Mit Raw veröffentlicht TRASH PILLOW am 23. Januar 2026 ein kompromissloses, ungeschöntes Werk, das seinem Titel alle Ehre macht. Die vier Tracks wirken wie Momentaufnahmen aus einer gesellschaftlich aufgeladenen Gegenwart, roh eingefangen und mit einer Mischung aus Sarkasmus, Wut und verletzlicher Direktheit präsentiert. Musikalisch bewegt sich das Projekt irgendwo zwischen Noise-Pop, Industrial-Indie und experimenteller Elektronik – stets kantig, nie bequem.
1. Bombs Make Her LOL
Das Album eröffnet mit einem provokativen Titel, der zugleich eine deutliche künstlerische Absicht verrät: TRASH PILLOW spielt mit Zynismus und Überdruss. Der Track ist hektisch, grell und bewusst unangenehm – ein verzerrter Beat, metallische Percussions und ein Refrain, der wie ein bitterer Kommentar zur Abstumpfung in der Digitalwelt klingt. Die Ironie wirkt schwer, aber nie selbstzweckhaft.
2. Eyes On Us (It’s The Sound Of A Drone)
Song zwei schlägt eine atmosphärisch düstere Richtung ein. Die rhythmischen Dronengeräusche schaffen ein Gefühl von Überwachung und latenter Bedrohung. Gleichzeitig verleiht der fast schwebende Gesang dem Stück eine melancholische Note. Das Zusammenspiel aus Kälte und Emotion macht diesen Track zum vielleicht stärksten Beitrag des Albums.
3. Fellow Traveller
Hier zeigt TRASH PILLOW die weichere, introspektive Seite. „Fellow Traveller“ ist weniger aggressiv, fast hymnisch, getragen von einem pulsierenden, warmen Synth-Fundament. Inhaltlich wirkt der Song wie eine Suche nach Verbündeten in einer entfremdeten Welt – irgendwo zwischen Resignation und leiser Hoffnung.
4. She’s From a War
Der Abschluss ist zugleich der emotionalste Titel des Albums. Die reduzierte Produktion rückt die Vocals in den Vordergrund. Der Track erzählt fragmentarisch von Trauma, Herkunft und Identität – ohne Pathos, dafür mit großer Ehrlichkeit. Es ist ein stiller, aber eindringlicher Schlusspunkt, der lange nachhallt.





