YouNotUs – Interview mit dem Berliner DJ-Duo

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MCS Berlin

YouNotUs – Interview mit dem Berliner Kult-DJ-Duo

YouNotUs ist ein deutsches DJ-Duo aus Berlin. Noch nie gehört? Doch ganz bestimmt. 2014 gegründet, hatten die beiden 2015 ihren Durchbruh mit einem Remix des Reamonn’s Hits Supergirl. Seit dem ist viel Zeit ins Haus gegangen doch die Jungs haben sich defintiv nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Lest hier was in den letzten Jahren bei YouNotUs passiert ist und was sie für uns nächstes Jahr so parat haben:

FS: 5 Jahre sind seit eurer Gründung vergangen, 4 Jahre seit „Supergirl“. Wie habt ihr damals euren Erfolg erlebt?

YNU: Damals bei dem Erfolg von Supergirl haben wir natürlich gemerkt, dass unsere Musik immer mehr und mehr ankommt, was für uns wirklich unglaublich war. Allerdings muss man sagen, dass wenn man dann wirklich so beachtlichen Erfolg erzielt, man dies in dem Moment selbst überhaupt gar nicht checkt.
Wir haben letztens nochmal darüber gesprochen und wenn man es Revue passieren lässt und überlegt, was damals eigentlich schon alles passiert ist, dann ist das schon ganz schön unglaublich.

FS: Wie kam es damals zu der Zusammenarbeit mit Alle Farben?

YNU: Frans (Alle Farben) war damals sehr aktiv auf Soundcloud und hat immer nach Songs für seine Sets gesucht. Zeitgleich hatten wir einen Song gemacht und diesen auf Soundcloud veröffentlicht.
Den Song hatte Frans zufällig entdeckt und hat uns geschrieben, dass der Song gut in seine Sets passen würde und er den gerne mal spielen würde. Zu der Zeit hatten wir gerade 15 Soundcloud Follower und davon waren 14 unsere Freunde und eine Mama, aber Frans hat uns irgendwie gefunden über Umwege und so kam dann der Kontakt.
Danach haben wir recht schnell gemerkt, dass wir einen ganz guten Flow zusammen haben und haben daraufhin einige Produktionen zusammen gemacht und an vielen Dingen zusammen gearbeitet.

FS: Wie habt ihr die letzten Jahre seit dem erlebt? Wie ist das so gewesen als DJ-Duo auf Tour zu sein?

YNU: Die letzten Jahre sind einfach wirklich wie ein Traum in Highspeed an uns vorbeigezogen, weil so viel passiert und kein Tag wie der andere ist.
Wir haben die Möglichkeit soviel rumzukommen und so viel zu erleben durch unsere Musik. Oft spielen wir auch an Orten, die normal keine typischen Urlaubsziele sind und machen dadurch tolle Erfahrungen.
Außerdem ist es einfach ein großer Bonus, dass wir ein DJ Duo sind:
Als Solo DJ hat man nicht immer die Möglichkeit jemanden dabei zu haben und dadurch kann das viele Touren manchmal sehr einsam sein.
Wir sind einfach bei jedem Auftritt und jeder Tour zu Zweit und wissen schon vorher, dass es ein guter Abend wird, da wir zusammen immer Spaß haben.

FS: Gibt/Gab es Probleme / Ups and Downs?

YNU: So richtig Probleme gibts eigentlich nicht. Das Einzige was manchmal ein bisschen schwierig ist, ist genügend Schlaf zu bekommen wenn man viel auf Tour ist.
Wenn du z.B. im Sommer nachts eine Clubshow spielst und am nächsten Tag schon morgens den Soundcheck für’s nächste Festival hast ist das oft schwierig genug Schlaf zu bekommen. Deshalb versuchen wir in der Woche immer recht viel zu schlafen um den Schlaf quasi “vorzuholen”. Ansonsten gibt es keine Downs – Jede Show die man spielt, die größer wird und besser läuft und man mehr Feedback von den Leuten bekommt ist ein Up und pusht uns immer weiter zu machen.

FS: Wie war es das erste Mal auf einer Festivalbühne zu stehen und wie fühlt es sich jetzt an?

YNU:Damals waren wir wirklich noch extrem aufgeregt und das auch vor kleineren Shows. Festivals machen uns immer extrem viel Spaß – einfach auch mal draußen zu feiern und das mit den Leuten in der Sonne bei gutem Wetter. Es gibt kaum etwas Schöneres.
Dieser magische Moment auf eine Festival Bühne zu stehen, der ist für uns nach wie vor immer da und das ist auch wichtig. Die Festival Stage ist wie ein Spielplatz für uns, wo wir uns einfach komplett ausleben und alles machen worauf wir Bock haben.

FS: Was bedeutet euch die Musik die ihr macht? Was inspiriert euch?

YNU: Inspiration ziehen wir sehr viel einfach aus Erfahrungen und Sachen die wir erleben und das kann eigentlich alles sein – zum Teil ein Moment, den man erlebt oder auch mal ein Sound den man hört. Inspiration ziehen wir eigentlich aus extrem vielen Sachen.

