Versengold zeigen sich auf Eingenordet bewusst reif und selbstbewusst – ohne dabei an Spielfreude zu verlieren. Das Album glänzt durch eine klare thematische Klammer: Der Versuch, im hektischen modernen Leben seinen eigenen Kompass zu finden und leben – persönlich, politisch und poetisch zugleich.
Der Opener „Der Tag mag kommen“ startet kraftvoll und hoffnungsvoll, versprüht gute Laune und Vitalität und macht sofort Lust auf mehr – ein energiegeladener Einstieg, der das Album selbstbewusst eröffnet. Mit „Klabauterfrau“, einer der ersten Singles, entfaltet Versengold ihr typisches maritimes Erzählkino: Seemannsgarn, Sehnsucht und tanzbare Melodien verbinden sich zu einem eingängigen Ohrwurm. „Falscher Leuchtturm“ mit Madsen sticht als markantes Feature hervor, in dem moderne Rock-Elemente auf kritische Texte über falsche Orientierung und gesellschaftliche Irrwege treffen – ein mutiger, aber stimmiger Schritt über den klassischen Folk-Rahmen hinaus.
Der Titeltrack „Eingenordet“ bringt die Leitidee des Albums auf den Punkt: Orientierungssuche als persönliche wie gemeinschaftliche Aufgabe, getragen von eingängigen Refrains und kraftvollen Hooks. Mit „Dans op de Deel“ zeigt sich die Band von ihrer unbeschwerten Seite – ein tanzbares Stück voller Lebensfreude, das live für beste Stimmung sorgen dürfte. Einen ruhigen Gegenpol bildet „Krug voll Mondenschein“, eine atmosphärische Ballade mit poetischer Tiefe und melancholischem Charme, die eine verletzlichere Facette von Versengold offenbart.
„Theaterliebe“ knüpft anschließend an klassische Bandstärken an: humorvolle Alltagsbeobachtungen treffen auf treibenden Folk-Rock und laden zum Mitsingen ein. Mit „Klopapier“ blitzt erneut der augenzwinkernde Wortwitz der Band auf, bevor „Erde“ und „Zwei Raben“ das Album nachdenklich ausklingen lassen – mit Themen wie Beständigkeit, Vergänglichkeit und vielleicht auch mythologischen Anklängen, die Eingenordet einen tiefgründigen und stimmigen Abschluss verleihen.
Das neue Album erscheint am 09.01.2026





