Mit COLD 2 THE TOUCH liefern Angel Du$t ihr bislang souveränstes und gleichzeitig vielseitigstes Statement ab. Die Band um Justice Tripp klingt hier nicht nur abgeklärt, sondern auch bemerkenswert selbstbewusst: Hardcore, Punk und Rock’n’Roll werden nicht einfach zitiert, sondern so selbstverständlich miteinander verwoben, dass daraus ein eigener, klar erkennbarer Sound entsteht.
Produzent Brian McTernan sorgt für einen druckvollen, warmen und zugleich rohen Klang, der den Songs Luft zum Atmen lässt. Nichts wirkt überpoliert – jede Gitarre kratzt genau im richtigen Moment, jeder Refrain sitzt, ohne kalkuliert zu klingen. Angel Du$t schaffen es, Aggression und Eingängigkeit zu vereinen, ohne eines dem anderen zu opfern.
Der Opener „Pain Is A Must“ setzt direkt das Grundgefühl: kantig, treibend, mit einer stoischen Wucht, die klar macht, dass dieses Album keine Nebenbeschäftigung ist. Der Titeltrack „Cold 2 The Touch“ fungiert als emotionaler Kern der Platte – kühl, distanziert und dennoch mitreißend, fast hymnisch. Songs wie „I’m The Outside“ oder „Jesus Head“ zeigen die Band von ihrer punkigsten Seite, während „Zero“ und „Downfall“ stärker im Rock’n’Roll verwurzelt sind und mit Groove statt bloßer Geschwindigkeit punkten.
Die prominente Gästeliste fügt sich organisch ins Gesamtbild ein. Scott Vogel, Frank Carter, Wes Eisold oder Patrick Cozens drängen sich nie in den Vordergrund, sondern verstärken die jeweiligen Songs genau dort, wo es Sinn ergibt. Statt Namedropping bekommt man spürbare Chemie – ein Zeichen dafür, wie fest Angel Du$t inzwischen im erweiterten Hardcore- und Punk-Kosmos verankert sind.
Man On Fire
In der zweiten Albumhälfte glänzen vor allem „Nothing I Can’t Kill“ und „Man On Fire“, die melodische Offenheit mit einer latenten Bedrohlichkeit verbinden. Spätestens mit „The Knife“ und dem abschließenden „The Beat“ wird klar: COLD 2 THE TOUCH ist kein loses Sammelsurium starker Tracks, sondern ein rundes, durchdachtes Album mit klarer Dramaturgie.
Fazit:
Angel Du$t gelingt hier der Spagat zwischen Szene-Verwurzelung und stilistischer Freiheit so überzeugend wie nie zuvor. COLD 2 THE TOUCH fühlt sich roh, ehrlich und gleichzeitig erstaunlich zugänglich an – ein Album, das sowohl Hardcore-Purist:innen als auch Rock’n’Roll-Fans abholen dürfte. Kalt im Titel, aber mit ordentlich Feuer unter der Oberfläche





