Review: Samurai Pizza Cats – „Press Start“

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Fotocredit
Album Cover
8.4
Zwischen Metalcore, Electro-Elementen und Gaming-Referenzen

Mit ihrem zweiten Album „Press Start“ zünden die Samurai Pizza Cats die nächste Evolutionsstufe ihres ohnehin schon energiegeladenen Sounds. Das am 27. März 2026 über Century Media Records erscheinende Werk fühlt sich an wie ein perfekt durchgespieltes Arcade-Game: laut, bunt, überdreht – und dabei überraschend detailverliebt.

Game On: Zwischen Arcade-Ästhetik und Metalcore-Wucht

Schon der Opener „Insert Coin“ macht klar, wohin die Reise geht. Synth-Intros im 8-Bit-Gewand treffen auf druckvolle Riffs und eine Produktion, die zwischen elektronischer Verspieltheit und brachialem Metalcore keine Kompromisse kennt. „Pandastruck“ knüpft nahtlos an und kombiniert eingängige Hooks mit tighten Breakdowns – ein Song, der live für kollektives Ausrasten sorgen dürfte.

Mit „T-Rex(plosion) (feat. Ankor)“ holen sich die Cats internationale Unterstützung ins Boot. Der Gastbeitrag von Ankor verleiht dem Track zusätzliche Dynamik und eine melodische Tiefe, die dem ansonsten stark auf Adrenalin getrimmten Album eine spannende Facette hinzufügt. Auch „Fear No Slice“ überzeugt mit hymnischem Refrain und einem Refrain, der sich sofort im Ohr festsetzt.

Zwischen Humor und Härte

„Error 808“ spielt gekonnt mit elektronischen Elementen und Trap-Anleihen, ohne die Gitarrenfront zu vernachlässigen. „Level Up“ wirkt wie das programmatische Herzstück der Platte – textlich selbstbewusst, musikalisch kompromisslos. Hier zeigt sich, wie sehr die Band an ihrem Songwriting gefeilt hat: Die Übergänge sitzen, die Dramaturgie stimmt, die Hooks zünden.

Ein besonderes Highlight ist „Ramen-Man (feat. BABYBEARD)“, bei dem BABYBEARD für eine herrlich schräge, aber perfekt passende Note sorgt. Der Song balanciert zwischen kawaii-esker Verspieltheit und massiven Riff-Attacken – ein Stilbruch, der erstaunlich organisch wirkt.

„Penguin Supreme“ und „Super Zero“ schlagen wieder härtere Töne an, bevor mit „City of Gold“ ein fast schon epischer Moment entsteht. Hier beweisen Samurai Pizza Cats, dass sie nicht nur Abriss können, sondern auch Atmosphäre.

Abspann mit Augenzwinkern

„Thanks for Playing“ fühlt sich wie der Abspann eines durchgezockten Games an – emotional, leicht nostalgisch, aber immer noch mit Punch. Den Schlusspunkt setzt „Pizza Homicide – STVW Version“, eine Neuinterpretation, die das Album mit einem letzten Energieschub beendet.

Fazit

Mit „Press Start“ liefern Samurai Pizza Cats nicht nur ein würdiges Zweitwerk, sondern definieren ihren Stil weiter aus. Zwischen Metalcore, Electro-Elementen und Gaming-Referenzen entsteht ein Sound, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, musikalisch jedoch erstaunlich präzise agiert. Die Produktion ist druckvoll, die Features sinnvoll eingebunden, und das Songwriting wirkt reifer als auf dem Debüt.

Wenn das bandeigene „Samurai Pizza Fest“ Ende März die Live-Feuertaufe für die neuen Songs wird, dürfte 2026 tatsächlich das bisher explosivste Jahr der Band markieren.

Unser Fazit


Sound
9
Inhalt
8
Kreativität
9
Artwork
7
Wiederhörwert
9