Anderthalb Jahre nach ihrem Debütalbum Kaputt für immer kehren VINTA mit KALYPSO zurück – gereifter, kompromissloser und emotional noch direkter. Während sich ein Großteil der Metalcore-Szene hinter englischsprachigen Texten versammelt, bleibt die Band konsequent bei Deutsch – und beweist eindrucksvoll, wie viel Wucht und Nähe in der eigenen Sprache liegen kann.
Zwischen Kontrollverlust und Katharsis
KALYPSO ist kein Album für nebenbei. Es fordert Aufmerksamkeit – und fühlt sich stellenweise an wie ein offenes Tagebuch.
„Willst du“ eröffnet die Platte mit roher Dringlichkeit. Druckvolle Riffs treffen auf eine Hook, die sich sofort festsetzt, ohne an Schärfe zu verlieren. Der Titeltrack „Kalypso“ wirkt wie das emotionale Zentrum des Albums – düster, atmosphärisch dicht und mit einer fast erdrückenden Intensität.
Mit „Lass mich gehen“ vertonen VINTA das Thema Abhängigkeit in all ihren Facetten – musikalisch pendelnd zwischen fragilen Strophen und eruptivem Refrain. „Adrenalin“ setzt dagegen auf Tempo und Aggression: ein Ventil für angestaute Wut, getragen von treibenden Drums und messerscharfen Breakdowns.
Schmerz in Facetten
Besonders stark ist das Album in seinen leisen, nachhallenden Momenten.
„Schwarzes Glas“ und „Hast du Zeit“ spielen mit Atmosphäre und Dynamik – hier entsteht Spannung nicht nur durch Lautstärke, sondern durch Zurückhaltung.
„Nur dein Name“ verarbeitet Trennungsschmerz ohne Pathos, sondern mit schonungsloser Ehrlichkeit. Noch intensiver wirkt „Leise vorbei“, das das schleichende Zerbrechen einer Freundschaft thematisiert – kein Knall, sondern ein langsames Verstummen.
Doch KALYPSO ist nicht ausschließlich dunkel. „Keine Medizin“ und erneut „Willst du“ zeigen, dass Hoffnung kein Gegensatz zur Melancholie ist. Zwischen den schweren Gitarren blitzt immer wieder eine fast trotzig wirkende Zuversicht auf.
Produktionstechnisch klingt KALYPSO moderner und fokussierter. Die Gitarren sind massiv, die Breakdowns präzise gesetzt, und die Clean-Vocals schaffen es, Emotionalität zu transportieren, ohne ins Kitschige abzurutschen. VINTA wirken selbstbewusster in ihren Strukturen – weniger Experiment, mehr klare Vision.
Das Album bewegt sich souverän zwischen klassischem Metalcore, Post-Hardcore-Elementen und melodischen Hooks, die live enormes Potenzial haben dürften.
Tourdates:
26.03. – Hamburg – Hebebühne
27.03. – Hannover – Lux
28.03. – Berlin – Privatclub
09.04. – Oberhausen – Druckluft
10.04. – Leipzig – Bandhaus
11.04. – München – Backstage
12.04. – Frankfurt – Nachtleben





