive – Viva the underdogs Europa Tour (verschoben auf unbestimmte Zeit)
Papa Roach, Hollywood Undead, Ice 9 Kills – Düsseldorf & Hamburg (verschoben auf unbestimmte Zeit)
Annenmaykantereit – Live 2020 (verschoben, Ersatztermine) 
Machine Head – Burn my eyes Tour (verschoben auf voraussichtlich 2021)
Knorkator – Zweck ist widerstandlos Tour (verschoben auf voraussichtlich 2021) 
Gotthard – 13 Release Show (Livestream) 
Madball, Knocked Loose, Siberian Meatgrinder, Harms Way – Rebellion Tour (auf unbestimmte Zeit verschoben) 
Ragnarök Festival Lichtenfels (verschoben auf 9. & 10. April) 
Subway to Sally – Andernach (verlegt auf 20.11.20) 
Atrophy, Black Sachbak – Violent by Nature Tour (abgesagt) 
Deez Nuts – You got me fucked up European Tour (abgesagt)
Ray Wilson (verschoben auf November)
Mono Inc. – Book of Fire Tour (verschoben auf September und Oktober 2020) 
Rhapsody of Fire – Paris, München, Grenoble, Pratteln, Mailand (abgesagt) 
Rings of Saturn – The Gidim Tour 2020, Dresden, Hamburg, Hannover (abgesagt)
Coogans Bluff – Mpnchen, Stuttgart, Jena (abgesagt)
Disillusion – Wien, Salzburg, Innsbruck (abgesagt) 
Carlos Sanatana – Miracolous World Tour 2020 (verschoben auf 2021)
Johannes Oerding – Rostock (abgesagt)
Andrea Berg – Mosaik Tour (abgesagt)
Richard Marx – Limitless Europe Tour 2020 (abgesagt)
James Blunt – Telekom Street Gig 12.03. (kein Publikum) 

Die ersten Festivals beruhigen bereits via Facebook und Instagram ihre Besucher – bisher besteht keine Gefahr eine Absage. Wir bleiben dran.

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*UPDATE 10.03.2020*

Großveranstaltungen ab 1000 Personen  im Land Bayern, sind die nächsten 4 Wochen ausgesetzt.

Es kommt wie es kommen musste:
Gesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt alle Großveranstaltungen ab 1000 Personen abzusagen. Außerdem solle sich jeder Besucher individuell überlegen ob er das Risiko tragen kann und will, sich mit dem Coronavirus anzustecken und ihn möglicherweise weiter zu verbreiten.

Da diese Entscheidung immer noch Ländersache ist und sie auch mit der Tatsache ob es im Land, mehrere Risiko-gebiete gibt, zusammenhängt, bleiben die Entscheidungen der Kommunal- und Landtagspolitiker abzuwarten.

Wir können aber mit Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen, abgesagten Tourneen, Konzerten und Festivals rechnen. In München wird beispielsweise gerade diskutiert ob bis Karfreitag (passend zu den Ostergottesdiensten) alle Veranstaltungen mit 1000 Besuchern oder mehr, abgesagt oder verschoben werden.

Wir halten euch natürlich auch weiterhin auf dem Laufenden.

____________________’Ursprünglicher Artikel’____________________________
2020 ist geprägt von einem einzigen Thema: Der “Killervirus” Corona geht um. Das belastet nicht nur China, Politik und Krankenhäuser, sondern ist auch ein Armutszeugnis für die Musikindustrie.

Zugegeben. Ich wollte schon immer mal so einen Reißer à la Bild bringen. Killervirus? Really? Die bisher berechnete Mortalitätsrate liegt bei unter einem Prozent. Trotz der wissenschaftlichen Fakten ist die Panik groß: Mittlerweile auch in Deutschland und Europa. Hamsterkäufe werden getätigt, die Regale sind leer. Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel sind rare Ware, die bereits schon für hunderte von Euronen auf dem Schwarzmarkt vertickt werden. Utopisch? Bittere Realität.

Vorsicht ist besser als Nachsicht? Jawoll. Aber Leute… Was ist da los? 

Mit den steigenden Zahlen der Erkrankungen, steigt der Wahnsinn. Die zunehmende Hysterie, welche von den Medien als gefundenes Futter aufgenommen und auf ihr leicht anheizbares Publikum abgeladen wird lässt die Stimmung im Land umschwenken: Städte werden unter Quarantäne gestellt, Großveranstaltungen wie die Hannovermesse werden verschoben und auch die Musikfans müssen nun ganz stark sein.

Tomorrowland, Slipknot, Radio Havanna 

Ihr versteht den Zusammenhang nicht zwischen einem belgisch-französischen Technoevent, einer krassen Metal Band aus Iowa und deutschen Punkrockern aus Suhl? Ich klär euch auf:
Abgesagt, abgesagt, abgesagt.

Leute, was ist hier los? Tomorrowland sagt seine Winteredition im März ab, Slipknot kündigen ihren asiatischen Fans die Dates und Radio Havanna wird verboten in Zürich zu rocken. Viele tausende enttäuschte Fans bleiben zurück. Ohne Band und ohne Virus.

Corona, kaum gefährlicher als eine übliche Haushaltsgrippe, legt die Welt lahm. Und mit ihr alles was sie ausmacht. Wie soll das weiter gehen? Natürlich können wir ein Jahr ohne Festival-Dixis oder Live-Bands überleben. Der Mensch kann alles. Vor allem kann er sehr gut übertreiben. Oder würdet ihr mit hochgradigem Husten und Fieber auf’s nächste Festival fahren?

