Geleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer, Leiter des Masterstudiengangs Kommunikati
Online-Befragung mit über 3.500 Teilnehmenden
Grundlage der Untersuchung war eine umfangreiche Online-Befragung aus dem Jahr 2023 mit über 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland. Im Zentrum stand die Frage, welche Aspekte bei einem Festivalbesuch aus Sicht der Gäste besonders wichtig sind – von Musik und Atmosphäre über Hygiene, Sicherheit und Nachhaltigkeit bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Daten wurden im Rahmen einer Sekundäranalyse ausgewertet und generationenübergreifend betrachtet, um Unterschiede zwischen den Alterskohorten Baby Boomer, Generation X, Y und Z sichtbar zu machen.
Unterschiede geringer als erwartet
„Wir wollten wissen: Gibt es überhaupt grundlegende Unterschiede zwischen den Generationen? Oder überschätzen wir das in der öffentlichen Diskussion?“, so Festivalprofessor Bauer. Tatsächlich zeigten sich in einigen Bereichen zwar Unterschiede, aber oft gar nicht so gravierende – in anderen dagegen überraschende Übereinstimmungen.
Jüngere achten stärker auf Acts und Preise
Die konkreten Musikacts eines Festivals beispielsweise stehen bei den jüngeren Generationen (über 91 Prozent Zustimmung) oben auf der Prioritätenliste, während nur knapp 78 Prozent der Babyboomer diesen Aspekt als wichtig einstufen. Auch bei der Bedeutung des Preis-Leistungs-Verhältnisses zeigt sich ein Generationseffekt: Besonders die Generation Z bewertet Festivals zunehmend unter ökonomischen Gesichtspunkten – fast 44 Prozent von ihnen geben an, dass ihnen das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist.
Ältere legen mehr Wert auf Hygiene und Komfort
Anders verhält es sich mit Themen wie Hygiene und Sauberkeit: Diese Aspekte werden vor allem von älteren Besuchendengruppen stark gewichtet. Babyboomer äußerten hier eine deutlich höhere Erwartung an Ordnung und Infrastruktur, während Jüngere eine höhere Toleranz gegenüber improvisierten oder weniger komfortablen Bedingungen zeigten.
Nachhaltigkeit spielt eine untergeordnete Rolle
Ein besonders aufschlussreiches Ergebnis betrifft die Nachhaltigkeit. Trotz aller öffentlichen Debatten um die ökologische Verantwortung der jungen Generation zeigen die Daten ein überraschendes Bild. „Nachhaltigkeit ist für keine Altersgruppe von zentraler Bedeutung im Hinblick auf den Festivalbesuch“, so Bauer, „interessanterweise für die jüngeren Generationen noch weniger als für die Gen X und die Babyboomer.“
Orientierung für Veranstaltende und Kulturbetriebe
Der Mehrwert für die Praxis ist für Festivalprofessor Matthias Johannes Bauer von besonderer Bedeutung: „Die Erkenntnisse der Studie bieten Festivalveranstaltenden, Booking-Agenturen und Kulturinstitutionen wertvolle Orientierung, um Angebote künftig passgenauer auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen auszurichten – sowohl mit Blick auf jüngere, erlebnisorientierte Besuchenden als auch für ältere Zielgruppen, die stärker auf Komfort und Infrastruktur achten.“
Mehr Informationen zu den Bildungsangeboten im Eventbereich an der IST-Hochschule und am IST-Studieninstitut gibt es unter www.ist.de/eventmanagement-





