Review: Kreator – Krushers Of The World

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Album Cover
9.5
Krushers Of The World ist kein Experiment, sondern eine Kampfansage.

Mit Krushers Of The World legen Kreator ein Album vor, das sich anfühlt wie eine logische, aber dennoch wütende Fortsetzung ihres Spätwerks – kompromisslos, politisch aufgeladen und zugleich tief in der eigenen Geschichte verwurzelt. Nach einem Jahr 2025, das mit Mille Petrozzas Autobiografie Your Heaven, My Hell und dem Kinodokumentarfilm Hate & Hope ganz im Zeichen der Rückschau und Würdigung stand, richten Kreator den Blick nun wieder nach vorn. Und zwar mit erhobener Faust.

Schon der Opener „Seven Serpents“ macht klar, dass hier nichts gezähmt wurde: ein düster aufbauendes Intro, rasend schnelle Riffs und ein Refrain, der sich wie eine apokalyptische Beschwörung in den Gehörgang fräst. „Satanic Anarchy“ tritt anschließend das Gaspedal voll durch – klassischer Kreator-Thrash mit Punk-Attitüde, kurz, aggressiv und maximal effektiv.

Der Titeltrack „Krushers Of The World“ ist das programmatische Herzstück des Albums. Hymnisch, mitreißend und wie gemacht für große Festivalbühnen zwischen Wacken und Bangalore, verbindet der Song Old-School-Riffing mit moderner Produktion und einem Refrain, der die kollektive Wut kanalisiert. Kreator klingen hier nicht nostalgisch, sondern zeitlos.

Ein besonderes Highlight ist „Tränenpalast“. Die Zusammenarbeit mit Britta Görtz (Hiraes) verleiht dem Stück eine emotionale Tiefe, die man so selten im Thrash Metal hört. Brutale Strophen treffen auf einen fast melancholischen Refrain – ein düsteres, intensives Statement, das lange nachhallt.

Krushers Of The World ist kein Experiment, sondern eine Kampfansage.

Mit „Barbarian“, „Blood Of Our Blood“ und „Combatants“ liefern Kreator eine gnadenlose Mid-Album-Triple-Attacke: präzises Drumming, messerscharfe Riffs und Mille Petrozzas unverwechselbarer, angefressener Gesang. Inhaltlich geht es um Loyalität, Zusammenhalt und den ewigen Kampf gegen Unterdrückung – Themen, die Kreator seit Jahrzehnten begleiten, hier aber besonders fokussiert wirken.

Der längste Track „Psychotic Imperator“ erlaubt sich mehr Dynamik und Atmosphäre. Verschachtelte Strukturen, bedrohliche Tempiwechsel und ein fast schon epischer Spannungsbogen zeigen, wie souverän die Band auch jenseits der reinen Geschwindigkeit agiert. „Deathscream“ hingegen ist wieder ein direkter Nackenbrecher, roh und unverschnörkelt.

Der Abschluss „Loyal To The Grave“ wirkt wie ein Schwur – an die Fans, an den Metal, an die eigene Haltung. Kein versöhnlicher Ausklang, sondern ein letztes, kämpferisches Statement.

Das Album erscheint am 16.01.2026

Unser Fazit


Sound
10
Inhalt
9
Kreativität
9.5
Artwork
10
Wiederhörwert
9