Wir verbauen und verbieten uns Dinge, die uns von diesem alltäglichen Wahnsinn ablenken. Und tatsächlich wurde bisher auch noch kein Festival, Konzert und auch keine Hannovermesse VORSORGLICH abgesagt, wegen beispielsweise rechtem Terror, der nachweislich bereits 2020 mehr Deutsche getötet hat als das Coronavirus. (Und bitte kommt jetzt niemand auf die Idee…)

Großveranstaltungen sind ein Risikofaktor. Aber treffen wir nicht eben so viele Menschen im Alltag? Beim Bahn und Bus fahren, in der Schule, auf Arbeit in der Uni? Achja, Moment auch diese Institutionen werden in manchen besorgten Städten zeitweise geschlossen. Auf welche Zeit? Bis der Missetäter ausgerottet ist ? Oder eher doch bis den Kommunalen auffällt, dass niemandem geholfen ist, wenn wir uns in unseren Wohnungen einsperren und vom ApokalypseNow-Kit leben?

Die Alpen-Ausgabe des Tomorrowland, welches in der dritten Märzwoche statt gefunden und 25.000 Besucher erwartet hätte wurde von der französischen Regierung verboten. Großveranstaltungen über 5000 Menschen würden verboten und außerdem….

“Als Grund werde auch angegeben, dass eine Zusammenkunft von Menschen mit vielen verschiedenen Nationalitäten auf geschlossenen Veranstaltungsorten vermieden werden muss.”
Quelle: https://www.waz.de/kultur/musik/festivals/tomorrowland/coronavirus-tomorrowland-2020-in-frankreich-ist-abgesagt-id228580077.html

Und ich wieder so: Leute, was denn los mit euch?!

Was man dem Corona lassen muss, ist die Tatsache, dass es mal wieder die rassistische, egoistische Seite unserer Gesellschaft und vor allem der Entscheidungsträger zeigt. Hier fehlt nur noch der Fingerzeig auf das asiatische Publikum. Oder vielleicht auch auf die Italiener weil die unmittelbare Nähe zu den Alpen den Franzosen zu heikel ist.  Es sind doch eh immer die anderen oder?
Von der WAZ, wird übrigens weiter im zitiertem Beitrag spekuliert, ob das amerikanische Ultra Music Festival ebenfalls abgesagt wird.

Slipknot sagen ihre Tour durch Asien ab. Das ist nun wenigstens für mich so halbwegs nachvollziehbar. Aber doch nicht ganz. Man muss ja nicht direkt ein Charitykonzert in Wuhan geben. Aber das bedeutet nun eine Verlegung des lang erwarteten Knotfest (mit weiteren Acts wie Babymetal, Korn und Marilyn Manson) auf unbestimmte Zeit, welches dazu jährlich den Standort wechselt. Wann es also wiederkehrt? Hmmm. Die Begründung Slipknots, es wäre ein zu großes Risiko für alle Beteiligten ist schlicht unbefriedigend und steigert auch nur die allgemeine Hysterie.

Momentan würde ich nicht in Asien leben wollen. Nicht wegen Corona. Nicht weil ich kein Slipknot sehen könnte. Sondern wegen dieser eskalierenden Verbarrikadierung und Abkapselung zum Rest der Welt.

Abgesagt werden übrigens auch die Asien-Konzerte von Lacuna Coil. Sons of Apollo verschieben aufgrund der Angst finanzielle Einbuße zu machen ihre Tour.

So ungefähr ist das jetzt unseren Freunden von Radio Havanna ergangen. Die deutschen Punker wollten am Freitag eigentlich ihr lang geplantes Konzert im schweizerischen Zürich spielen – wurden nun aber von der Stadt gestoppt. Laut Facebook-Post sind alle Veranstaltungen in städtischen Betrieben bis auf Weiteres abgesagt. What?! Die Jungs suchen nun Hände ringend nach einer Zitat: “beheizbare Toilette, die am 06.03. Krach und ein paar gute Leute verträgt?” in Zürich und Umgebung.

Und wie geht das alles nun weiter?

Im besten Fall verabschiedet sich Corona – sehr unwahrscheinlich. Oder wir lernen so wie mit allen Epidemien, damit zu leben, richtig um zu gehen und nicht in Panik und Hysterie zu verfallen.

Im realistischeren Fall sind wir noch nicht am Höhepunkt der Virus-Panik angekommen. Die Fallzahlen werden steigen, sowohl Krankheit- wie Todesfälle. Und es werden mehr Konsequenzen auf uns zu kommen, die immer spezifischer in unseren persönlichen Alltag eingreifen werden. Für jeden wird es schwerer werden sich in einer globalisierten Welt zu bewegen. Gerade für Bands und Künstler in der Musikindustrie, die vom touren und ihren Auftritten leben wird es nicht einfacher. Da kann so eine Pandemie einem schon mal das Wochenende oder die Karriere verhageln. Auch abgesagte Festivals hinterlassen nicht nur traurige Fans, sondern sorgen ebenfalls für ausfallende Jobs und Absagen.

Mal abgesehen von der Eindämmung des Verkaufs von Merchandise und Platten aufgrund des eingeschränkten Flugverkehrs. Die Coronapanik versaut nicht nur uns, den Konsumenten, Fans und Groupies die Tour, sondern vor allem auch denjenigen, die von ihrer Kunst leben.

Diese Gedankengänge lassen wir nun mal so stehen. Was wirklich geschieht werden wir in Zukunft sehen. Hoffen wir nur, dass 2019 nicht unser letztes Stalkerjahr war.


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