Review: TBS – Das Schwarze Album

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Album Cover
9.3
Memekultur am Höhepunkt

Der Wahnsinn geht weiter…

Wenn es eine Band in den vergangenen Jahren geschafft hat, das „Einer von uns-Gefühl“ innerhalb der Metal-Community zu wecken, sind es wohl The Butcher Sisters (TBS). Das aus Mannheim stammende Quintett um die ikonischen Frontmänner „Stroppo“ und „Amazing Alex“ hat sich mit einem wilden Cocktail aus Rap, Metal und Beatdown einen Platz im Herzen vieler Fans erspielt.

Mit ihren nahbaren Texten, Witzen und Pipi-Kaka Humor durften sie sich zuletzt u.a. auf großen Festivals wie dem Wacken Open Air und bei einer ausgiebigen Headliner-Tournee beweisen. Im vergangenen Jahr erschien bereits „Das weiße Album“, mit Fanfavoriten wie „Bauchtasche“, „Aperol“ oder „Zeig Mir Dein“. Selbstredend folgt als logische Fortsetzung das nachfolgend rezensierte „Schwarze Album“ (VÖ: 23.01).

Review TBS – Das schwarze Album

TBS machen ziemlich genau ein Jahr nach dem letzten Album-Release da weiter, wo sie zuvor aufgehört haben. Das Schwarze Album ist wie der Vorgänger eine Kollektion von Alltagsthemen, Memes, Wortspielen und (wenig überraschend) Alkohol, die gekonnt in kurzweiligen sowie mitreißenden Songs verpackt werden. 

Betrachten wir exemplarisch das vorab als Single releaste „Herr Dokter“, welches vom allgegenwärtigen Thema des Arbeitszeitbetrugs handelt. Glücklicherweise aus der (für die meisten nahbareren) Sicht des Arbeitnehmers. Stroppo und Alex schaffen es hier in drei Minuten das zu sagen, was sich viele womöglich während oder vor ihrer Arbeit denken – und das ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Der Song ist dabei so simpel strukturiert, dass selbst der betrunkenste Festivalgänger die Hook noch mitgröhlen kann.

Musikvideo zu „Herr Dokter“

Auch die von vielen heißgeliebte Monster Sorte „White Monster“ bekommt von TBS einen eigenen Song gewidmet, der vielen Koffein-Junkies einfach aus der Seele sprechen dürfte. Dieser startet als schnelle Upbeat-Nummer, welche nach der Lobpreisung des geschätzten Getränks in einem Breakdown mündet. Perfekt für einen Zockerabend mit leicht erhöhtem Herzschlag;)

Hervorragend gewählte Gäste

Erneut haben sich die Jungs bei den Feature-Gästen nicht lumpen lassen und drei Genregrößen eingeladen. Neben einer offiziellen Wacken-Hymne, die in Zusammenarbeit mit Metal-Urgestein Doro Pesch entstanden ist, holen TBS Callejon ran, um den deutschen Meme-Klassiker „Detlef D Soost“ aufzuarbeiten. Zuletzt schwadronieren sie gemeinsam mit Hämatom über die harte Lebensrealität jenseits der 30.

TBS erzählen uns außerdem begeistert vom „Bierosaufus Ex“, der bestimmt die anstehende Festivalsaison auf einigen Campingplätzen begleiten wird. Selbst der altbekannte Kinderspruch vom „Klettergerüst“ und der nackten Frau wird aufgegriffen und in ein Country-Gewand verpackt.

Musikvideo zu „Bierosaufus Ex“

Fazit

Zusammenfassend liefern TBS erneut genau das, was ihr Publikum erwarten dürfte. Songs, die vor allem durch ihren Meme-Charakter, die Einfachheit und das Ohrwurmpotenzial auffallen. Immer wieder beeindruckt es mich, wie man so viele (Nischen-)Themen finden und bedienen kann, ohne das es langweilig wird. Die neuen Songs werden definitiv in der Party- sowie Festivalplaylist landen und dort für viele Lacher und gute Laune sorgen. Also – Mission erfolgreich Jungs, jetzt darf weiter gefeiert werden.

Hier erfahrt ihr mehr über die Erfolgssingle „White Monster“.

Redaktioneller Hinweis (JM): Die vergebene Punktzahl für „Artwork“ geht nicht in die Gesamtpunktzahl mit ein, da diese nur die musikalische Qualität widerspiegeln soll. Es wird versucht alle Bands/Künstler im Kontext ihrer derzeitigen Größe und Möglichkeiten zu bewerten.

Unser Fazit


Sound
9
Inhalt
8.5
Kreativität
10
Artwork
5
Wiederhörwert
9.5