Mit „Die Maschinen wollen leben“ legen UNIVERSUM25 den mit Spannung erwarteten Nachfolger ihres selbstbetitelten Debüts von 2023 vor – und machen unmissverständlich klar, dass es sich hier nicht um ein Nebenprojekt mit begrenzter Halbwertszeit handelt, sondern um eine feste Größe im deutschsprachigen Rock-Kosmos.
Die hochkarätig besetzte Formation um Sänger Michael Robert Rhein (In Extremo), Pat Prziwara (Fiddlers Green), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype) und Alex Schwers (Slime), unterstützt vom renommierten Produzenten Jörg Umbreit, bleibt ihrer Linie treu – und schärft ihr Profil zugleich deutlich nach.
Klanggewordene Dystopie
Musikalisch knüpft das Album nahtlos an den Vorgänger an: Harte, präzise Rockgitarren treffen auf treibende Drums und werden von atmosphärischen Electronica-Flächen durchzogen. Das Ergebnis ist ein druckvoller, moderner Sound zwischen Alternative Rock, Industrial-Anleihen und hymnischer Melancholie. Die Produktion wirkt wuchtig, aber nie überladen – jede Klangschicht hat ihren Platz.
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Der Opener „Wenn Roboter träumen“ setzt sofort den thematischen Rahmen: Maschinen mit Bewusstsein, künstliche Emotionen und die Frage, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet. Rhein überzeugt mit seiner markanten, warmen Stimme, die zwischen Nachdenklichkeit und kämpferischer Dringlichkeit pendelt.
Der Titelsong „Die Maschinen wollen leben“ gehört zu den stärksten Momenten des Albums – eingängig, hymnisch, mit einem Refrain, der sich sofort festsetzt. Hier verschmelzen inhaltliche Tiefe und musikalische Wucht besonders eindrucksvoll.
Zwischen Überwachung, Isolation und Kontrollverlust
Textlich bewegen sich UNIVERSUM25 erneut im postapokalyptischen Kosmos – diesmal jedoch mit stärkerem Gegenwartsbezug. Statt ferner Endzeitvisionen stehen die realen Fehlentwicklungen unserer Zeit im Fokus: Übertechnisierung, Entfremdung, blinder Fortschrittsglaube.
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„Zu deiner eigenen Sicherheit“ wirkt wie der Soundtrack zu einer digital überwachten Gesellschaft, während „Ich geb dir mehr (Milgram Experiment)“ mit psychologischer Schärfe die Abgründe von Autorität und Gehorsam beleuchtet. Besonders hervorzuheben ist „Die Einsamkeit“, das in ruhigerem Tempo die emotionale Isolation im digitalen Zeitalter einfängt – atmosphärisch dicht und bewegend.
Mit „Ich denke also bin ich“ greifen UNIVERSUM25 philosophische Motive auf und stellen die Frage nach Identität im Zeitalter künstlicher Intelligenz. Der Song verbindet treibende Riffs mit einem fast mantraartigen Refrain – ein klares Live-Highlight in spe.
Dramatischer Spannungsbogen
Die zweite Albumhälfte bleibt energiegeladen. „Zeitmaschine“ spielt mit nostalgischen Momenten und Zukunftsangst zugleich, während „Der Anfang vom Ende“ die dystopische Erzählung weiter zuspitzt.
Den Abschluss bildet das epische „Uhrwerk“ – mit über sechs Minuten Spielzeit der längste Track des Albums. Hier entfaltet die Band noch einmal ihre ganze dramaturgische Stärke: ruhige Passagen treffen auf massive Ausbrüche, elektronische Elemente verschmelzen mit hymnischen Gitarrenwänden. Ein würdiger, nachhallender Schlusspunkt.
Fazit
„Die Maschinen wollen leben“ ist mehr als nur ein konsequenter Nachfolger – es ist eine inhaltliche und musikalische Weiterentwicklung. UNIVERSUM25 gelingt es, gesellschaftskritische Themen, philosophische Fragen und dystopische Visionen in kraftvolle Rocksongs zu packen, ohne dabei belehrend oder pathetisch zu wirken.
Das Album klingt zeitgemäß, relevant und energiegeladen – und trifft mit seinem Fokus auf Mensch-Maschine-Konflikte und KI-Thematik einen Nerv der Gegenwart.