FS: Hat eure Heimat, Berlin, einen besonderen Einfluss auf eure Musik?

YNU: Berlin hat auf jeden Fall Einfluss auf uns: Hier hat man das Gefühl immer am Puls zu sein und dass die Stadt extrem lebendig ist. Das wirkt sich natürlich auch auf uns und unsere Musik aus. Außerdem trifft man hier auch sehr viele andere Künstler, was ebenfalls viele unserer Projekte beeinflusst hat.

FS: Was bedeuten euch eure neuesten Werke wie z.B. „Seventeen“?

YNU: Seventeen war für uns extrem wichtig, da wir zuvor Narcotic released hatten, was ein Cover war und viele Leute dann immer schnell daherkommen und behaupten: “Die können ja gar keine eigene Musik machen”, sich aber nicht wirklich mit uns auseinandergesetzt haben und mit dem, was wir vor Narcotic schon alles gemacht haben.
Seventeen ist ein Song, den wir zusammen mit Kelvin & Stevie, der auch ein guter Kumpel von uns ist, von Anfang an geschrieben und produziert haben.
Dadurch, dass wir gut befreundet sind war es eine extrem befreite Songwriting Session und hat uns allen von Anfang an sehr viel Spaß gemacht. Schon während des Prozesses haben wir gleich diese Magie gespürt, dass wir an etwas ganz Besonderem arbeiten und wir es unbedingt release müssen.

FS: Was wollt ihr euren Fans und euren Hörern mit eurer Musik sagen/ nahe bringen/ in ihnen auslösen?

YNU: Wir finden es gibt nichts Besseres als wenn wir mit unser Musik vielen Leuten ein gutes Gefühl geben können und wenn unsere Musik jemandem hilft etwas leichtfüßiger durch’s Leben zu gehen. Das ist auch ein wenig die Aussage hinter Seventeen:
In dem Song geht es darum, dass wir uns daran erinnern sollen wie es mal war als wir 17 waren und dass wir im Rückblick total unbeschwert und leicht mit allem umgehen konnten.
Man hat noch nicht viele Verpflichtungen gehabt auch wenn man sich davon in dem Moment gar nicht so bewusst ist. Eigentlich ist es dadurch mit die beste Zeit die man im Leben hat.
Wenn man sich genau das einfach öfter auch heutzutage bewusst macht und probiert diese Unbeschwertheit und Freiheit von früher wieder zu erleben, fällt einem vieles leichter. Das wollen wir den Leuten gerne nahebringen.

FS: Habt ihr euch aus eurer Sicht seit dem Start eurer Karriere weiter entwickelt oder verändert? In welche Richtung? Seid ihr euch treu geblieben?

YNU: Wir haben uns auf jeden Fall verändert. Als wir angefangen haben haben wir eher in “undergroundigeren” Nachtclubs gespielt. Das ging schon mehr in Richtung Techno und unsere Musik war sehr sehr tech-housig und clubbig, mit weniger Melodie und Vocals.
Irgendwann ist es dann so gekommen, dass wir Bock hatten Songs zu schreiben und nicht nur Dance Platten zu machen, die für den Club sind. In der Zeit haben wir viele Songs geschrieben und uns mit Songwritern getroffen, was dann Step by Step zu unserem heutigen Sound geführt hat.
Was aus unseren Anfängen noch geblieben ist, ist dass wir immer versuchen die Tanzbarkeit beizubehalten. Das ist der rote Faden, der sich ein wenig durch all unsere Musik zieht, aber der Sound verändert sich immer wieder. Stillstand ist für Kunst der Tod und darum glauben wir, dass es wichtig ist das sich unser Sound immer weiterentwickelt und lebendig bleibt.

FS: Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

YNU: Wir hoffen doch nach wie vor auf großen Festival Bühnen oder in coolen Clubs, aber definitiv auf der Bühne. Außerdem werden wir daneben natürlich weiterhin im Studio Musik machen. Wir sind extrem hungrig und das wird in fünf Jahren noch nicht vorbei sein.

FS: Worauf können wir uns nächstes Jahr mit euch freuen? Was steht so an?

YNU: Wir werden wirklich einige Shows und auch sehr viele Festivals spielen. Da freuen wir uns schon sehr drauf.
Wir haben auch unsere Live-Show wieder am Start für die es ein paar ausgewählte Termine geben wird, wo wir mit unseren Musikern auf der Bühne stehen.
Bei der Live Show fangen wir mit einem DJ Set an und dann kommt zwischendurch unserer Trompeter Jazzy James auf die Bühne. Danach entwickelt sich die Show immer weiter, bis wir dann am Ende wie eine Band auf der Bühne stehen, eine elektronische Band die elektronische tanzbare Musik spielt.
Außer dem Trompeter haben wir noch einen Drummer dabei, Gregors spielt Synths und Tobi spielt teils Gitarre, teils Sample Pad. Außerdem haben wir oft einen Special Guest dabei, der unsere Songs live singt.
Darüberhinaus arbeiten wir natürlich fleißig an neuen Singles und Projekten für das neue Jahr.