Review: Mammon’s Throne – „My Body to the Worms“

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Album Cover
8.6
Death-, Black- und Doom-Metal-Elemente

Mit „My Body to the Worms“ legen Mammon’s Throne ihr mittlerweile drittes Studioalbum vor – und zugleich ihr bislang ambitioniertestes Werk. Nach intensiven Tourjahren und dem Achtungserfolg ihres Debüts Forward Unto Flame (2020) hat sich die australische Formation nicht nur als Live-Macht etabliert, sondern auch musikalisch deutlich weiterentwickelt. Der Wechsel zu Hammerheart Records scheint dabei ein konsequenter Schritt gewesen zu sein: Klanglich wirkt das Album größer, düsterer und konzeptionell geschlossener als alles zuvor.

Schon der Opener „Senseless Death“ (9:09) macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Eine monumentale Komposition, die zwischen drückendem Doom, rasenden Black-Metal-Passagen und technisch versierten Death-Metal-Riffs pendelt. Matthew Millers Gesang changiert souverän zwischen tiefem Growl, heiserem Keifen und eindringlich-klarem Vortrag – ein Spannungsfeld, das dem Album über die gesamte Laufzeit seine Dynamik verleiht.

Das kurze, aggressive „Clandestine Unholy Rites“ (1:31) wirkt wie ein bösartiger Ausbruch – roh, direkt, fast punkig in seiner Energie. Ein bewusst gesetzter Kontrast zum epischen Charakter der längeren Stücke. Mit „Elixir“ folgt ein melodisch dichter Track, dessen Leadgitarren von Amesh Perera besonders glänzen. Hier zeigt sich das Gespür der Band für Atmosphäre und Spannungsaufbau.

Das Herzstück bildet „Every Day More Sickened“ (9:29): ein finsterer, schleppender Koloss, der sich langsam entfaltet und mit fast hypnotischer Intensität arbeitet. Die Rhythmussektion – Sam Talbot-Canon am Bass und Nick Boschan am Schlagzeug – sorgt für ein massives Fundament, während Johnny Chammas’ Rhythmusgitarre das Klangbild mit messerscharfer Präzision verdichtet.

Mit „At The Threshold Of Eternity“ (2:41) gönnt sich die Band ein beinahe interlude-artiges Stück, bevor „An Angel’s Grace“ (8:26) erneut epische Dimensionen erreicht. Hier verschmelzen melodische Black-Metal-Elemente mit schweren Doom-Passagen zu einer beinahe spirituellen Klangreise. Das abschließende „Departed“ (6:42) wirkt wie ein resignativer Abgesang – melancholisch, intensiv und dennoch hoffnungsvoll in seiner musikalischen Weite.

Die Gitarren schneiden scharf durch den Mix, während Bass und Schlagzeug organisch und druckvoll klingen

Produktionstechnisch überzeugt My Body to the Worms durch Klarheit ohne Sterilität. Die Gitarren schneiden scharf durch den Mix, während Bass und Schlagzeug organisch und druckvoll klingen. Die Atmosphäre bleibt stets dicht, ohne überladen zu wirken.

Fazit:
Mammon’s Throne gelingt mit My Body to the Worms ein vielschichtiges und emotional intensives Album, das Death-, Black- und Doom-Metal-Elemente nicht nur kombiniert, sondern organisch verschmelzen lässt. Anspruchsvoll, düster und dennoch eingängig – dieses Werk festigt ihren Status als eine der spannendsten Stimmen der australischen Extreme-Metal-Szene.

Unser Fazit


Sound
9
Inhalt
8
Kreativität
9
Artwork
8
Wiederhörwert
9